
Eisige Realität: Zugefrorene Ostsee legt deutsches LNG-Terminal auf Rügen lahm
Was für eine Ironie der Geschichte. Ausgerechnet jenes LNG-Terminal, das einst im Eilverfahren und gegen massiven Widerstand der Bevölkerung vor der Küste Rügens errichtet wurde, um Deutschlands Energieversorgung zu sichern, wird nun von der Natur in die Knie gezwungen. Eine dicke Eisdecke hat die Prorer Wiek und den Hafen Mukran komplett zugefroren – kein LNG-Tanker kann das Terminal derzeit anlaufen. Die Fahrrinne ist schlicht nicht passierbar.
Geplanter Tankerwechsel gescheitert
Der Gastanker „Minerva Amorgos" hätte das Terminal bereits anlaufen sollen, um die dort liegende „Maran Gas Nice" abzulösen. Doch daraus wurde nichts. Der Termin war bereits zuvor verschoben worden, und auch am zuletzt vorgesehenen Donnerstagabend lief das Schiff nicht ein. Am Freitag lag die „Maran Gas Nice" weiterhin neben der „Neptune", die als schwimmendes Terminal dient – unfreiwillig festgehalten vom Eis.
Das klingt nach einer Randnotiz, ist aber alles andere als das. Am Terminal werden feste Zeitfenster, sogenannte Slots, für Anläufe vergeben – in der Regel wochenweise. Fällt ein Wechsel aus, gerät der gesamte Ablauf aus dem Takt. Ein Dominoeffekt, der die ohnehin fragile Versorgungskette empfindlich stört.
Betreiber schweigt – Fragen bleiben offen
Besonders bemerkenswert: Der Betreiber Deutsche Regas hüllte sich auf Anfrage in Schweigen. Ob die Gaseinspeisung betroffen sei, blieb unbeantwortet. Doch die Logik ist simpel und unerbittlich: Ohne Anlauf kein neues LNG, ohne Anlieferung kein regulärer Umschlag. Man muss kein Energieexperte sein, um zu verstehen, was das für die Versorgungslage bedeutet.
Wind presst Eisfelder zusammen – Fahrwassertonnen verschwinden
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) meldete besonders schwierige Eisverhältnisse vor der Ostküste Rügens und vor Usedom. Der Wind schiebt das Eis immer weiter zusammen, verdichtet die Eisfelder und verengt die Fahrwasser. Für die gewaltigen LNG-Tanker sinkt damit die Navigationsreserve auf ein kritisches Minimum.
Als wäre das nicht genug, sind auch die schwimmenden Tonnen betroffen, die normalerweise das Fahrwasser markieren. Sie liegen teilweise nicht mehr auf Position – manche befinden sich sogar unter dem Eis. Damit fehlen elementare Orientierungspunkte für eine sichere Einfahrt. Ein Albtraum für jeden Kapitän.
Eisbrecher „Arkona" im Einsatz – doch das reicht nicht
Bereits am Mittwoch hatte der Eisbrecher „Arkona" der „Minerva Amorgos" aus dem Eis geholfen. Der Tanker konnte sich daraufhin auf eine Position weiter weg von der Insel zurückziehen, wo keine Eisdecke lag. Doch das löste lediglich die akute Blockade des Schiffes – nicht das eigentliche Problem an der Terminalzufahrt. Am Freitag bewegte sich die „Arkona" laut Schiffsortungsdiensten stundenlang langsam durch den Greifswalder Bodden. Ob sie erneut in der Prorer Wiek eingreift, blieb unklar.
Wenn die Natur die Energiepolitik entlarvt
Die Blockade trifft Deutschland in einer ohnehin angespannten Lage. Die Gasspeicherstände gelten als extrem niedrig für diese Jahreszeit, die Versorgung hängt mehr denn je von verlässlichen Importströmen ab. Jede Verzögerung bei LNG-Anlandungen reduziert die verfügbare Flexibilität im System – gerade in Phasen hoher Nachfrage ein gefährliches Spiel.
Man darf sich an dieser Stelle durchaus die Frage stellen, wie durchdacht eine Energiestrategie eigentlich ist, die ein kritisches Importterminal an einem Standort errichtet, der im Winter regelmäßig zufriert. Die Ostsee ist kein subtropisches Gewässer – das hätte man wissen können, das hätte man wissen müssen. Doch in der Hektik der Energiewende, angetrieben von ideologischen Schnellschüssen und dem überstürzten Ausstieg aus bewährten Energiequellen, scheinen solche Überlegungen keine Rolle gespielt zu haben.
Deutschland hat sich in eine gefährliche Abhängigkeit von LNG-Importen manövriert, nachdem man russisches Pipeline-Gas aus politischen Gründen abgeschrieben hat. Dass nun ausgerechnet das Wetter – nicht etwa geopolitische Verwerfungen – die Versorgung bedroht, hat eine fast schon tragikomische Note. Die Bürger, die am Ende die Zeche für explodierende Gaspreise zahlen, dürften darüber allerdings kaum lachen können.
Es bleibt die bittere Erkenntnis: Solange das Fahrwasser nicht sicher passierbar ist, bleiben die Tanker fern. Solange die Tanker fernbleiben, bleibt der Schiffstausch aus. Und solange der Tausch ausbleibt, tickt die Uhr der deutschen Gasversorgung ein Stückchen schneller. In Zeiten, in denen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisensichere Wertanlage wieder verstärkt nachgefragt werden, zeigt sich einmal mehr: Wer auf greifbare, reale Werte setzt, ist gegen die Unwägbarkeiten einer verfehlten Politik deutlich besser gewappnet.
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