
Erdgas-Preisexplosion in den USA: Arktische Kältewelle treibt Märkte in den Wahnsinn

Was sich derzeit an den amerikanischen Rohstoffmärkten abspielt, lässt selbst hartgesottene Händler erschaudern. Eine brutale Kältewelle hat den Erdgaspreis innerhalb weniger Tage auf ein Niveau katapultiert, das man seit drei Jahren nicht mehr gesehen hat. Der Februar-Terminkontrakt schoss an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex um satte 29 Prozent auf 6,80 Dollar pro Millionen British Thermal Units nach oben – und das war noch nicht einmal der Höhepunkt des Tages.
Ein Rekordanstieg, der seinesgleichen sucht
Binnen nur fünf Handelstagen verzeichnete der Erdgaspreis einen beispiellosen Anstieg von 119 Prozent. Solche Zahlen kennt man sonst nur aus Krisenzeiten oder von spekulativen Blasen. Doch diesmal ist die Ursache ganz real und buchstäblich eiskalt: Eine arktische Kältewelle hat weite Teile der Vereinigten Staaten fest im Griff und lässt die Heiznachfrage in astronomische Höhen schnellen.
Während Millionen Amerikaner ihre Thermostate hochdrehen, kämpfen die Produzenten mit einem ganz anderen Problem. Zugefrorene Leitungen und vereiste Förderanlagen haben das Angebot dramatisch verknappt. Die Natur zeigt einmal mehr, dass sie sich von menschlichen Planungen wenig beeindrucken lässt.
Texas und Louisiana im Würgegriff des Winters
Besonders hart trifft es ausgerechnet jene Bundesstaaten, die normalerweise als Rückgrat der amerikanischen Energieproduktion gelten. In Texas und Louisiana sind zahlreiche Bohrlöcher schlichtweg eingefroren. Die Folge: Die US-Gasproduktion stürzte am Sonntag auf ein Zweijahrestief ab. Ein Szenario, das an die verheerenden Winterstürme von 2021 erinnert, als das texanische Stromnetz tagelang zusammenbrach und Menschen in ihren Häusern erfroren.
Zeitweise schoss der Preis sogar um bis zu 41 Prozent auf knapp 7,44 Dollar nach oben. Ein Niveau, das selbst optimistische Bullen nicht für möglich gehalten hätten.
Spekulanten in der Falle
Doch nicht nur Mutter Natur trägt Schuld an diesem Preisinferno. Händler machen auch Spekulanten für den drastischen Anstieg verantwortlich. Viele Marktteilnehmer hatten auf fallende Preise gesetzt und entsprechende Short-Positionen aufgebaut. Als der Februar-Kontrakt am Dienstag auslief, gerieten sie in Panik. Um ihre Positionen glattzustellen, mussten sie sich hastig mit Erdgas eindecken – koste es, was es wolle. Ein klassischer Short-Squeeze, der die Preise zusätzlich in die Höhe trieb.
Europas neue Abhängigkeit
Diese Entwicklung sollte auch in Europa aufhorchen lassen. Seit dem Bruch mit russischen Gaslieferungen hat sich der Kontinent zunehmend auf amerikanisches Flüssiggas verlegt. Doch was passiert, wenn die USA selbst in eine Versorgungskrise geraten? Die Antwort liegt auf der Hand: Europa würde einmal mehr als Bittsteller dastehen, abhängig von den Launen des Wetters und der amerikanischen Politik.
In Zeiten solcher Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr der Wert stabiler Vermögenswerte. Während Energiepreise wild schwanken und Spekulanten Milliarden gewinnen oder verlieren, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine zeitlose Absicherung gegen die Unwägbarkeiten der Märkte. Sie sind weder von Kältewellen noch von politischen Erpressungsversuchen abhängig – eine Eigenschaft, die in diesen turbulenten Zeiten nicht hoch genug geschätzt werden kann.

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