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15.04.2026
14:37 Uhr

Europas Größenwahn am Persischen Golf: EU plant Militärmission ohne Washington

Europas Größenwahn am Persischen Golf: EU plant Militärmission ohne Washington

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Europäische Union, die nicht einmal in der Lage ist, ihre eigenen Außengrenzen zu sichern, die wirtschaftlich auf tönernen Füßen steht und deren militärische Kapazitäten bestenfalls als bescheiden zu bezeichnen sind, plant nun eine eigenständige Marinemission in einer der geopolitisch brisantesten Wasserstraßen der Welt. Und das ausdrücklich ohne die Vereinigten Staaten. Was nach strategischer Emanzipation klingen soll, riecht verdächtig nach geopolitischem Größenwahn.

Die Straße von Hormus als europäisches Prestigeprojekt

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, arbeite die EU an einem konkreten Nachkriegsplan zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge – kaum 50 Kilometer breit an ihrer engsten Stelle – fließt rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls. Wer diese Passage kontrolliert, hält einen Schlüssel zur globalen Energieversorgung in der Hand. Und genau dort möchte Europa nun mitspielen.

Federführend seien Frankreich und Großbritannien, während Deutschland aufgrund seiner finanziellen und militärischen Kapazitäten eine „zentrale Rolle" einnehmen solle. Man fragt sich unwillkürlich: Welche militärischen Kapazitäten? Die Bundeswehr, deren Hubschrauber nicht fliegen, deren Schiffe nicht auslaufen und deren Soldaten bisweilen mit Besenstielen statt Maschinengewehren üben müssen? Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer – drei Regierungschefs, die im eigenen Land mit massiven Problemen kämpfen – wollen nun also am Persischen Golf für Ordnung sorgen.

Ein Dreiphasenplan, der Fragen aufwirft

Die Planungen sehen dem Vernehmen nach mehrere Eskalationsstufen vor. Zunächst sollen festgesetzte Handelsschiffe unterstützt werden. In einer zweiten Phase sei die Räumung verminter Seewege vorgesehen, um die Durchfahrt zu verbreitern. Schließlich könnten Handelsschiffe unter militärischem Geleitschutz eskortiert werden. Als Vorbild diene die EU-Mission „Operation Aspides" im Roten Meer, die zum Schutz des internationalen Seeverkehrs eingerichtet wurde und bis 2027 verlängert sei.

Klingt auf dem Papier durchaus ambitioniert. Doch die Realität sieht anders aus. Wenn die Sicherung einer Handelsroute so einfach wäre, hätten die Vereinigten Staaten mit ihrer bei Weitem überlegenen Marine dies längst bewerkstelligt. Die EU-Strategen, die es bekanntlich nicht einmal schaffen, die Sommerzeit abzuschaffen, wollen nun also Minenräumung im Persischen Golf betreiben. Das hat etwas unfreiwillig Komisches.

Washingtons Reaktion: Ein Elefant im Raum

Besonders brisant ist die bewusste Distanzierung von den USA. Während Paris offenbar auf Konfrontationskurs zu Washington setzt, fürchten britische Stellen – durchaus nachvollziehbar – politische Spannungen mit US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte die Europäer wiederholt und unmissverständlich zu militärischer Unterstützung im Iran-Konflikt aufgefordert. Bislang vergeblich. Stattdessen schmiedet Europa nun eigene Pläne, die an Washington vorbei gehen.

Die Ironie könnte kaum größer sein: Dieselbe EU, die jahrzehntelang unter dem amerikanischen Sicherheitsschirm gemütlich geschlummert hat, die sich bei jeder Krise hinter dem großen Bruder jenseits des Atlantiks versteckte, möchte nun plötzlich eigenständig Machtprojektion betreiben. Und das ausgerechnet in einer Region, in der die geopolitischen Verwerfungen so komplex sind, dass selbst erfahrene Akteure wie die USA oder China mit äußerster Vorsicht agieren.

Deutschland im Spannungsfeld zwischen Ambition und Realität

Für Deutschland stellt sich zudem eine ganz praktische Hürde: Ein Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus bedürfte der Zustimmung des Bundestages. Angesichts der aktuellen politischen Gemengelage in Berlin – einer Großen Koalition, die bereits mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur die Schuldenbremse faktisch ausgehebelt hat – dürfte eine solche Abstimmung alles andere als ein Selbstläufer werden. Die deutschen Steuerzahler, die ohnehin schon unter der Last explodierender Staatsausgaben ächzen, sollen nun auch noch eine Marinemission am Persischen Golf finanzieren?

Bundeskanzler Merz, der im Wahlkampf noch vollmundig versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen, steht hier vor einem fundamentalen Glaubwürdigkeitsproblem. Jeder Euro, der in militärische Abenteuer am Golf fließt, fehlt bei der Sanierung maroder Brücken, bei der inneren Sicherheit und bei der Entlastung der Bürger.

Indien und China: Die großen Unbekannten

Besonders aufschlussreich ist der Versuch, auch Indien und China in die Planungen einzubeziehen. Bereits in den kommenden Tagen sei ein Treffen unter Führung von Macron und Starmer geplant, zu dem auch Vertreter aus Neu-Delhi und Peking eingeladen worden seien. Deren Teilnahme sei jedoch „ungewiss" – eine diplomatische Umschreibung dafür, dass beide Mächte vermutlich wenig Interesse daran haben, sich von europäischen Mittelmächten in eine Mission einspannen zu lassen, die primär europäischen Interessen dient.

China, das selbst massive Energieimporte durch die Straße von Hormus bezieht, verfolgt traditionell eine Politik der bilateralen Abkommen mit den Golfstaaten und dem Iran. Warum sollte Peking sich einer europäisch geführten Mission unterordnen? Und Indien, das seine eigene Marine im Indischen Ozean stetig ausbaut, hat ebenfalls wenig Anreiz, sich als Juniorpartner einer EU-Operation zu betätigen.

Die eigentliche Frage: Wofür das Ganze?

Am Ende bleibt die fundamentale Frage: Was genau will Europa mit dieser Mission erreichen? Die EU, die sich gleichzeitig das Ziel gesetzt hat, bis 2045 klimaneutral zu werden und fossile Energieträger schrittweise zu verbannen, will nun militärische Ressourcen einsetzen, um eine Handelsroute zu sichern, durch die hauptsächlich Öl und Gas transportiert werden. Der Widerspruch könnte kaum offensichtlicher sein.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass es hier weniger um handfeste Sicherheitspolitik geht als vielmehr um ein geopolitisches Prestigeprojekt dreier angeschlagener Regierungschefs, die von ihren innenpolitischen Baustellen ablenken wollen. Frankreich versinkt in sozialen Unruhen, Großbritannien kämpft mit den wirtschaftlichen Nachwehen des Brexit, und Deutschland steuert auf eine Rezession zu. Da kommt ein bisschen außenpolitischer Aktionismus gerade recht.

In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und wachsender Spannungen im Nahen Osten zeigt sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisenfeste Wertanlage ihre Berechtigung haben. Wer sein Vermögen gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, tut gut daran, Edelmetalle als festen Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht zu ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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