
EZB verharrt im Stillstand: Leitzins bleibt zum fünften Mal unverändert
Die Europäische Zentralbank setzt ihre Zinspause unbeirrt fort und lässt den Leitzins erneut bei 2,0 Prozent. Was auf den ersten Blick nach geldpolitischer Stabilität aussieht, offenbart bei genauerem Hinsehen die Ratlosigkeit der Währungshüter angesichts eines zunehmend unberechenbaren wirtschaftlichen Umfelds.
Fünf Sitzungen ohne Bewegung
Auf ihrer ersten Zinssitzung des Jahres 2026 haben die Notenbanker um EZB-Chefin Christine Lagarde erwartungsgemäß keine Überraschung geliefert. Der für die Steuerung der Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz verharrt weiterhin bei 2,0 Prozent – ein Niveau, das bereits seit Juni 2025 Bestand hat. Nach den Sitzungen im Juli, September, Oktober und Dezember des vergangenen Jahres ist dies bereits die fünfte Zusammenkunft in Folge, bei der die Währungshüter die Hände in den Schoß legen.
Dabei hatte die EZB zuvor durchaus Handlungsbereitschaft gezeigt: Seit dem Sommer 2024 senkte sie die Zinsen insgesamt achtmal um zusammengerechnet zwei Prozentpunkte. Doch nun scheint der Mut zur Entscheidung verflogen zu sein.
Inflation unter dem Zielwert – und dennoch keine Reaktion?
Besonders bemerkenswert erscheint die Zurückhaltung der Notenbank angesichts der aktuellen Inflationsentwicklung. Die Verbraucherpreise in der Eurozone stiegen im Januar lediglich um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – der niedrigste Wert seit April 2021. Damit liegt die Teuerungsrate deutlich unter dem selbstgesteckten EZB-Ziel von 2,0 Prozent.
Eigentlich ein klassisches Signal für weitere Zinssenkungen, möchte man meinen. Doch Lagarde bremst die Erwartungen mit dem Verweis auf das "volatile globale politische Umfeld". Die Inflationsaussichten seien unsicherer als üblich, so die EZB-Präsidentin. Eine Formulierung, die nach diplomatischer Umschreibung für die chaotische Weltlage unter der zweiten Trump-Administration klingt.
Der starke Euro als zweischneidiges Schwert
Ein weiterer Faktor, der die Notenbanker umtreibt, ist die bemerkenswerte Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Euro kletterte in der Vorwoche über die Marke von 1,20 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit über drei Jahren. Aktuell notiert er bei rund 1,18 Dollar.
"Ein stärkerer Euro könnte die Inflation stärker senken als derzeit erwartet."
Mit diesen Worten räumte Lagarde ein, dass die Wechselkursentwicklung durchaus Thema der Ratssitzung gewesen sei. Zwar habe man kein explizites Ziel für den Wechselkurs, doch sei man sich der Bedeutung für Wachstums- und Inflationsaussichten bewusst.
Gefahr für die Exportwirtschaft
Für die exportorientierte Wirtschaft der Eurozone – und insbesondere für Deutschland als Exportnation – könnte eine dauerhafte Euro-Stärke fatale Folgen haben. Deutsche Produkte würden auf dem Weltmarkt teurer, die ohnehin angeschlagene Industrie geriete weiter unter Druck. Sollte sich dieser Trend verfestigen, könnte die EZB zum Gegensteuern gezwungen sein – dann allerdings möglicherweise zu spät.
Sparer und Anleger in der Zwickmühle
Für deutsche Sparer bedeutet die anhaltende Zinspause eine gewisse Planungssicherheit, wenngleich auf niedrigem Niveau. Die Zeiten der Nullzinspolitik sind zwar vorbei, doch von einer echten Rendite für konservative Anlageformen kann nach Abzug der Inflation kaum die Rede sein. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte daher über eine Diversifizierung nachdenken.
In Zeiten geldpolitischer Unsicherheit und geopolitischer Verwerfungen erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell als verlässliche Säule der Vermögenssicherung. Als wertstabile Anlage, die keinem Emittentenrisiko unterliegt, können sie eine sinnvolle Ergänzung zu einem breit gestreuten Portfolio darstellen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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