
F-35-Teile verschwunden: Landet Amerikas Tarnkappen-Technik in China?

Eine Ladung mit Bauteilen des US-Kampfjets F-35 ist auf dem Weg von Australien in die USA plötzlich in Hongkong aufgetaucht – und dann verschwunden. Der Kongress und das Pentagon untersuchen den Vorfall, wie Medienberichten zufolge am 18. September bekannt wurde. Der Verbleib der Teile sei bis heute unklar.
Ein Umweg, den niemand erklären kann
Laut dem Bericht, der sich auf drei anonyme Quellen stützt, transportierte ein Zwischenhändler die Bauteile im Auftrag des Herstellers Lockheed Martin über den Pazifik. Sie sollten in den Vereinigten Staaten repariert werden. Stattdessen landete die Fracht in Hongkong.
Weder das Pentagon noch Lockheed Martin wüssten, warum. Und niemand kann offenbar sagen, wer die Komponenten heute besitzt.
Besonders brisant: Unter den verschwundenen Teilen soll sich eine Cockpithaube – die sogenannte Canopy – befinden. Sie enthält Tarnkappentechnologie, über die bislang nur die USA und ihre Verbündeten verfügen. Fachleute verweisen darauf, dass ein Gegner ein solches Originalteil untersuchen und womöglich nachbauen könnte.
Hongkong – seit Jahren im Griff Pekings
Dass die Sendung gerade dort auftauchte, dürfte in Washington für kalte Rücken sorgen. Hongkong ist chinesische Sonderverwaltungszone, Peking hat seine Kontrolle über die Metropole in den vergangenen Jahren mit einem strengen Sicherheitsgesetz deutlich verschärft. Die Zeiten, in denen Hongkong als weitgehend autonomer Handelsplatz galt, sind vorbei.
Ein früherer Mitarbeiter des US-Verteidigungsausschusses wird in Medienberichten mit der Einschätzung zitiert, China versuche seit Langem aggressiv, an F-35-Daten zu kommen – und selbst wer Spezifikationen besitze, gewinne durch ein echtes Bauteil zusätzliche Erkenntnisse.
Unsere Teams behandeln jede Sendung mit größter Sorgfalt und mit Schutzmaßnahmen, um die Integrität des F-35-Programms und die Sicherheit unserer verbündeten Partner zu gewährleisten.
So erklärte Lockheed Martin dem Bericht zufolge – weitere Auskünfte lehnte der Konzern aus Sicherheitsgründen ab. Das zuständige Programmbüro des Pentagons bestätigte, man sei sich eines "Versandproblems" mit nicht einsatzfähigen F-35-Komponenten bewusst und arbeite daran, die Teile zurückzuholen sowie künftige Vorfälle zu verhindern. Abgeordnetenmitarbeiter seien bereits im Juni erstmals unterrichtet worden.
Das teuerste Waffensystem der Geschichte – und ein Logistikloch
Die F-35 gilt laut dem US-Rechnungshof GAO als kostspieligstes Waffensystem der amerikanischen Streitkräfte. Schätzungen zufolge flossen bereits 200 bis 250 Milliarden Dollar in das Programm. Ein Milliardenprojekt also – bei dem eine Fracht mit Stealth-Technik offenbar unbemerkt die Route wechseln konnte.
Für deutsche Steuerzahler ist das mehr als eine ferne Anekdote. Die Bundeswehr hat 35 F-35A für rund zehn Milliarden Euro bestellt, um die alternden Tornados abzulösen und die nukleare Teilhabe in der NATO zu sichern. Der Umbau des Fliegerhorsts Büchel wurde nach offiziellen Angaben von ursprünglich etwa 700 Millionen auf rund zwei Milliarden Euro teurer. Die ersten Maschinen sollen ab 2027 in Deutschland einsatzbereit sein.
Abhängigkeit hat einen Preis
Aus Sicht unserer Redaktion legt der Vorfall eine unbequeme Wahrheit offen: Wer seine Sicherheit vollständig auf Lieferketten stützt, die er nicht kontrolliert, macht sich verwundbar – militärisch wie wirtschaftlich. Deutschland zahlt Milliarden für Technik, deren Wartung, Software und Logistik außerhalb seiner Reichweite liegen.
Geopolitische Unfälle dieser Art erinnern daran, wie fragil globale Ordnung inzwischen ist. Viele Bürger ziehen daraus den Schluss, im eigenen Vermögen auf Substanz zu setzen – physische Edelmetalle etwa können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung beitragen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen, und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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