
Familienunternehmer-Chefin watscht Merz ab: „Dem Mittelstand beim Sterben zuzusehen, ist nicht akzeptabel"

Es ist ein bemerkenswerter Moment in der deutschen Wirtschaftspolitik: Die Präsidentin des einflussreichen Verbands „Die Familienunternehmer", Marie-Christine Ostermann, geht offen auf Distanz zu Bundeskanzler Friedrich Merz – und das mit einer Schärfe, die selbst hartgesottene Beobachter aufhorchen lässt. Im Interview mit der Rheinischen Post fordert sie den CDU-Chef auf, die Vertrauensfrage im Bundestag zu stellen, um die SPD endlich auf einen wirtschaftsfreundlichen Kurs zu zwingen. Der Befund Ostermanns ist nichts weniger als ein Offenbarungseid für die schwarz-rote Koalition.
Aus Aufbruchsstimmung wurde Ernüchterung
Vor einem Jahr noch, so Ostermann, habe es Aufbruchsstimmung gegeben. Heute, nach zwölf Monaten Großer Koalition, sei die Enttäuschung umso größer. „Fast nichts wurde umgesetzt, die Lage wird immer schlimmer", lässt sich die Verbandspräsidentin zitieren. Arbeitsplätze gingen verloren, Investitionen flössen ins Ausland ab. Worte, die wie ein Echo dessen wirken, was viele Mittelständler seit Monaten klagen – während Berlin den großen Wurf verspricht und am Ende doch nur kleine Münze liefert.
Besonders bemerkenswert: Ostermann fordert eine echte Rentenreform mit Anreizen zum längeren Arbeiten und eine Reform der Einkommensteuer. Doch sie macht eines unmissverständlich klar: „Der Staat muss sparen, statt die Gegenfinanzierung über noch mehr Belastung am oberen Ende zu organisieren." Eine pauschale Kürzung der Investitionen um zehn Prozent sei notfalls erforderlich. Wer sich die explodierenden Schuldenpläne der Regierung Merz ansieht – Stichwort 500-Milliarden-Sondervermögen – versteht, warum der Verband Alarm schlägt.
Die Vertrauensfrage als Druckmittel
Damit irgendetwas davon umgesetzt werden könne, müsse die SPD aufhören zu blockieren. Friedrich Merz solle bereit sein, „alles in den Ring zu werfen und die Vertrauensfrage im Bundestag zu stellen", so Ostermann. Sie räumt ein, das wäre dramatisch: Nach der gescheiterten Ampel könnte auch die nächste Regierung scheitern. Doch ohne wirtschaftliche Wende stürze Deutschland weiter ab. Es brauche jetzt einen Kanzler, der Führung zeige.
Merz selbst hat genau das mehrfach ausgeschlossen. Beim NRW-Unternehmertag erklärte er trotzig, er werde keine anderen Mehrheiten suchen als die bestehende. Bei Caren Miosga ließ er wissen, er befasse sich „heute" nicht mit der Vertrauensfrage. Übersetzt heißt das wohl: lieber durchwurschteln als kämpfen.
Die Brandmauer als ökonomisches Selbstmordkommando
Bemerkenswert ist auch der Kontext, in dem Ostermanns Vorstoß steht. Im November 2024 hatte ihr Verband die wirtschaftspolitische Brandmauer gegenüber der AfD für gescheitert erklärt und einen AfD-Politiker zu einer Veranstaltung geladen. Im Dezember kassierte der Verband diesen Schritt unter dem zu erwartenden medialen Trommelfeuer wieder ein und erklärte ihn zum „Fehler". Ein Lehrstück darüber, wie eng der Korridor des Sagbaren in Deutschland mittlerweile geworden ist – selbst für Wirtschaftsverbände, die eigentlich nichts anderes tun sollten, als die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten.
Wer rettet den deutschen Mittelstand?
Der eigentliche Skandal liegt tiefer. Eine Bundesregierung, die mit historischen Schuldenrekorden plant, die Klimaneutralität ins Grundgesetz schreibt und gleichzeitig zusieht, wie der industrielle Kern des Landes wegbricht, ist offensichtlich nicht in der Lage, die Probleme zu lösen, die sie selbst mitverursacht hat. Friedrich Merz war angetreten, um es besser zu machen. Stattdessen erleben Familienunternehmer eine Politik, die wie eine Fortsetzung der Ampel mit anderem Etikett wirkt. Die Versprechen aus dem Wahlkampf? Verdunstet wie der Morgentau.
Während politische Strategen in Berlin über Mehrheitsoptionen schwadronieren, schließen in den Industriegebieten still und leise die Werkstore. Wer einmal verstanden hat, dass Wohlstand nicht im Kanzleramt entsteht, sondern in mittelständischen Betrieben, der versteht auch das Verzweiflungssignal aus dem Verband der Familienunternehmer. Es ist ein Hilferuf einer Branche, die sich von ihrer politischen Vertretung verraten fühlt.
Edelmetalle als Fels in der Brandung
In Zeiten, in denen Wirtschaftsverbände öffentlich die Vertrauensfrage einfordern, in denen die Regierung mit dreistelligen Milliardenbeträgen jongliert und die Inflation durch immer neue Schuldenprogramme angeheizt wird, gewinnt die Frage nach der eigenen Vermögenssicherung neue Dringlichkeit. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, was sie können: Sie schützen Vermögen vor staatlicher Misswirtschaft und Geldentwertung. Wer sich gegen die Risiken der politischen Großwetterlage absichern möchte, findet in einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle einen bewährten Anker für ein gesundes, breit gestreutes Portfolio.
Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Wir betreiben weder Anlageberatung noch Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, vor finanziellen Entscheidungen eigenständig zu recherchieren beziehungsweise einen qualifizierten Berater zu konsultieren. Eine Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











