
Goldpreis durchbricht historische Marken: Trumps Politik beschleunigt die Flucht aus dem Dollar

Was sich seit Monaten abzeichnete, nimmt nun dramatische Züge an: Der Goldpreis hat erstmals in der Geschichte die magische Marke von 5.000 US-Dollar je Unze überschritten und steuert unaufhaltsam auf neue Rekorde zu. Innerhalb von nur zwölf Monaten legte das Edelmetall um atemberaubende 85 Prozent zu. Gleichzeitig befindet sich der US-Dollar im freien Fall – ein Szenario, das selbst hartgesottene Marktbeobachter aufhorchen lässt.
Der "Debasement Trade" als Fluchtbewegung aus dem Greenback
Die Ursachen für diese tektonische Verschiebung an den Finanzmärkten sind vielschichtig, doch ein roter Faden zieht sich durch alle Analysen: Die zunehmend konfrontative Politik der Trump-Administration treibt Investoren weltweit in die Arme des sicheren Hafens Gold. Vincent Mortier, Chief Investment Officer bei Amundi – Europas größtem Vermögensverwalter mit rund 2,3 Billionen Euro unter Verwaltung – bringt es auf den Punkt: Der Übergang weg vom Dollar habe mehrere Ursachen, doch die politische Abschottung der USA spiele eine zentrale Rolle.
Besonders bemerkenswert ist die Schärfe, mit der Mortier die amerikanische Außenpolitik kritisiert. Man könne seine Verbündeten nicht unbegrenzt schikanieren, so der Investmentexperte. Die wiederholten verbalen Attacken auf traditionelle Partner – vom Streit um Grönland bis hin zu den permanenten Zollandrohungen gegen Kanada und andere Staaten – hätten langfristige Kosten, die sich nun in den Kapitalströmen niederschlagen würden.
Institutionelle Anleger vollziehen den Paradigmenwechsel
Was diese Entwicklung besonders brisant macht: Es sind längst nicht mehr nur verunsicherte Privatanleger, die ihr Heil im Gold suchen. Zentralbanken und staatliche Vermögensfonds treiben die Nachfrage maßgeblich voran. Diese institutionellen Schwergewichte agieren nicht aus kurzfristiger Panik, sondern folgen einer strategischen Neuausrichtung ihrer Reserven. Wenn selbst die Hüter der Währungsstabilität dem Dollar den Rücken kehren, sollte dies jedem aufmerksamen Beobachter zu denken geben.
Amundi selbst hält Gold seit zweieinhalb Jahren als festen Bestandteil seiner Portfolios – und daran werde sich nach Einschätzung von Mortier auch künftig nichts ändern. Seine Begründung ist so simpel wie einleuchtend: Gold sei langfristig ein hervorragender Schutz gegen Währungsabwertung und ein effektives Mittel, um Kaufkraft zu erhalten.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Während der Goldpreis seinen siebten Gewinntag in Folge ansteuert, verlor der Bloomberg-Dollarindex etwa 8,5 Prozent an Wert. Diese gegenläufige Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines fundamentalen Vertrauensverlustes. Das astronomische Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten, gepaart mit Unsicherheiten über die künftige Geldpolitik der Federal Reserve, verstärkt die Fluchtbewegung zusätzlich.
Neue Allianzen formieren sich gegen amerikanischen Druck
Die geopolitischen Verwerfungen reichen weit über die Finanzmärkte hinaus. Kanadas Premierminister Mark Carney forderte beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine engere Zusammenarbeit mittelgroßer Staaten und warnte offen vor der Zwangspolitik durch Großmächte. Auch die europäische Haltung zu Grönland interpretiert Mortier als interessantes Signal – sie zeige, dass unter Druck neue Formen des Widerstands entstehen könnten.
Für deutsche Anleger, die ohnehin unter der wirtschaftlichen Misere im eigenen Land leiden, bietet diese Entwicklung zumindest einen Lichtblick. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber erweisen sich einmal mehr als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, kommt an einer Beimischung von Edelmetallen kaum vorbei – sie bieten nicht nur Schutz vor Währungsturbulenzen, sondern auch vor den Folgen einer Politik, die zunehmend unberechenbar erscheint.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Kauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten eine eigenständige Recherche durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











