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09.10.2026
20:55 Uhr
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Goldrausch an der Wall Street: Banken kassieren Rekord-Milliarden!

Goldrausch an der Wall Street: Banken kassieren Rekord-Milliarden!
Symbolbild: KI-generiert

Die großen Investmentbanken verdienen am Edelmetall-Boom so viel wie nie zuvor. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg kommen die Geldhäuser 2026 voraussichtlich auf rund fünf Milliarden Dollar Erlös aus dem Gold- und Silberhandel. Das wäre ein historischer Rekord. Auch die Deutsche Bank verdient kräftig mit.

JPMorgan vorn, aber nicht mehr allein

Marktführer JPMorgan Chase soll allein im ersten Halbjahr rund 700 Millionen Dollar mit Handel und Abwicklung von Gold, Silber und anderen Edelmetallen eingenommen haben. Das berichten mit der Sache vertraute Personen. Zum Vergleich: Das bislang beste Gesamtjahr der Bank war 2020 mit etwas mehr als einer Milliarde Dollar.

Die Konkurrenz holt allerdings auf. Mehrere andere Großbanken sollen ebenfalls Hunderte Millionen Dollar verdient haben. Die Gesamtsumme von fünf Milliarden stammt vom Analysehaus Crisil Coalition Greenwich. Seit Beginn seiner Datenreihe gab es keinen höheren Wert.

Comeback aus Frankfurt

Aus deutscher Sicht besonders interessant: Die Edelmetall-Händler der Deutschen Bank sollen in diesem Jahr schon mehr als 200 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Das Frankfurter Institut hatte sich 2014 aus dem Londoner Gold- und Silberfixing zurückgezogen. Jetzt kehrt es mit Nachdruck in den Barrenhandel zurück.

Laut Insidern will die Deutsche Bank sogar in den kleinen Kreis der Clearing- und Tresor-Anbieter am Londoner Goldmarkt aufsteigen, dem größten Handelsplatz der Welt. Auch Morgan Stanley habe Interesse. Citigroup gelang Anfang des Jahres als erstem Neuling seit zehn Jahren der Einstieg. Bisher gehörten nur JPMorgan, UBS, HSBC und ICBC Standard Bank dazu. JPMorgan und die Deutsche Bank wollten sich nicht äußern.

Wie die Banken an starken Kursschwankungen verdienen

Das Prinzip ist einfach: Wenn die Preise stark schwanken, verdienen die Händler. Kriege, Handelskonflikte und Zölle machen die Märkte unruhig. Deshalb gehören Energie und Metalle inzwischen auch bei Goldman Sachs, Bank of America und Morgan Stanley zu den wichtigsten Gewinnquellen.

Besonders gut lief der Januar. Spekulanten weltweit kauften massiv Gold und Silber und trieben die Preise auf Rekordhöhen. Gefragt waren vor allem Optionen mit kurzer Laufzeit und ETFs mit Hebel. Damit lassen sich hohe Gewinne erzielen, aber genauso hohe Verluste. Außerdem flogen die Banken Barren um die halbe Welt, um Preisunterschiede zwischen den Handelsplätzen auszunutzen.

Angad Chhatwal von Coalition erklärte, die Erlöse hätten schon im Vorjahr einen Rekord erreicht. Sie würden weiter von hoher Volatilität und der starken Beteiligung der Anleger an Gold und Silber getragen.

Gold mehr als doppelt so teuer wie Anfang 2024

Seit Januar ist es etwas ruhiger geworden. Der Krieg im Nahen Osten hat die Energiepreise steigen lassen. Dadurch rechnen viele wieder mit einer strafferen Geldpolitik. Trotzdem kosten Gold und Silber noch mehr als doppelt so viel wie Anfang 2024. Zuletzt notierte der Gold-Future bei rund 4.713 Dollar je Feinunze, Silber bei gut 75 Dollar.

Doch starke Schwankungen können auch schaden. Greg Frith, Händler bei Centalion, dem früheren Rohstoffhändler Gunvor, sprach auf der LBMA-Konferenz in Italien von einem Rekordjahr. Man dürfe sich aber nicht ausruhen. Wer bei der Arbeit nicht aufpasse, könne alles in kürzester Zeit verlieren.

Was Sparer daraus lernen können

Die Rekordgewinne der Banken zeigen vor allem eines: Wer mit Hebelprodukten und kurzfristigen Wetten spekuliert, macht oft die Händler reich. Der Anleger trägt dabei das Risiko. Außerdem hängt er davon ab, dass die Gegenseite des Geschäfts ihre Zusagen erfüllt.

Physisches Gold und Silber funktionieren anders. Ein Barren im eigenen Tresor ist von niemandem abhängig. Er kann sich nicht in Luft auflösen, nur weil jemand an der Börse eine Wette verliert. Gerade wenn der Staat immer mehr Schulden macht und die Welt unsicher ist, bleiben physische Edelmetalle für viele Bürger eine sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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