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Kettner Edelmetalle
02.09.2026
05:37 Uhr
KI-generiert

Google frisst Strom für ganz Wien: Dorf in Österreich probt den Aufstand

Google frisst Strom für ganz Wien: Dorf in Österreich probt den Aufstand
Symbolbild: KI-generiert

Ein 4.000-Seelen-Ort am Rande der Alpen könnte bald mehr Strom verbrauchen als sämtliche Haushalte Wiens. Verantwortlich dafür ist der US-Konzern Google, der in Kronstorf in Oberösterreich das erste Hyperscale-Rechenzentrum des Landes hochzieht. Und im Ort formiert sich Widerstand.

Nach Angaben der Netzbetreiber soll die erste Ausbaustufe rund 150 Megawatt Leistung ziehen — das entspricht 1,31 Terawattstunden im Jahr. Bei einem Vollausbau auf 500 Megawatt wären es 4,4 Terawattstunden. Zum Vergleich: Die Haushalte der Zwei-Millionen-Stadt Wien kommen zusammen auf etwa 3,4 Terawattstunden. Rund sieben Prozent des gesamten österreichischen Strombedarfs könnten am Ende in ein einziges Serverareal fließen.

Vom "Googlhupf" zum Konfliktfall

Anfangs war die Stimmung euphorisch. Zum Baustart im April feierten Regionalpolitiker Medienberichten zufolge mit einem umgetauften Gugelhupf, dem "Googlhupf". Berichten zufolge handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte Oberösterreichs, mit einem Volumen im Milliardenbereich auf einem rund 70 Hektar großen Areal.

Doch inzwischen ziehen Bürgerinitiativen, Wissenschaftler und Künstler gegen die zweite Ausbaustufe zu Felde. Ein Mitbegründer des Bündnisses, ein IT-Fachmann aus Linz, sagte dem Bericht zufolge, man wolle es dem Konzern schwer machen — die Menschen seien nicht einverstanden.

"Die Amerikaner nehmen sich die besten Plätze, und wir müssen dann Stromleitungen zu weniger attraktiven Standorten bauen."

Wasser, Wärme, Wirtschaftlichkeit

Gekühlt wird mit Wasser aus der Enns, das erwärmt wieder zurückfließt. Eine Gewässerökologin des Bündnisses warnt, jede Warmwassereinleitung verändere den Lebensraum und setze die dortigen Lebewesen zusätzlich unter Stress. Google verweist dem Bericht zufolge auf unabhängige Gutachten aus dem Genehmigungsverfahren, wonach der Temperatureffekt vernachlässigbar sei. Solarpaneele auf dem Dach und ein Fonds für das Flussökosystem sollen die Bilanz aufbessern — die Kritiker nennen das "Greenwashing".

Besonders pikant: Eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung war nach geltendem österreichischem Recht nicht nötig. Für ein Windrad schon. Die SPÖ will das Gesetz ändern, die ÖVP im Energieressort lehnt mehr Regulierung ab. Die Staatssekretärin für Energie warnte, man könne nicht europäische KI-Souveränität fordern und zugleich immer neue Hürden für genau jene Infrastruktur errichten.

Warum das auch Deutschland betrifft

Österreich erzeugt fast 90 Prozent seines Stroms erneuerbar, stark abhängig von Wasserkraft. In diesem trockenen Sommer brach die Produktion laut dem Bericht um bis zu ein Drittel ein. Ein Experte der Österreichischen Energieagentur formulierte die simple Marktlogik: Steige die Nachfrage, ohne dass das Angebot mithalte, klettere der Preis.

Genau das ist der Punkt, der auch hierzulande zählt. Die Bundesregierung schätzt den Strombedarf deutscher Rechenzentren bis 2030 auf 25 bis 35 Terawattstunden pro Jahr, die Internationale Energieagentur erwartet weltweit eine Verdopplung auf rund 1.000 Terawattstunden. Wer gleichzeitig Grundlast abschaltet, Netze ausbaut und Milliarden-Sondervermögen auf Pump finanziert, sollte erklären, wer die Rechnung am Ende zahlt. Aus Sicht unserer Redaktion sind es die Bürger — über Strompreis und Steuer.

Die EU will ihre Rechenzentrumskapazität bis 2035 verdreifachen. Der Ausgang dieses Rennens ist offen. Sicher scheint nur: Energie wird teurer, und Sachwerte gewinnen in solchen Phasen erfahrungsgemäß an Bedeutung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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