
Habecks Harvard-Halluzination: Wenn ein gescheiterter Minister Trump für erledigt erklärt
Es gibt Momente, in denen sich politische Selbstüberschätzung und akademische Weltfremdheit zu einer derart grotesken Melange verbinden, dass man als Beobachter zwischen Kopfschütteln und ungläubigem Staunen schwankt. Robert Habeck, einst Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister, der mit seinem Heizungsgesetz Millionen Deutsche gegen sich aufbrachte, hat nun von der verschneiten Kulisse der Harvard-Universität aus das Ende von Donald Trump verkündet. Per Instagram. Natürlich.
Der rastlose Ex-Minister auf akademischer Welttournee
Seit seinem Rückzug aus dem Bundestag im Spätsommer 2025 lebt Habeck in Kopenhagen und arbeitet für das Dänische Institut für Internationale Studien. Doch stille Forschungsarbeit scheint dem Mann, der einst die deutschen Heizungskeller revolutionieren wollte, nicht zu genügen. Stattdessen tourt er rastlos von Arktis-Konferenzen in Norwegen nach Boston, von dort weiter nach Toronto – ein Erklärer ohne Amt, ein Analytiker ohne jeden politischen Hebel, der mit hörbar deutschem Akzent in den Auditorien der akademischen Elite gastiert.
An der ehrwürdigen Eliteschmiede Harvard durfte er jüngst etwas mehr als eine Stunde über die Genese der europäischen Gaskrise referieren und seine eigenen Fehleinschätzungen zur Wärmepumpe aufarbeiten. Die Ironie könnte kaum größer sein: Dort sprach er über die Stimmung von Millionen Deutschen, die er einst fundamental falsch einschätzte – nur um unmittelbar danach den nächsten monumentalen Prognosefehler zu begehen.
Instagram-Diplomatie statt nüchterner Analyse
Kaum aus dem Hörsaal entlassen, griff Habeck zum Smartphone. Mit der verschneiten Harvard-Bibliothek malerisch im Rücken verkündete er der Welt: „Ich würde sagen, Trump hat die Mehrheit im Land verloren." Es ist die altbekannte Habecksche Mischung aus intellektueller Überheblichkeit und einer Naivität, die fast schon körperlich schmerzt.
Seine Diagnose fußt auf einem Vergleich zweier Aufenthalte an amerikanischen Elite-Universitäten. Im Oktober in Philadelphia sei die Stimmung noch verzagt gewesen, nun in Harvard spüre er eine „kämpferische, richtig mutige Stimmung". Die unabhängigen Wähler seien „durch mit dem Thema", vor allem wegen der jüngsten Skandale und der Ereignisse in Minnesota. Wer sich in den Vereinigten Staaten auch nur ansatzweise jenseits der gepflegten Rasenflächen der Ivy League bewegt, muss sich unweigerlich fragen: In welchem Amerika ist dieser Mann eigentlich unterwegs?
Die klassische Falle der linksliberalen Blase
Es ist das immer gleiche Muster. Man unterhält sich mit Professoren, die Bücher darüber schreiben, wie Demokratien sterben. Man tauscht sich mit Studenten aus, die ohnehin die Demokraten wählen würden. Und dann schließt man daraus auf die Befindlichkeit eines ganzen Landes mit über 330 Millionen Einwohnern. Dass Harvard oder Berkeley ebenso wenig repräsentativ für das amerikanische Wahlvolk sind wie Prenzlauer Berg für den Ausgang einer Bundestagswahl – dieser Gedanke scheint Habeck in seiner Begeisterung über „nette Reaktionen" auf seine Videos schlicht nicht zu kommen.
Die New York Times widerspricht – und die ist wahrlich kein Trump-Blatt
Besonders pikant wird es, wenn der Widerspruch ausgerechnet aus jener Welt kommt, die Habeck zu verstehen glaubt. Während er das Ende Trumps herbeifantasiert, zeichnet die New York Times – wahrlich kein Kampfblatt der Republikaner – in ihrem Podcast „The Daily" ein weitaus differenzierteres Bild. Unter dem Titel „Why Trump Voters are torn over Minneapolis" wurden explizit jene Wähler befragt, die Habeck bereits aus dem Trump-Lager aussortiert hat.
Ja, es gibt Risse. Die Tötung von US-Bürgern durch ICE-Bundespolizisten habe selbst treue Anhänger ins Grübeln gebracht. Wähler äußerten tiefe Zweifel an ihrem Vertrauen in die Regierung, wenn staatliche Gewalt derart exzessiv ausufere. Doch wer daraus einen automatischen Umschwung ableitet, verkennt die Psychologie des amerikanischen Wählers fundamental.
Viele Trump-Unterstützer, darunter Bauunternehmer und Handwerker, stünden weiterhin unverdrossen hinter der harten Linie gegen illegale Einwanderung. Sie sähen ihre wirtschaftlichen Interessen bedroht und ihre Arbeitsplätze gefährdet. Der Unmut über die Methoden in Minneapolis führe bei ihnen nicht zur Abkehr vom Idol, sondern lediglich zu einer Kritik am Handwerk der Umsetzung. Für viele bleibe die Alternative – ein Sieg der Demokraten – schlicht das größere Übel.
Deutsches Wunschdenken als außenpolitische Analyse
Habecks Analyse scheitert an genau jenem Punkt, an dem die gesamte deutsche US-Berichterstattung seit Jahren krankt: am Wunschdenken. Die eigene Hoffnung wird mit empirischer Beobachtung verwechselt. Man möchte den „autoritären Ruck" besiegt sehen – und erklärt ihn deshalb vorschnell für beendet, sobald man drei engagierte Studenten getroffen hat. Dass die MAGA-Bewegung von Widersprüchen geradezu lebt und nicht durch akademische Hypothesen besiegt wird, sondern durch eine Politik, die die Sorgen der Menschen ernst nimmt – diese Lektion hätte Habeck eigentlich schon beim Thema Wärmepumpe lernen können.
Es ist ein Phänomen, das man in Deutschland leider nur allzu gut kennt. Dieselbe politische Klasse, die jahrelang die Sorgen der eigenen Bevölkerung ignorierte, die Energiepreise in astronomische Höhen trieb und jeden Kritiker als Populisten abkanzelte, maßt sich nun an, die Befindlichkeiten eines 330-Millionen-Volkes von einem Universitätscampus aus zu diagnostizieren. Die Hybris ist atemberaubend.
Ein Suchender in der eigenen Blase
Am Ende bleibt das Bild eines Rastlosen, der von Arktis-Konferenz zu Elite-Universität eilt und das Bad in der akademischen Menge sichtlich genießt. Ein politisches Jetset-Leben, das sich wunderbar in kurzen Instagram-Clips inszenieren lässt, aber wenig Substanz für eine reale Einschätzung der Weltlage bietet. Trump ist nicht am Ende, nur weil man sich in Harvard darüber einig ist. Wer das nicht erkennt, könnte bei den kommenden Midterm-Wahlen ebenso überrascht sein wie damals, als viele Menschen in Deutschland plötzlich keine Lust mehr auf teure Heizungsexperimente hatten.
Die Welt ist kein Hörsaal. Und Robert Habeck ist, trotz aller Tourneen und trotz seines Doktortitels, noch immer ein Suchender, der die Antworten dort zu finden hofft, wo er sich am wohlsten fühlt: in der eigenen Blase. Dass ausgerechnet ein Mann, dessen Partei bei der letzten Bundestagswahl krachend scheiterte und der selbst als Kanzlerkandidat grandios unterging, nun anderen Staatsoberhäuptern das politische Ende prophezeit – man könnte es Chuzpe nennen. Oder einfach nur grüne Naivität in Reinform.
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