
Handelspolitischer Durchbruch: Indien öffnet seine Tore für europäische Automobile

Während die Weltwirtschaft unter dem Druck amerikanischer Strafzölle ächzt und die Handelsbeziehungen zwischen den großen Wirtschaftsblöcken zunehmend angespannt sind, zeichnet sich zwischen der Europäischen Union und Indien ein bemerkenswerter Lichtblick ab. Der Subkontinent, lange Zeit als nahezu uneinnehmbare Festung für ausländische Automobilhersteller bekannt, scheint seine protektionistischen Mauern endlich einreißen zu wollen.
Von 110 auf 40 Prozent: Ein historischer Zollabbau
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters plant die indische Regierung unter Ministerpräsident Narendra Modi eine drastische Senkung der Importzölle auf europäische Fahrzeuge. Die bisherigen Abgaben von bis zu 110 Prozent – ein Wert, der jeden Importeur in die Verzweiflung treiben musste – sollen auf 40 Prozent fallen. Bereits am Dienstag könnte der Abschluss der langwierigen Verhandlungen offiziell verkündet werden.
Für deutsche Automobilkonzerne wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW wäre dies ein Geschenk des Himmels. Denn seien wir ehrlich: Der indische Markt mit seinen 4,4 Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr war für europäische Hersteller bislang kaum mehr als ein Randphänomen. Weniger als vier Prozent Marktanteil – das ist für Premiummarken mit Weltruf geradezu beschämend.
Die Krux liegt im Detail
Doch wie so oft bei internationalen Handelsabkommen steckt der Teufel im Detail. Die Zollsenkung soll zunächst nur für Fahrzeuge mit einem Importpreis von mehr als 15.000 Euro gelten – und das auch nur für eine begrenzte Quote von rund 200.000 Verbrennerfahrzeugen jährlich. Elektrofahrzeuge bleiben in den ersten fünf Jahren sogar vollständig von den Vergünstigungen ausgenommen. Ein geschickter Schachzug der indischen Regierung, um die heimischen Hersteller Mahindra und Tata Motors im zukunftsträchtigen E-Mobilitätssektor zu schützen.
Langfristig sollen die Zölle sogar auf zehn Prozent sinken. Ein Wert, der europäischen Herstellern endlich einen fairen Wettbewerb auf dem drittgrößten Automarkt der Welt ermöglichen würde.
Ein Abkommen mit strategischer Tragweite
Das Freihandelsabkommen, das in Indien bereits als „Mutter aller Abkommen" bezeichnet wird, kommt zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt. Während US-Präsident Donald Trump mit seinen drakonischen Zöllen von 20 Prozent auf EU-Importe und 50 Prozent auf indische Waren die globalen Handelsströme durcheinanderwirbelt, suchen beide Seiten nach alternativen Partnerschaften.
Für Indien bedeutet das Abkommen nicht nur günstigere europäische Autos, sondern auch bessere Exportchancen für Textilien und Schmuck – Branchen, die unter den amerikanischen Strafzöllen besonders leiden. Bis 2030 soll der indische Automarkt auf sechs Millionen Einheiten jährlich wachsen. Ein Kuchen, von dem europäische Hersteller endlich ein größeres Stück abbekommen könnten.
Die Dominanz der Asiaten wackelt
Bislang wird der indische Markt vom japanischen Hersteller Suzuki sowie den heimischen Marken Mahindra und Tata dominiert, die zusammen zwei Drittel des Marktes kontrollieren. Diese Vormachtstellung könnte nun ins Wanken geraten. Einige europäische Unternehmen planen bereits neue Investitionen auf dem Subkontinent.
Für die deutsche Automobilindustrie, die ohnehin unter dem Transformationsdruck zur Elektromobilität und den Folgen der verfehlten Energiepolitik der vergangenen Jahre leidet, wäre ein erfolgreicher Markteintritt in Indien ein dringend benötigter Hoffnungsschimmer. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz diese Chance erkennt und die europäischen Verhandlungsführer entsprechend unterstützt.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen in Automobilaktien oder andere Wertpapiere sollten stets auf Basis eigener Recherchen und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Jeder Anleger trägt die volle Verantwortung für seine eigenen Anlageentscheidungen.
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