
Harald Martenstein: Ein unbeugsamer Sprachkünstler erhält verdiente Auszeichnung
In einer Zeit, in der die deutsche Sprache zunehmend durch Gender-Sternchen verstümmelt, durch politische Korrektheit weichgespült und durch ideologische Sprachpolizei in ein enges Korsett gezwängt wird, setzt die Henning-Kaufmann-Stiftung ein bemerkenswertes Zeichen. Der Publizist Harald Martenstein erhält den Deutschen Sprachpreis 2026 – und man darf getrost sagen: Es gibt kaum einen würdigeren Empfänger.
Ein Meister der Feder, der sich nicht verbiegen lässt
Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll dem 72-Jährigen am 12. Juni in Kassel überreicht werden. Die Laudatio werde niemand Geringeres als Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) halten – eine durchaus interessante Konstellation, bedenkt man Martensteins bisweilen unbequeme Positionen gegenüber dem politischen Establishment jeglicher Couleur.
Die Begründung der Stiftung liest sich wie ein Manifest gegen den Zeitgeist: Martenstein beherrsche sein „publizistisches Handwerk meisterhaft" und übe es in Verantwortung für die deutsche Sprache aus. Sein Deutsch sei zeitgemäß, seine Texte witzig und reflektiert, teilweise sarkastisch – „aber nie ins Korsett politischer Korrektheit eingeschnürt". Man möchte fast meinen, die Stiftung habe damit nicht nur einen Autor gewürdigt, sondern gleichzeitig eine schallende Ohrfeige an all jene verteilt, die glauben, Sprache müsse vor allem eines sein: konform.
Der Preis der Unabhängigkeit
Dass Martenstein für seine sprachliche Unbeugsamkeit auch Kritik habe einstecken müssen, wie die Stiftung diplomatisch formulierte, ist eine geradezu groteske Untertreibung. Die Stationen seiner jüngeren Karriere lesen sich wie ein Lehrstück über den Zustand der deutschen Medienlandschaft.
Bis 2022 schrieb Martenstein eine Kolumne beim Tagesspiegel. Dann wagte er es, in einem Text über das Tragen von Judensternen auf Corona-Demonstrationen zu differenzieren. Er nannte die Praxis „eine Anmaßung, auch eine Verharmlosung", argumentierte aber, sie sei „sicher nicht antisemitisch", da die Träger sich mit verfolgten Juden identifizierten. Eine Meinung, über die man streiten kann und darf – in einer funktionierenden Demokratie. Doch statt den Diskurs zu führen, distanzierte sich die Chefredaktion von dem Beitrag und löschte ihn kurzerhand. Martenstein verließ die Zeitung.
Vom Tagesspiegel über die Zeit zur Bild
Danach fand er bei der Zeit eine neue publizistische Heimat, wo er bis 2026 eine Kolumne verfasste. Teile dieser Texte sprach er auch für den RBB ein, der sie als Radiokolumne sendete. Doch auch hier zeigte sich das bekannte Muster: Anfang Februar machte Martenstein öffentlich, dass sich der öffentlich-rechtliche Sender teilweise geweigert habe, seine Kolumnen zu veröffentlichen. Ein Sender, wohlgemerkt, der von Gebührengeldern aller Bürger finanziert wird – auch jener, die Martensteins Meinungen teilen. Heute schreibt er eine Kolumne für die Bild.
Eine Rede, die das Land aufwühlte
Erst vergangene Woche hatte Martenstein mit einer aufsehenerregenden Rede beim Theaterstück „Prozeß gegen Deutschland" für heftige Debatten gesorgt. Darin warf er Befürwortern eines AfD-Verbots vor, die Demokratie zu beschädigen. Eine Position, die man als mutig bezeichnen muss – oder schlicht als das, was früher einmal selbstverständlich war: die Verteidigung demokratischer Grundprinzipien, auch wenn einem die betroffene Partei nicht gefällt.
Denn genau hier liegt der Kern dessen, was Martenstein auszeichnet und was die Stiftung offenbar honorieren wollte. Es geht nicht darum, was jemand sagt, sondern darum, dass er es sagen darf – und es auch tut. In einer Medienlandschaft, die sich zunehmend in ideologischen Echokammern einrichtet, in der Redaktionen Texte löschen statt zu debattieren und öffentlich-rechtliche Sender Meinungen zensieren statt sie auszuhalten, ist ein Autor wie Martenstein nicht weniger als ein Leuchtturm.
Ein Signal gegen die Sprachpolizei
Die Verleihung des Deutschen Sprachpreises an Harald Martenstein ist mehr als eine literarische Auszeichnung. Sie ist ein kulturpolitisches Statement. In Zeiten, in denen selbst an Universitäten bestimmte Wörter auf Indexlisten landen, in denen Behörden krampfhaft gendern und in denen der öffentliche Diskurs immer enger wird, erinnert diese Preisvergabe daran, wozu die deutsche Sprache eigentlich fähig ist: zur präzisen, witzigen, unbequemen und vor allem freien Beschreibung der Wirklichkeit.
Man darf gespannt sein, welche Worte Martenstein bei der Preisverleihung finden wird. Eines steht fest: Es werden seine eigenen sein – ungefiltert, unzensiert und garantiert nicht politisch korrekt. Und genau das macht ihn in dieser Zeit so wertvoll.
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