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24.09.2026
09:46 Uhr
KI-generiert

„Hau ab!“: Reporter fragt nach Linken-Hilfe und wird weggeschubst

„Hau ab!“: Reporter fragt nach Linken-Hilfe und wird weggeschubst
Symbolbild: KI-generiert

Eigentlich wollte er nur zwei Fragen stellen, doch dann wurde es handgreiflich. Am Mittwoch hat der Journalist Iman Sefati in Berlin den Aktivisten Ibrahim Ibrahim vom „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee“ (VPNK) angesprochen. Er wollte wissen, wie stark der Mann die Linkspartei im Wahlkampf unterstützt habe. Das Video, das Sefati danach verbreitete, zeigt Geschrei und Gedränge. Am Ende mussten Polizisten eingreifen.

Eine Frage, zwei Rufe, ein Schubser

„Inwieweit haben Sie die Linke unterstützt?“ Mehr fragte Sefati zunächst nicht. Die Aufnahmen, die er am Mittwochabend auf X veröffentlichte, zeigen Ibrahims Antwort. Er habe mehrfach „Hau ab!“ gerufen und sei einfach weitergegangen.

Als der Reporter ihm folgte, wurde Ibrahim noch deutlicher: „Hau ab, habe ich gesagt. Ich möchte nicht sagen!“ Umstehende riefen „Verschwinde!“. Mehrere Personen hätten Sefati dann zur Seite gedrängt, eine Frau habe ihn geschubst. Erst die Polizei beendete die Szene.

Seine zweite Frage konnte Sefati gar nicht mehr stellen. Er wollte wissen, ob sich Ibrahim von Terrororganisationen distanziere. Eine Antwort darauf gibt es bis heute nicht.

Wer hinter dem VPNK steckt

Das VPNK ist keine harmlose Kiezinitiative. Laut Berliner Verfassungsschutz arbeiten unter dieser Dachbezeichnung seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 Anhänger der islamistischen Hamas und der linksextremistischen „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) eng zusammen. Der Senat stuft die Gruppen als verfassungsfeindlich ein. Allein der Hamas rechnen die Behörden in der Hauptstadt rund 200 Personen zu.

Medienberichten zufolge organisiert das Komitee fast jede Woche anti-israelische Demonstrationen in Berlin. Dort werde Israel regelmäßig Völkermord vorgeworfen, und die Israelis würden als „Besatzer“ bezeichnet. Wer so redet, spricht dem jüdischen Staat im Kern das Existenzrecht ab.

Jubel auf der Wahlparty

Brisant wird die Sache durch den Zeitpunkt. Am Sonntag ist die Linke bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus nach dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. 2023 lag sie noch bei 12,2 Prozent. Die schwarz-rote Landesregierung ist abgewählt. Mit Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte erstmals eine Linke das Rote Rathaus übernehmen.

Ibrahim feierte am Wahlabend mit. Auf der Party der Linken ließ er sich mit dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak fotografieren. Auf Facebook veröffentlichte er zudem ein Foto mit der Neuköllner Linken-Politikerin Vanessa Emde und schrieb auf Deutsch und Arabisch:

„Ich bin stolz darauf, dass wir bereits im vergangenen Jahr eine klare Entscheidung getroffen haben, Die Linke zu unterstützen.“

Man habe die Botschaft der Partei unter Arabern und Palästinensern verbreitet. Diese Entscheidung sei nach Gesprächen gefallen, spontan sei sie nicht gewesen. Mit wem er diese Gespräche geführt haben will, schreibt Ibrahim nicht. In einer arabischen Erklärung, die auf TikTok verbreitet wurde, beansprucht das VPNK ebenfalls einen Anteil am Wahlerfolg. Seine Mitglieder hätten bei der Mobilisierung und beim Kontakt zu Wählern geholfen.

Die Linke und ihre alten Beteuerungen

Neu ist diese Nähe nicht. Schon im August 2025 hatte ein Fest der Linken in Neukölln für Aufsehen gesorgt, weil das VPNK auf einem Werbeplakat stand. Die damalige Landesvorsitzende Kerstin Wolter stellte laut dpa klar:

„Organisationen und Personen, die der Hamas nahestehen oder ihren Terror billigen, sind definitiv keine Bündnispartner für uns.“

Ein Jahr später lässt sich ein VPNK-Vertreter mit Abgeordneten ablichten und nennt die Unterstützung eine bewusste Entscheidung. Wie passt das zu den Beschlüssen der Partei? Hier muss die Linke Antworten liefern und darf sie nicht schuldig bleiben, erst recht nicht, wenn sie bald die Hauptstadt regieren will.

Die Szene vom Mittwoch zeigt vor allem eines: Kritische Fragen sind in diesem Milieu offenbar nicht vorgesehen. Wenn ein Reporter mitten in Berlin weggestoßen wird, weil er nach Geld, Hilfe und Terror fragt, geht es längst nicht mehr nur um eine Partei. Dann geht es um die Pressefreiheit selbst.

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