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Kettner Edelmetalle
07.05.2026
06:09 Uhr

Hormus-Poker: Warum ein USA-Iran-Deal die Ölkrise sogar verschlimmern könnte

Hormus-Poker: Warum ein USA-Iran-Deal die Ölkrise sogar verschlimmern könnte

Die Welt schaut nach Washington, blickt nach Teheran und hofft auf den großen diplomatischen Befreiungsschlag. Doch wer glaubt, eine Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran werde die festgefahrene Lage an der Straße von Hormus binnen Stunden auflösen, dürfte schmerzhaft enttäuscht werden. Die Analysten von RBC Capital Markets warnen jedenfalls eindringlich: Selbst im Fall einer Einigung drohe der globale Ölmarkt nicht etwa zur Ruhe zu kommen, sondern in eine neue, womöglich noch tückischere Phase einzutreten.

Trump sucht den Ausweg – doch Teheran zögert

US-Präsident Donald Trump verkündete vollmundig „große Fortschritte" und setzte die Initiative „Project Freedom" zur Begleitung von Handelsschiffen durch die strategisch entscheidende Meerenge aus. Parallel dazu berichtete das Portal Axios von einem 14-Punkte-Plan, der eine Waffenruhe, die schrittweise Öffnung der Straße von Hormus, mögliche Sanktionserleichterungen und Gespräche über die iranische Urananreicherung umfassen solle. Washington habe bereits eine kompakte Absichtserklärung vorgelegt, hieß es aus Kreisen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Doch während aus dem Weißen Haus Optimismus schallt, gibt sich Teheran auffallend zurückhaltend. Eine indirekte Bestätigung der Prüfung – mehr nicht. Von einer finalen Zustimmung könne keine Rede sein. Die Schifffahrtsbranche reagiert entsprechend nüchtern: Reedereien meiden die Region weiterhin wie ein Pulverfass, da die Sicherheitslage als völlig unberechenbar gelte. Die Blockade iranischer Häfen sei zudem bislang nicht aufgehoben worden.

Die unbequeme Rechnung der Analysten

RBC Capital Markets rund um Helima Croft schüttet kaltes Wasser in den diplomatischen Champagner. Eine Einigung werde „voraussichtlich nicht zu einer sofortigen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs und zu umfangreichen Produktionsneustarts führen", so die Einschätzung. Im Klartext: Eine 30-tägige Verhandlungsphase könne nach aktuellen Schätzungen dazu führen, dass weitere 450 Millionen Barrel Rohöl und Raffinerieprodukte schlicht vom Markt verschwinden.

Damit nicht genug. Die Schlagzeilen über ein vermeintlich nahendes Ende des Konflikts haben die Futures-Preise zuletzt sinken lassen – ein vermeintlich gutes Zeichen für Verbraucher und Industrie. Doch genau hier liegt nach Ansicht der Analysten der gefährliche Trugschluss: Fallende Preise erschwerten „die notwendige Nachfragereduktion, um die gewaltige Angebotsstörung vor dem Sommer auszugleichen". Mit anderen Worten: Wer jetzt billiges Öl bunkert, in der Hoffnung, der Spuk sei bald vorbei, könnte den Markt geradewegs in die nächste Versorgungslücke treiben.

Aktienmärkte feiern, Ölhändler zittern

Die Finanzmärkte ließen sich von der diplomatischen Hoffnung naturgemäß sofort beflügeln. S&P 500 und Nasdaq 100 erklommen gestützt durch die fallenden Ölpreise neue Rekordstände. Brent-Öl notierte am Donnerstagmorgen bei 101,85 Dollar – ein leichtes Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorabend, nachdem das Nordsee-Öl am Mittwoch zuvor um satte 7,8 Prozent eingebrochen war. Eine Rally, die auf einem ziemlich dünnen Fundament steht, sollte der erhoffte Deal nicht halten, was die Schlagzeilen versprechen.

Geopolitik trifft Realität: Was Anleger wissen müssen

Der Konflikt am Persischen Golf zeigt einmal mehr, wie verletzlich die globalen Energie- und Finanzmärkte gegenüber geopolitischen Schocks sind. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls passiert die Straße von Hormus – ein Nadelöhr, das in den vergangenen Monaten zum Brennpunkt einer Eskalation wurde, deren Folgen Verbraucher in Europa und insbesondere in Deutschland längst an den Tankstellen und in den Heizkostenabrechnungen spüren. Während Berlin sich weiterhin in ideologisch motivierter Energiepolitik verliert und das Land Schritt für Schritt von zuverlässigen Energiequellen abkoppelt, zeigen sich die Schwachstellen einer Politik, die auf Wunschdenken statt auf Realismus setzt.

In Zeiten, in denen ein einziger Tweet aus Washington oder eine Drohgebärde aus Teheran ganze Indizes auf Achterbahnfahrt schickt, gewinnt die alte Frage nach krisenfesten Vermögenswerten neue Brisanz. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in geopolitischen Verwerfungen seit Jahrtausenden bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – ganz ohne Diplomaten, ganz ohne Absichtserklärungen, ganz ohne politisches Wohlwollen. Eine kluge Beimischung zum eigenen Portfolio kann gerade in solchen Phasen das nötige Fundament liefern, das schwankende Aktien- oder Ölnotierungen nicht bieten können.

Fazit: Diplomatie ist kein Lichtschalter

Wer auf eine schnelle Normalisierung am Ölmarkt setzt, dürfte sich verkalkulieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus der Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran tatsächlich ein belastbarer Frieden erwächst, steht in keinem Verhältnis zur Euphorie der Schlagzeilen. Verhandlungen brauchen Zeit, Vertrauen muss wachsen – und genau diese Zeit könnte dem Markt fehlen, bevor der Sommer das Nachfrageniveau in die Höhe treibt.

Hinweis: Die in diesem Artikel dargestellten Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar. Sie geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich. Eine Haftung für etwaige Verluste oder Schäden, die aus der Nutzung dieser Informationen entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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