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Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien: Die Milliarden-Rechnung für Riad!

Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien: Die Milliarden-Rechnung für Riad!
Symbolbild: KI-generiert

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben zwischen dem 10. und 29. Oktober in mindestens acht Erklärungen Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien für sich reklamiert. Getroffen worden seien Flughäfen, Militärbasen und vor allem die Lebensader des Königreichs: die Ölexportkette von Aramco. Riad schweigt dazu weitgehend. Wenn auch nur ein Teil der Behauptungen stimmt, steht die Ölmonarchie vor einer Rechnung, die sie sich nicht leisten will.

Eine Zielliste wie ein Bauplan

Militärsprecher Yahya Saree verkündete die Angriffe nacheinander. Seine Liste wirkt alles andere als zufällig. Der internationale Flughafen King Khalid in Riad taucht in sieben Erklärungen auf. Saree habe ihn zum „militärischen Ziel“ erklärt und Fluggesellschaften gewarnt, ihn anzufliegen. Dazu kommen nach Huthi-Angaben die Flughäfen in Dammam, Abha und Nadschran.

Noch brisanter ist die Liste der Energieziele. Laut den Huthi-Erklärungen wurden unter anderem getroffen:

  • der Aramco-Komplex in Yanbu am Roten Meer (dreimal)
  • die Ost-West-Pipeline samt Pumpstationen (zweimal)
  • die Raffinerien Ras Tanura und Rabigh (je zweimal)
  • die Anlage Abkaik, das Feld Schaiba und die Aramco-Zentrale in Dhahran

Die saudische Seite hat die meisten dieser Angaben nicht bestätigt. Unabhängig überprüfen lassen sie sich derzeit nicht.

Jedes Glied der Kette im Visier

Erst auf der Landkarte zeigt sich, wie heikel die Lage ist. Da die Straße von Hormus für den normalen Schiffsverkehr gesperrt ist, hängt Saudi-Arabien an einer einzigen Exportroute. Das Rohöl kommt aus den Feldern im Osten und wird in Abkaik mit einer Kapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag aufbereitet. Danach fließt es durch die rund 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline nach Yanbu.

Die Huthi behaupten, jede Station dieser Kette getroffen zu haben. Ein Beobachter aus der Region will erfahren haben, dass bereits vier der elf Pumpstationen schwer beschädigt und außer Betrieb seien. Wer sich erinnert: Schon im September 2019 legte ein Angriff auf Abkaik und Churais über Nacht 5,7 Millionen Barrel pro Tag lahm. Das war die Hälfte der saudischen Förderung.

Die Rechnung in Zahlen

Am 28. Oktober kostete ein Barrel Brent rund 115 Dollar. Würden die Exporte über Yanbu, zuletzt etwa fünf Millionen Barrel täglich, nur halbiert, fehlten Riad grob 290 Millionen Dollar pro Tag. Das wären rund 8,6 Milliarden im Monat. Bei einem Totalausfall wären es mehr als 17 Milliarden Dollar monatlich. Hinzu kommen Raffinerien mit weit über einer Million Barrel Tageskapazität. Ein Ölstaat, der womöglich Diesel importieren muss: Das ist fast schon Satire.

Vision 2030 unter Beschuss

Kaputte Rohre lassen sich schweißen. Der politische Schaden für Kronprinz Mohammed bin Salman wiegt schwerer. Seine Vision 2030 soll das Königreich zum globalen Zentrum für Investitionen und Tourismus machen. Dafür braucht es vor allem eines, nämlich Sicherheit.

Medienberichten zufolge kamen beim Angriff auf den Flughafen Riad am 10. Oktober mindestens zwölf Menschen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Der Airport war vom 11. bis 18. Oktober geschlossen. Am 19. Oktober verschob Riad die „Future Investment Initiative“ auf 2027. Zu der Konferenz, auch „Davos in der Wüste“ genannt, hatten sich Größen wie Jamie Dimon (JPMorgan) und Larry Fink (BlackRock) angekündigt. Für ein Land, das sich als Investitionsparadies verkauft, ist das ein verheerendes Signal.

Dazu kommt die militärische Blamage. Im Mai 2025 unterzeichnete Riad mit Washington ein Rüstungspaket über 142 Milliarden Dollar, das größte der Geschichte. Trotzdem wollen die Huthi zweimal das Verteidigungsministerium in Riad getroffen haben. Kritiker fragen deshalb, was all die Milliarden eigentlich gebracht haben.

Was das für Anleger bedeutet

Selbst wenn Saree maßlos übertreiben sollte, ändert das wenig: Die Huthi müssen Aramco gar nicht zerstören. Es reicht, wenn Airlines, Versicherer und Investoren das Königreich für ein Kriegsgebiet halten. Für Europa heißt das teure Energie, wacklige Lieferketten und neuen Inflationsdruck. In solchen Zeiten zeigt sich, warum physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio seit Jahrhunderten als Krisenschutz gelten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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