
Iran-Krieg erschüttert die Weltwirtschaft: Stagflationsgespenst geht um
Was viele Beobachter seit Wochen befürchtet haben, wird nun durch harte Wirtschaftsdaten untermauert: Der bewaffnete Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hinterlässt bereits nach knapp vier Wochen tiefe Spuren in den größten Volkswirtschaften der Welt. Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes zeichnen ein beunruhigendes Bild – von Washington über Frankfurt bis Tokio.
Energiepreisschock trifft die Weltwirtschaft ins Mark
Die faktische Schließung der Straße von Hormus – jener Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird – hat die Energiepreise in die Höhe katapultiert. Öl, Gas und verwandte Produkte verteuern sich rasant, und dieser Preisschub wirkt wie ein doppelter Hammerschlag auf die globale Ökonomie: Er treibt die Inflation nach oben und würgt gleichzeitig das Wachstum ab. Eine toxische Kombination, die Ökonomen als Stagflation bezeichnen – jenes gefürchtete Szenario, das in den 1970er-Jahren ganze Volkswirtschaften in die Knie zwang.
Die Einkaufsmanagerumfragen von S&P Global, die am Dienstag veröffentlicht wurden, liefern den bislang umfassendsten Überblick über die wirtschaftlichen Verwerfungen des Konflikts. Und die Zahlen sind alles andere als ermutigend.
Eurozone am Rande der Stagnation
In den 21 Ländern der Eurozone ist das Wachstum des privaten Sektors im März nahezu zum Erliegen gekommen. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex fiel auf 50,5 Punkte – ein Zehn-Monats-Tief und deutlich unter den Erwartungen. Im Februar hatte der Wert noch bei 51,9 gelegen. Zur Erinnerung: Alles über 50 signalisiert noch Wachstum, doch die Richtung ist unmissverständlich.
Besonders alarmierend: Die Indikatoren für Einkaufs- und Verkaufspreise im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone zeigten drastische Anstiege. In Frankreich brach das Geschäftsvertrauen regelrecht ein, während in Deutschland das Wachstum des privaten Sektors auf ein Drei-Monats-Tief absackte. Chris Williamson, Chefökonom bei S&P Global Market Intelligence, sprach von „Stagflations-Alarmglocken", die in der Eurozone schrillen würden.
Für die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft, die unter den Altlasten einer verfehlten Energiepolitik der vergangenen Jahre leidet, kommt dieser externe Schock zur denkbar ungünstigsten Zeit. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat gerade erst ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg gebracht, das die Infrastruktur modernisieren soll – finanziert auf Pump, versteht sich. Nun drohen steigende Energiekosten diese Pläne zusätzlich zu verteuern und die Inflation weiter anzuheizen. Der deutsche Steuerzahler wird einmal mehr die Zeche zahlen.
USA: Auch die größte Volkswirtschaft wankt
Jenseits des Atlantiks sieht es kaum besser aus. Der zusammengesetzte PMI-Index für die Vereinigten Staaten rutschte auf 51,4 Punkte ab – der niedrigste Stand seit April des Vorjahres und der zweite monatliche Rückgang in Folge. Besonders der Dienstleistungssektor, das Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft, schwächelte spürbar. Höhere Energiepreise schüren die Inflationsängste, während das Geschäftsklima eintrübt und die Beschäftigungsaussichten im privaten Sektor sich verschlechtern.
Für US-Präsident Donald Trump, der sich in seiner zweiten Amtszeit ohnehin mit den Folgen seiner aggressiven Zollpolitik herumschlagen muss, kommt der Konflikt zur Unzeit. Die 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren belasten die amerikanische Wirtschaft bereits erheblich. Nun kommen explodierende Energiekosten hinzu – ein perfekter Sturm, der Trumps wirtschaftspolitische Agenda ernsthaft gefährden könnte.
Großbritannien und Japan ebenfalls betroffen
In Großbritannien wuchs die Geschäftstätigkeit so langsam wie seit sechs Monaten nicht mehr, während die Einkaufskosten der Hersteller mit der höchsten Rate seit 1992 – wohlgemerkt seit über drei Jahrzehnten – stiegen. Japan verzeichnete mit einem Rückgang des zusammengesetzten PMI von 53,9 auf 52,5 den langsamsten Anstieg seit drei Monaten. Selbst Indien, das rund 90 Prozent seines Rohöls und fast die Hälfte seines Erdgases importiert, erlebte das schwächste Wachstum des privaten Sektors seit drei Jahren.
Wie lange wird der Schmerz anhalten?
Die entscheidende Frage, die Ökonomen und Zentralbanker weltweit umtreibt, lautet: Wie lange wird dieser Zustand andauern? Nicola Nobile von Oxford Economics betonte, das Szenario hänge maßgeblich von der Dauer des Konflikts und der Entwicklung der Energiepreise ab. Doch es wächst die Erkenntnis, dass die wirtschaftlichen Folgen keineswegs kurzlebig sein dürften – zu groß seien die Schäden an der Energieinfrastruktur in der Golfregion, die durch iranische Vergeltungsschläge als Reaktion auf amerikanische und israelische Raketenangriffe verursacht wurden.
Die OECD warnte bereits vergangene Woche, es sei zwar noch zu früh, die Auswirkungen des Konflikts auf das globale Wachstum zu beziffern, verwies jedoch auf ein „erhebliches Abwärtsrisiko" für die Weltwirtschaft. Von einer globalen Rezession sprechen die meisten Experten noch nicht – aber das Wort „noch" sollte man in diesem Zusammenhang besonders betonen.
Die westlichen Verbündeten stehen zudem vor einem logistischen Albtraum: Die Sicherung der Straße von Hormus für den Energietransport erweist sich als weitaus schwieriger als erwartet. Ein ähnlicher Versuch im Roten Meer gegen die jemenitischen Huthis kostete Milliarden und scheiterte letztlich. Die Hormus-Passage dürfte eine noch größere Herausforderung darstellen.
Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, explodierender Energiepreise und drohender Stagflation zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden als ultimativer Wertspeicher gelten. Während Aktienmärkte schwanken, Anleiherenditen unter dem Druck steigender Inflation erodieren und Währungen an Kaufkraft verlieren, bieten Edelmetalle genau jenen Schutz, den verunsicherte Anleger in solchen Krisenzeiten suchen. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle in einem breit gestreuten Portfolio ernsthaft in Betracht ziehen.
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