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Kettner Edelmetalle
02.04.2026
05:55 Uhr

Irans eiserner Griff: Wie Teheran die Straße von Hormuz zur Mautstelle umfunktioniert

Was sich derzeit in einer der sensibelsten Wasserstraßen der Welt abspielt, hat das Potenzial, die globale Energieversorgung auf Jahre hinaus zu erschüttern. Iran hat die Straße von Hormuz – jene schmale Passage, durch die täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt – faktisch in einen Kontrollpunkt verwandelt. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge um unfassbare 90 Prozent eingebrochen. Was bleibt, ist ein von Teheran kontrollierter Nadelöhr-Korridor nördlich der Insel Larak.

Die Geburt einer neuen Weltordnung auf dem Wasser

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) hat einen de facto „Mautschalter" an der wichtigsten Ölschlagader des Planeten errichtet. Schiffe, die passieren wollen, müssen sich bei IRGC-nahen Vermittlern anmelden, detaillierte Dokumentationen einreichen – von der IMO-Nummer über Besatzungslisten bis zum Endziel der Fracht. Erst nach Prüfung und Freigabe erhalten sie einen Clearance-Code und werden von iranischen Booten durch die Territorialgewässer rund um Larak Island eskortiert. Wer die Prüfung nicht besteht, wird zurückgeschickt. So einfach, so brutal.

Nahezu alle 57 seit dem 13. März registrierten Durchfahrten haben den Umweg über den schmalen Kanal nördlich von Larak genommen. Die normale Route? Praktisch verwaist. Schiffe stauen sich vor der Insel und warten auf Freigabe – ein Bild, das an Grenzübergänge in Krisengebieten erinnert, nicht an eine internationale Schifffahrtsroute.

Teheran kassiert – und zwar in Yuan

Besonders brisant: Irans Parlament hat am Dienstag ein Gesetz verabschiedet, das die Erhebung von Transitgebühren formalisieren soll. Damit würde Teheran seine finanzielle Kontrolle über den Engpass institutionalisieren. Mindestens zwei Schiffe hätten bereits Gebühren an die iranischen Behörden entrichtet – bezahlt in chinesischem Yuan. Eine dieser Transaktionen sei über ein chinesisches Schifffahrtsdienstleistungsunternehmen als Vermittler abgewickelt worden, wie die Schifffahrtsforschungsfirma Lloyd's List Intelligence berichtete.

Dass ausgerechnet der Yuan als Zahlungsmittel dient, ist kein Zufall. Es ist ein weiteres Mosaiksteinchen in Pekings unermüdlichem Bestreben, den US-Dollar als Weltreservewährung zu untergraben. Wer glaubt, dies seien isolierte Vorgänge ohne geopolitische Tragweite, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Wer darf passieren – und wer nicht?

Iran priorisiert bei der Durchfahrt ganz offensichtlich befreundete Nationen. Unter den registrierten Passagen finden sich überwiegend iranische, griechische und chinesische Schiffe, vereinzelt auch Verbindungen nach Pakistan und Indien. Mehrere Regierungen – darunter Indien, Pakistan, Irak, Malaysia und China – sollen sich in direkten Gesprächen mit Teheran befinden, um Transitgenehmigungen zu koordinieren.

Zwei Mega-Containerschiffe des chinesischen Staatskonzerns Cosco Shipping hätten die Larak-Route Anfang dieser Woche erfolgreich passiert, nachdem sie zunächst abgewiesen worden seien. Es handele sich um die erste bestätigte Durchfahrt eines großen chinesischen Containerfrachtführers seit Kriegsbeginn. Pekings Außenministerium bestätigte, dass drei chinesische Schiffe kürzlich die Straße von Hormuz durchquert hätten – mit „Unterstützung und Koordination der relevanten Seiten", wie es diplomatisch verklausuliert hieß.

Indien wiederum habe sichere Durchfahrten für indische Tanker ohne Zahlung und ohne vorherige Genehmigung ausgehandelt. Der indische LPG-Tanker „Pine Gas" sei auf Anweisung der IRGC-Kommandeure zum Larak-Kanal umgeleitet und von indischen Kriegsschiffen eskortiert worden – ohne Transitgebühr zu entrichten.

Völkerrecht? Interessiert Teheran wenig

Dass Irans Vorgehen mit dem internationalen Seerecht vereinbar wäre, darf getrost bezweifelt werden. Unter dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen habe Iran keinerlei Rechtsgrundlage, pauschale Transitgebühren für Schiffe zu erheben, die die Straße von Hormuz passieren, erklärte Shahla Ali, Rechtsprofessorin an der Universität Hongkong. Zwar könnten Staaten angemessene, nicht-diskriminierende Gebühren für tatsächlich erbrachte Dienstleistungen in ihren Territorialgewässern erheben – etwa für Lotsenführung oder Umweltschutzmaßnahmen. Doch eine einseitige parlamentarische Maßnahme zur Erhebung einer breiten Transitgebühr stehe im Widerspruch zum etablierten internationalen Seerecht.

Vergleiche mit dem Suez- oder Panamakanal gehen dabei völlig fehl. Beide Kanäle sind künstlich geschaffene Wasserstraßen, die von souveränen Staaten gebaut, unterhalten und betrieben werden – ein juristischer Unterschied, der das Recht zur Gebührenerhebung begründet. Die Straße von Hormuz hingegen ist eine natürliche Meerenge. Doch wann hat sich Teheran je um solche Feinheiten geschert?

Die Lehren für Europa – und für Deutschland

Während sich die Großmächte China und Indien pragmatisch mit dem neuen Regime arrangieren, stellt sich die Frage, wo Europa in diesem geopolitischen Schachspiel steht. Die Antwort ist so ernüchternd wie vorhersehbar: am Rand. Die Energieabhängigkeit des Kontinents – und insbesondere Deutschlands – von globalen Lieferketten wird einmal mehr schmerzhaft offenbar. Jahre der ideologiegetriebenen Energiepolitik, der Abkehr von verlässlichen Energiequellen und der naiven Hoffnung auf eine Welt, in der alle Akteure nach den gleichen Regeln spielen, rächen sich nun.

Die Eskalation im Persischen Golf treibt die Ölpreise in die Höhe und befeuert die ohnehin galoppierende Inflation. Für den deutschen Bürger bedeutet das: höhere Spritpreise, steigende Heizkosten und eine weitere Erosion der Kaufkraft. Und während Washington und Teheran widersprüchliche Signale senden, ob überhaupt ernsthaft verhandelt wird – Trump sprach davon, die US-Streitkräfte würden Iran in „zwei bis drei Wochen" verlassen, während Irans Außenminister Araghchi lediglich einen Nachrichtenaustausch bestätigte, der keine „Verhandlungen" darstelle –, bleibt die Lage hochexplosiv.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung. Wenn geopolitische Krisen die Energiemärkte erschüttern, Währungen unter Druck geraten und die Inflation die Ersparnisse auffrisst, erweist sich Gold seit Jahrtausenden als verlässlicher Anker. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen diversifiziert, schützt sich gegen genau jene Verwerfungen, die wir derzeit in Echtzeit beobachten können.

„Iran unternimmt sorgfältige Schritte, um sicherzustellen, dass nur bestimmte Schiffe passieren können, wobei Länder mit freundschaftlicheren Beziehungen oder Schiffe mit Verbindungen zum eigenen Handel bevorzugt werden."

— Bridget Diakun, Senior Risk and Compliance Analyst, Lloyd's List Intelligence

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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