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Kein Pass für Scharia-Fans: Dänemark macht die Einbürgerung dicht!

Kein Pass für Scharia-Fans: Dänemark macht die Einbürgerung dicht!
Symbolbild: KI-generiert

Dänemark zieht bei der Staatsbürgerschaft die Zügel an. Wer künftig den roten Pass will, soll vorher auf antidemokratische Einstellungen überprüft werden. Wer Terror verherrlicht, die Scharia befürwortet oder Homosexuellen ihre Rechte abspricht, soll leer ausgehen. Das hat die Regierung in Kopenhagen am 5. Oktober angekündigt.

Damit sendet ausgerechnet eine sozialdemokratisch geführte Regierung ein Signal, das man sich in Berlin kaum vorstellen kann.

Der Minister wird deutlich

Verantwortlich ist Ausländer- und Integrationsminister Morten Bødskov von den Sozialdemokraten. In der Mitteilung seines Ministeriums heißt es, die Staatsbürgerschaft solle nur bekommen, wer Dänemark gegenüber loyal sei und die Werte Freiheit, Gleichberechtigung und Liberalität teile. Bødskov selbst sagte:

„Natürlich sollten wir das nicht an Leute vergeben, die beispielsweise den Terror verherrlichen, für die Scharia eintreten und gegen die Rechte von Homosexuellen sind.“

Er brüstet sich zudem damit, sein Land habe die strengste Ausländerpolitik aller Zeiten. Und dabei solle es bleiben, betont der Minister. Ein Pass sei kein Verwaltungsvorgang, sondern ein Geschenk, das man sich verdienen müsse. So lautet die Botschaft aus Kopenhagen.

Stillstand für Tausende Antragsteller

Seit März 2026 liegen die Einbürgerungen auf Eis. Eine Expertengruppe prüft, wie sich eine solche Gesinnungsprüfung rechtlich und praktisch umsetzen ließe. Ihre Ergebnisse sollen nach Angaben des Ministeriums um den Jahreswechsel vorliegen.

Betroffen sind auch 2.055 Menschen, deren Verfahren schon weit fortgeschritten war. Ihr Gesetzentwurf scheiterte, weil er mit der Ausrufung der Parlamentswahl hinfällig wurde. Jetzt werden alle Fälle noch einmal komplett durchleuchtet. Eine Entscheidung soll im ersten Halbjahr 2027 fallen.

Die Debatte ist dabei nicht neu. Bereits im Dezember 2024 hatten dänische Medien über umstrittene „Gesinnungsgespräche“ berichtet, zu denen einzelne Bewerber im Einbürgerungsausschuss des Parlaments antreten mussten. Ob diese Praxis rechtlich haltbar war, blieb umstritten. Daraufhin setzte die Vorgängerregierung im September 2025 eine Arbeitsgruppe ein.

Einbürgerung per Parlamentsbeschluss

Viele Deutsche dürfte überraschen, wie das Verfahren in Dänemark funktioniert. Den Pass stellt dort nicht einfach eine Behörde aus. Zweimal im Jahr beschließt das Parlament ein eigenes Gesetz, das eine Namensliste aller erwachsenen Bewerber enthält, samt ihren Herkunftsländern. Die Abgeordneten beraten darüber und stimmen ab.

Auch die Hürden davor sind hoch. Wer nicht aus einem nordischen Land stammt, muss laut dem dänischen Außenministerium mindestens sieben Jahre im Land gelebt haben, bevor er überhaupt einen Antrag stellen darf. Außerdem werden ausreichende Dänischkenntnisse verlangt.

Für die geplante Neuregelung sucht Bødskov eine breite Mehrheit über die politische Mitte hinweg, darunter mindestens eine Partei rechts von der Regierung. Das Thema sei zu wichtig für knappe Mehrheiten, erklärte der Minister.

Und Deutschland?

Der Kontrast zu Berlin ist gewaltig. Die Ampel hatte 2024 die Einbürgerung massiv erleichtert: Die Regelfrist sank auf fünf Jahre, die doppelte Staatsbürgerschaft wurde zum Normalfall. Die „Turbo-Einbürgerung“ nach nur drei Jahren hat die Koalition von Friedrich Merz zwar wieder gekippt. Am Grundkurs hat sich aber wenig geändert.

Kritiker fragen deshalb seit Langem, warum ein Nachbarland mit sozialdemokratischer Regierung verlangen kann, dass sich künftige Staatsbürger zu Freiheit und Gleichberechtigung bekennen, während in Deutschland schon die bloße Debatte darüber als heikel gilt. Dänemark zeigt, dass eine Gesellschaft ihre Werte selbstbewusst einfordern darf, ohne sich zu entschuldigen.

Ob die geplante Gesinnungsprüfung am Ende juristisch hält, ist offen. Die Richtung ist aber klar: Kopenhagen will die eigene Staatsbürgerschaft nicht verschleudern. Mancher in Berlin könnte sich davon ein Beispiel nehmen.

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