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Kettner Edelmetalle
25.09.2026
12:15 Uhr
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Kerosin-Schock: Warum FedEx und UPS die Kriegszeche weiterreichen

Kerosin-Schock: Warum FedEx und UPS die Kriegszeche weiterreichen
Symbolbild: KI-generiert

Der Iran-Krieg, die gesperrte Straße von Hormus und der seit 2022 geschlossene russische Luftraum treiben die Kosten der weltweiten Expressfrachtdienste in die Höhe. Die US-Riesen FedEx und UPS stecken den Schock bislang erstaunlich gut weg. Das gelingt ihnen vor allem, weil sie die Kosten an ihre Kunden durchreichen. Am Ende zahlt der Verbraucher, und zwar über die Inflation.

Ölpreis-Achterbahn mit Ansage

Die Internationale Energieagentur nennt die fast vollständige Blockade der Meerenge von Hormus die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des Ölmarkts. Die Nordseesorte Brent stieg Ende März auf fast 118 Dollar, fiel bis Anfang Juli auf rund 70 Dollar und kletterte Anfang September wieder auf 109 Dollar. Zuletzt lag sie bei etwa 99 Dollar. Das sind immer noch rund 60 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

Kerosin hat sich noch stärker verteuert. Laut dem Luftfahrtverband IATA kostete ein Barrel Flugtreibstoff zuletzt im weltweiten Schnitt 194,90 Dollar, allein binnen einer Woche ein Plus von 7,4 Prozent. Bei FedEx stieg die Treibstoffrechnung im Quartal bis Ende Mai um 66 Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar.

Der Himmel wird eng

Schon seit 2022 dürfen westliche Fluggesellschaften wegen der Sanktionen nicht mehr über Russland fliegen. Chinesische, türkische, indische und arabische Airlines dürfen das weiterhin. Sie bieten deshalb schnellere und billigere Verbindungen zwischen Europa und Asien an. Die Sanktionen verschaffen damit ausgerechnet der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten einen dauerhaften Vorteil.

Ende Februar sperrten oder beschränkten dann acht Staaten im Nahen Osten ihren Luftraum. Der Flugverkehr musste durch einen schmalen Korridor im Kaukasus ausweichen, der an seiner engsten Stelle nur etwa 160 Kilometer breit ist. Nach Schätzungen des Analysehauses Xeneta fielen fast ohne Vorwarnung 16 bis 18 Prozent der weltweiten Luftfrachtkapazität weg. Die Frachtraten von Südasien nach Europa stiegen zeitweise um rund 50 Prozent.

Satte Zuschläge, schrumpfende Margen

FedEx steigerte seinen Umsatz im Quartal von März bis Mai um 13 Prozent auf 25 Milliarden Dollar. Fünf Prozentpunkte davon stammten aus den kriegsbedingten Treibstoffzuschlägen. Im US-Paketgeschäft am Boden lag der Zuschlag Mitte August bei 26 Prozent. UPS hob seine Umsatzprognose für 2026 auf 91,2 Milliarden Dollar an.

Ganz schmerzfrei läuft es trotzdem nicht. Der operative Gewinn von FedEx sank im Jahresvergleich um fast 22 Prozent. Kritiker bemängeln außerdem, dass keiner der beiden Konzerne erklärt habe, warum die Zuschläge so stark gestiegen seien. Ein Faktencheck fand keine Belege für flächendeckende Abzocke. Er stellte aber fest, dass einige Transportfirmen über Zuschläge mehr einnehmen, als sie für Treibstoff ausgeben.

Die Rechnung landet an der Kasse

Die OECD erwartet, dass die Inflation in den G20-Staaten 2026 auf 4,1 Prozent steigt. In den USA lag die Teuerung im August bei 3,4 Prozent. Die US-Notenbank Fed erhöhte am 16. September den Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Es war die erste Zinserhöhung seit 2023. Viele Notenbanker rechnen in diesem Jahr mit mindestens einem weiteren Schritt.

Die Paketzuschläge treiben die Preise nur am Rand. Stärker wirken Diesel, Verpackung und Dünger, und ein großer Teil des weltweit gehandelten Düngers wird durch die Straße von Hormus verschifft. Damit drohen steigende Lebensmittelpreise. Für Deutschland ist das eine unangenehme Aussicht, denn die Bürger haben die letzte Inflationswelle noch nicht verdaut. Die Große Koalition finanziert ihre Politik gleichzeitig mit immer neuen Milliardenschulden.

Die Dauer entscheidet

Entscheidend ist, wie lange die Blockade anhält. Normalisiert sich die Ölversorgung aus dem Golf, könnte der Schock nach den Szenarien der OECD im Jahr 2027 abklingen. Dauert die Störung bis Ende 2027, drohen schwaches Wachstum und deutlich höhere Inflation. Seit dem 11. September ist zudem die saudische Ost-West-Pipeline geschlossen. Das Basisszenario der OECD wirkt vor diesem Hintergrund optimistisch.

Wer sein Vermögen gegen solche Energie- und Inflationsschocks absichern will, sollte breit streuen. Physisches Gold und Silber haben sich dabei über Generationen als krisenfeste Ergänzung bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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