
KI-Wahnsinn: Anthropic sammelt 30 Milliarden Dollar ein – und die Blase wächst weiter
Während die deutsche Wirtschaft unter Bürokratie, Energiekosten und politischer Orientierungslosigkeit ächzt, feiert das Silicon Valley eine neue Orgie der Kapitalvernichtung. Das KI-Start-up Anthropic, Entwickler der „Claude"-Modellfamilie und direkter Konkurrent von OpenAI, hat in einer einzigen Finanzierungsrunde mehr als 30 Milliarden Dollar eingesammelt. Die Bewertung des Unternehmens katapultiert sich damit auf schwindelerregende 380 Milliarden Dollar – eine glatte Verdopplung gegenüber der letzten Runde.
Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: 380 Milliarden Dollar. Das ist mehr als der Börsenwert vieler DAX-Konzerne zusammen. Für ein Unternehmen, das erst 2021 von ehemaligen OpenAI-Forschern gegründet wurde und dessen Produkte die meisten Menschen noch nie bewusst genutzt haben dürften. Willkommen in der schönen neuen Welt der künstlichen Intelligenz, wo Bewertungen schneller wachsen als jede reale Wertschöpfung.
Singapurs Staatsfonds und Nvidia an Bord
Angeführt wird die gigantische Finanzierungsrunde vom singapurischen Staatsfonds GIC und dem Technologieinvestor Coatue Management. Die Liste der weiteren Geldgeber liest sich wie ein Who's Who der globalen Finanzwelt: Sequoia Capital, der legendäre Founders Fund, Lightspeed – und, besonders bemerkenswert, auch Nvidia und Microsoft. Letzterer hatte bereits im Vorjahr Investitionen von 15 Milliarden Dollar zugesagt, von denen nun ein Teil in diese Runde fließt.
Was dabei auffällt: Dieselben Investoren, die Milliarden in Anthropic pumpen, stecken gleichzeitig Unsummen in den Erzrivalen OpenAI. Marktbeobachter sprechen von „Hedging" – die großen Kapitalgeber wetten nicht mehr auf einen einzelnen Gewinner, sondern kaufen sich in die gesamte Infrastrukturebene der KI-Branche ein. Eine Strategie, die an die Dotcom-Blase der Jahrtausendwende erinnert, als Investoren ebenfalls nach dem Gießkannenprinzip Geld verteilten – mit bekanntem Ausgang.
Unternehmenskunden statt Konsumenten
Immerhin: Anthropic kann im Gegensatz zu manchem Dotcom-Zombie tatsächlich Umsätze vorweisen. Die annualisierte Umsatzrate soll bei 14 Milliarden Dollar liegen – ein Anstieg von rund 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa 80 Prozent dieser Einnahmen stammen aus dem Geschäft mit Unternehmenskunden. Mehr als 500 Großkunden würden jährlich über eine Million Dollar für die Nutzung der Claude-Modelle ausgeben.
Damit unterscheidet sich Anthropic strategisch deutlich von OpenAI, das mit ChatGPT vor allem im Konsumentenmarkt präsent ist. Ob diese Fokussierung auf das B2B-Geschäft langfristig die klügere Strategie darstellt, bleibt abzuwarten. Die Zahlen klingen beeindruckend, doch bei einer Bewertung von 380 Milliarden Dollar müsste das Unternehmen seine Umsätze noch vervielfachen, um auch nur annähernd in traditionelle Bewertungsregionen vorzustoßen.
KI-Agenten lösen Panik an den Börsen aus
Besonders brisant ist die Wirkung, die Anthropics neueste Produkte an den Finanzmärkten entfalten. Das Tool „Claude Code", ein KI-Agent für Softwareingenieure, der Programmieraufgaben eigenständig plant und ausführt, habe sich seit seiner Einführung zum Industriestandard entwickelt. Die Unternehmensabonnements hätten sich seit Jahresbeginn vervierfacht.
Noch dramatischer war die Marktreaktion auf „Claude Cowork" – ein Produkt, das eigenständig Wissensarbeit erledigen soll, etwa in Anwaltskanzleien Dokumente zusammenfassen oder Vertriebsprozesse automatisieren. Die Vorstellung dieses Tools löste regelrechte Panikverkäufe bei klassischen Softwareherstellern aus. SAP, Adobe und Workday verloren teils massiv an Wert. Ein ähnliches Bild zeigte sich, als Anthropic Modelle für juristische Arbeit und Finanzanalysen präsentierte – traditionelle Dienstleister gerieten unter erheblichen Kursdruck.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Investoren trauen der KI zu, hochbezahlte menschliche Arbeit nicht nur zu ergänzen, sondern in weiten Teilen zu ersetzen. Für den deutschen Mittelstand, der ohnehin unter Fachkräftemangel und überbordender Regulierung leidet, könnte diese Entwicklung zum zweischneidigen Schwert werden. Einerseits bieten KI-Tools enorme Effizienzgewinne, andererseits droht eine noch stärkere Abhängigkeit von amerikanischer Technologie.
Der Showdown: Anthropic gegen OpenAI
Im Wettbewerb der beiden KI-Giganten zeichnet sich ein epochaler Showdown ab. Beide Unternehmen sind astronomisch bewertet und streben möglicherweise noch in diesem Jahr an die Börse. OpenAI arbeitet Berichten zufolge an einer eigenen Finanzierungsrunde, die ein Volumen von 100 Milliarden Dollar erreichen könnte. Zahlen, bei denen selbst hartgesottenen Finanzprofis schwindelig werden dürfte.
Der Wettbewerb verlagert sich dabei zunehmend auf die physische Infrastruktur. Während OpenAI Investitionen von mehr als 1,4 Billionen Dollar für die kommenden acht Jahre in Aussicht gestellt hat – eine Summe, die das gesamte deutsche Bruttoinlandsprodukt in den Schatten stellt –, verfolgt Anthropic einen vergleichsweise „konservativen" Pfad. Geplant seien zunächst Ausgaben von 50 Milliarden Dollar für den Aufbau eigener Rechenzentren in den USA sowie den Erwerb spezialisierter KI-Prozessoren. Zusätzlich setzt das Unternehmen auf die Rechenleistung seiner strategischen Investoren Google und Amazon.
Europa schaut zu – wie so oft
Was bei all dem Jubel über technologischen Fortschritt bitter aufstößt: Europa spielt in diesem Spiel praktisch keine Rolle. Während amerikanische und asiatische Investoren Dutzende Milliarden in KI-Unternehmen schaufeln, reguliert die EU lieber mit dem AI Act und diskutiert über ethische Leitlinien. Deutschland, einst Ingenieursnation und Technologieführer, hat in der KI-Entwicklung den Anschluss längst verloren. Statt eigene Champions aufzubauen, werden wir zu Konsumenten amerikanischer Technologie degradiert.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur angekündigt, doch von einer gezielten KI-Strategie, die mit den Summen aus dem Silicon Valley auch nur ansatzweise mithalten könnte, ist nichts zu sehen. Stattdessen fließen Milliarden in Klimaprojekte und Bürokratieapparate, während die technologische Zukunft anderswo geschrieben wird.
Ob die astronomischen Bewertungen von Anthropic und OpenAI jemals durch reale Gewinne gerechtfertigt werden, steht in den Sternen. Die Geschichte der Technologiebranche lehrt Demut: Auf jeden Google kommt ein Dutzend vergessener Unternehmen, die einst als „nächstes großes Ding" gefeiert wurden. Für Anleger, die in diesem Umfeld nach Stabilität suchen, dürften physische Edelmetalle als bewährter Anker der Vermögenssicherung einmal mehr an Attraktivität gewinnen – denn Gold und Silber haben noch jede Spekulationsblase überdauert.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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