
Klima-Rechnung explodiert: Plötzlich eine Billion Euro teurer!

Sechs Billionen Euro – so viel soll Deutschlands Weg zur Klimaneutralität bis 2045 jetzt kosten. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die das Forschungsinstitut Prognos im Auftrag der staatlichen Förderbank KfW erstellt hat. Vor fünf Jahren lag die Schätzung noch bei fünf Billionen. Ein Plus von 20 Prozent, und gebaut ist der größte Teil noch gar nicht.
Eine Billion mehr, und das in nur fünf Jahren
2021 hatte Prognos den Investitionsbedarf noch auf fünf Billionen Euro geschätzt. Laut KfW gehen die Mehrkosten vor allem auf zwei Dinge zurück: gestiegene Preise und einen wachsenden Investitionsstau. Was aufgeschoben wird, wird eben teurer.
Dabei ist auch die neue Zahl keine Obergrenze. Es handelt sich um eine Modellrechnung, die auf bestimmten Annahmen beruht. Bis 2045 bleiben knapp zwei Jahrzehnte. Steigen in dieser Zeit Zinsen, Materialpreise oder technische Hürden, dürfte die Summe weiter wachsen. Was der Umbau am Ende tatsächlich kostet, weiß heute niemand.
Die Bürger und Betriebe sollen zahlen
Nötig wären der Studie zufolge jährlich rund 290 Milliarden Euro. Bisher flossen im Schnitt nur etwa 110 Milliarden. Pro Jahr fehlen damit rund 180 Milliarden Euro.
Und wer soll die Lücke schließen? Vor allem Unternehmen und private Haushalte. Auf sie entfallen laut KfW rund 257 Milliarden Euro im Jahr, auf den Staat nur etwa 33 Milliarden. Fast 89 Prozent der Last tragen also Mittelstand, Industrie und Familien. Fairerweise muss man sagen: Investitionen sind nicht dasselbe wie Zusatzkosten. Autos, Heizungen und Maschinen müssten irgendwann ohnehin ersetzt werden.
Bei den Unternehmen klafft die Lücke besonders weit. Sie sollen jährlich rund 140 Milliarden Euro aufbringen, 2024 waren es aber nur 80 Milliarden. Das trifft eine Wirtschaft, die ohnehin unter hohen Energiepreisen, Bürokratie und den US-Zöllen leidet.
Wohin die Billionen fließen
- Verkehr: 45 Prozent, rund 2,7 Billionen Euro
- Energieversorgung: 25 Prozent, etwa 1,3 Billionen Euro für Netze, Fernwärme und erneuerbare Anlagen
- Gebäude: 22 Prozent
- Industrie: 8 Prozent
Die KfW sieht Chancen, Kritiker reagieren entsetzt
Die KfW rechnet anders. Verglichen mit einer Entwicklung ohne Klimaschutz liege der zusätzliche Bedarf nur bei rund 65 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Zahl ist aber nicht mit der Finanzierungslücke von 180 Milliarden zu verwechseln. Und wer heute eine Wärmepumpe bezahlen muss, dem helfen niedrigere Betriebskosten in 15 Jahren wenig.
KfW-Chef Stefan Wintels spricht dennoch von „anspruchsvolle, aber machbare Herausforderungen“. Die Förderbank verweist auf geringere Energieimporte und Exportchancen. Deutschland ist bereits zweitgrößter Exporteur von Klimaschutzgütern. Ob diese Vorteile wirklich kommen, hängt allerdings von Marktpreisen, technischem Fortschritt und der Konkurrenz aus dem Ausland ab. Die FDP nannte die Summe Medienberichten zufolge „regelrecht aberwitzig“.
Berlin hält trotzdem am Kurs fest
Die Bundesregierung will am Ziel 2045 festhalten. Die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz hat die Klimaneutralität sogar im Grundgesetz verankert und dazu ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf Pump beschlossen. Gleichzeitig verfallen Brücken und Schulen, und die Digitalisierung stockt.
Natürlich verursacht auch der Klimawandel selbst hohe Schäden. Ein Freibrief für endlos wachsende Rechnungen ist das aber nicht. Aus Sicht unserer Redaktion muss die Regierung erklären, wie sie das bezahlen will, ohne Bürger und Betriebe immer stärker zu belasten. Ohne echte Kostenkontrolle droht das Projekt zum Fass ohne Boden zu werden.
Für Sparer heißt das: Staatliche Großprojekte, neue Schulden und Inflation gehören oft zusammen. Viele setzen deshalb auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen. Diese Werte lassen sich nicht politisch beschließen und nicht beliebig vermehren.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt unsere eigene Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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