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22.10.2026
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Mittelstand auf der Bremse: Jeder dritte Betrieb schiebt Projekte auf!

Mittelstand auf der Bremse: Jeder dritte Betrieb schiebt Projekte auf!
Symbolbild: KI-generiert

Ausgerechnet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft hält sein Geld zusammen. Nach dem am Donnerstag veröffentlichten KfW-Mittelstandspanel 2026 haben im vergangenen Jahr nur 40 Prozent der rund 3,9 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen überhaupt investiert. Und es wird nicht besser: Ein Drittel der Betriebe hat geplante Vorhaben für 2026 verschoben oder abgespeckt. Einen höheren Wert hat die Förderbank noch nie gemessen.

Geld wäre da – der Mut fehlt

Das Paradoxe daran: An Geld fehlt es den meisten Firmen nicht. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote lag 2025 nach KfW-Angaben bei soliden 30,7 Prozent. Die Gewinnmarge stieg auf 7,5 Prozent und liegt damit wieder auf dem Niveau vor Corona. Der Anteil schwach kapitalisierter Betriebe sank von über 28 auf knapp 24 Prozent.

Die Unternehmen könnten also investieren, sie tun es aber nicht. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher sagt es offen:

„Die schlechte Nachricht ist: Zu viele Unternehmen investieren noch gar nicht oder zu wenig. Sie verschieben Investitionsvorhaben. Das ist problematisch für den Wirtschaftsstandort Deutschland."

Das dritte Minusjahr in Folge

Die Zahlen sind ernüchternd. Nominal steckte der Mittelstand 2025 rund 218 Milliarden Euro in neue Anlagen und Bauten, drei Milliarden weniger als im Jahr davor. Rechnet man die Inflation heraus, bleiben 213 Milliarden. Das ist ein reales Minus von 3,7 Prozent und bereits der dritte Rückgang in Folge.

Noch deutlicher wird es im längeren Vergleich. Von 2019 bis 2025 sanken die Unternehmensinvestitionen in Deutschland laut KfW preis- und kalenderbereinigt um 8,3 Prozent. Auch die Investitionsquote fällt mager aus: Im Median liegt sie bei 5,4 Prozent des Umsatzes, der langjährige Schnitt sind 6,5 Prozent. Dazu passt die Umsatzentwicklung. Nominal stiegen die Erlöse um 1,5 Prozent auf 5,3 Billionen Euro, real war es ein Minus von 1,5 Prozent.

Energie, Löhne, Bürokratie: Was die Firmen ausbremst

Was hält die Betriebe zurück? Die Sonderbefragung vom September nennt vor allem diese Gründe:

  • hohe Preise für Energie, Material und Löhne
  • Unsicherheit über die weitere Konjunktur
  • gesetzliche Vorgaben, also Bürokratie
  • die schwache Umsatzentwicklung im eigenen Unternehmen

Fast alle diese Punkte gehen auf politische Entscheidungen zurück. Die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz plant ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro. Kritiker sehen darin vor allem neue Schulden. Am Bürokratie-Dickicht, das Unternehmer seit Jahren beklagen, hat sich spürbar wenig geändert. Der Staat gibt also viel Geld aus, während der Mittelstand abwartet. Das sollte die Regierung beunruhigen.

Dabei steht noch viel bevor. Einer weiteren KfW-Sonderbefragung zufolge erwarten 73 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen, dass sie für das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 noch zusätzlich investieren müssen.

Schulden? Nein danke!

Auf Pump wollen die meisten Mittelständler ohnehin nicht wachsen. 2025 verhandelten nur zehn Prozent aller Firmen mit Banken oder Sparkassen über einen Kredit. Selbst unter den investierenden Betrieben war es nur jedes vierte. Den häufigsten Grund nennt die KfW selbst: eine grundsätzliche Abneigung gegen Schulden.

Kleinstunternehmen lehnten Kreditangebote zudem deutlich häufiger selbst ab. Die KfW erklärt das mit strengeren Bedingungen der Banken. Laut ihrem aktuellen Kreditmarktausblick bremsen außerdem steigende Zinsen und eine zurückhaltende Kreditvergabe.

Bessere Stimmung, aber keine Investitionen

Die KfW sieht Deutschland trotzdem im Aufschwung. Tatsächlich ist das Geschäftsklima im Mittelstand laut KfW-ifo-Barometer im September zum fünften Mal in Folge gestiegen. Es liegt mit minus 8,1 Punkten aber noch immer im negativen Bereich. Und bessere Stimmung allein bringt noch keine neuen Maschinen in die Werkshallen.

Viele Unternehmer sichern ihre Substanz, statt auf eine unsichere Zukunft zu setzen. Ähnlich vorsichtig handeln viele Sparer. Wer sein Vermögen gegen politische und wirtschaftliche Unsicherheit absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle hängen nicht vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens ab.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere eigene Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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