
Kongo-Zentralbank greift nach dem eigenen Gold – ein Weckruf für den Westen
Während westliche Zentralbanken seit Jahren ihre Goldbestände bestenfalls verwalten, macht die Demokratische Republik Kongo einen bemerkenswerten Schritt: Die Zentralbank des rohstoffreichen afrikanischen Landes will künftig Gold von einem staatseigenen Handelsunternehmen aufkaufen, um erstmals überhaupt monetäre Goldreserven aufzubauen. Was auf den ersten Blick wie eine Randnotiz aus Zentralafrika klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen eine tektonische Verschiebung im globalen Goldmarkt.
Ein Land voller Gold – und bisher ohne Reserven
Es klingt geradezu absurd: Die Demokratische Republik Kongo, eines der mineralienreichsten Länder der Erde, besitzt in den Tresoren seiner Zentralbank kein einziges Gramm Gold als monetäre Reserve. Zentralbankgouverneur Andre Wameso bezeichnete diesen Zustand selbst als „unvorstellbar". Und er hat recht. Unter den Füßen der Kongolesen schlummern Goldvorkommen von enormem Ausmaß, doch bislang floss der Großteil dieses Reichtums an der offiziellen Wirtschaft vorbei – geschmuggelt über Nachbarländer, verschifft nach Dubai, versickert in den Taschen bewaffneter Gruppen und internationaler Zwischenhändler.
Nun soll sich das ändern. Das staatliche Handelsunternehmen DRC Gold Trading SA – vor drei Jahren unter dem Namen Primera gegründet – wird zum zentralen Bindeglied zwischen den Hunderttausenden von Kleinschürfern des Landes und der Zentralbank. Gouverneur Wameso erklärte, die Zentralbank wolle sich als „wichtigster Abnehmer" des von den handwerklichen Goldgräbern geförderten Edelmetalls positionieren.
18 Tonnen Gold im Visier – ein Milliardenprojekt
Die Dimensionen sind beachtlich. DRC Gold Trading peilt für dieses Jahr eine Fördermenge von bis zu 18 Tonnen Gold an. Bei den aktuellen Goldpreisen entspräche das einem Wert von knapp drei Milliarden US-Dollar. Geschäftsführer Joseph Kazibaziba hatte diese ambitionierten Ziele bereits im Januar skizziert. Ob das Land diese Mengen tatsächlich über offizielle Kanäle erfassen kann, bleibt freilich abzuwarten – denn der informelle Goldsektor des Kongo ist ein Moloch aus Schattenwirtschaft, Korruption und bewaffneten Konflikten.
Genau hier liegt die eigentliche Brisanz des Vorhabens. Die östlichen Provinzen des Kongo, wo ein Großteil des Goldes gefunden wird, sind seit Jahrzehnten von Rebellengruppen und ethnischen Konflikten geplagt. Gold finanziert dort Waffen, Waffen finanzieren Krieg, und Krieg produziert Elend. DRC Gold Trading versucht nach eigenen Angaben, diese fatale Verbindung zwischen Goldabbau und bewaffneten Gruppen zu durchtrennen. Ein hehres Ziel – und eines, das die internationale Gemeinschaft seit Jahrzehnten vergeblich verfolgt.
Raffinerie-Pläne zur Stärkung des Kongolesen-Franc
Gouverneur Wameso hatte bereits im vergangenen August angedeutet, dass er mit potenziellen Partnern über den Bau einer eigenen Goldraffinerie im Land verhandele. Eine solche Anlage würde es dem Kongo ermöglichen, sein Rohgold vor Ort zu veredeln, statt es zur Verarbeitung ins Ausland zu schicken. Der strategische Hintergedanke ist offensichtlich: Goldreserven sollen den schwachen Kongolesen-Franc stützen und dem Land mehr wirtschaftliche Souveränität verschaffen.
„Das Gold – glücklicherweise – haben wir unter unseren Füßen", sagte Wameso. Ein Satz, der in seiner schlichten Wahrheit mehr geopolitische Sprengkraft birgt, als mancher Leitartikel westlicher Denkfabriken.
Der globale Trend: Zentralbanken setzen auf Gold
Der Schritt des Kongo reiht sich ein in einen weltweiten Trend, der seit Jahren an Dynamik gewinnt. Von China über Indien bis zur Türkei – Zentralbanken rund um den Globus stocken ihre Goldreserven massiv auf. Das Vertrauen in den US-Dollar als alleinige Leitwährung bröckelt, nicht zuletzt befeuert durch die aggressive Zollpolitik der Trump-Administration, die mit pauschalen Importzöllen von 20 Prozent auf EU-Waren und 34 Prozent auf chinesische Produkte die Weltwirtschaft in Atem hält.
Gold erweist sich einmal mehr als das, was es seit Jahrtausenden ist: der ultimative Wertspeicher in Zeiten geopolitischer Unsicherheit. Während Papierwährungen inflationiert, Aktien volatil schwanken und Immobilienmärkte unter Zinslasten ächzen, bleibt das gelbe Edelmetall ein Fels in der Brandung. Die Goldpreise notieren auf historischen Höchstständen – und die Nachfrage der Zentralbanken ist einer der wesentlichen Treiber dieser Entwicklung.
Was Deutschland daraus lernen sollte
Wenn selbst ein von Bürgerkrieg und Armut gezeichnetes Land wie der Kongo die strategische Bedeutung von Goldreserven erkennt und entschlossen handelt, sollte das auch hierzulande zu denken geben. Deutschland verfügt zwar über die zweitgrößten Goldreserven der Welt – rund 3.350 Tonnen –, doch die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint sich lieber mit einem 500-Milliarden-Euro-Schuldenberg für Infrastruktur zu beschäftigen, als die fiskalische Stabilität des Landes ernsthaft zu sichern. Schulden machen statt Werte schaffen – das scheint auch unter der neuen Regierung das Motto zu bleiben.
Für den einzelnen Bürger bleibt die Lehre aus dem kongolesischen Beispiel unmissverständlich: Physisches Gold ist und bleibt ein unverzichtbarer Baustein jeder soliden Vermögenssicherung. In einer Welt, in der Regierungen Billionen an Schulden anhäufen und Währungen systematisch entwertet werden, bietet das Edelmetall einen Schutz, den keine Staatsanleihe und kein ETF ersetzen kann. Wer sein Portfolio klug diversifizieren will, kommt an physischen Edelmetallen als Beimischung schlicht nicht vorbei.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
Papiervs.PhysischWarum echtes Metall jetzt alles entscheidet
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Jochen Staiger
Rohstoffexperte

Rick Rule
Rohstoff-Legende

Alasdair Macleod
Chefstratege GoldMoney
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik















