
Kriegserklärung im Sendesaal: Wie sich das ZDF gegen Kritiker verschanzt
Was sich am Mittwochvormittag in den Mainzer Studios abspielte, dürfte selbst hartgesottene Beobachter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fassungslos zurücklassen. In einer internen Versammlung, der sogenannten „Open ZDF"-Sitzung, stellte sich die Senderführung um Intendant Norbert Himmler den Fragen der Belegschaft. Der eigentliche Anlass: der jüngste KI-Skandal um manipulierte Bilder im Heute Journal. Doch was als Übung in selbstkritischer Aufarbeitung beginnen sollte, geriet schnell zu einer Trotzreaktion epischen Ausmaßes – inklusive martialischer Kriegsrhetorik gegen die eigenen Kritiker.
Selbstbeweihräucherung statt Selbstkritik
Bevor Himmler überhaupt auf die Affäre einging, schwelgte er ausgiebig im Lob: Elf von achtzehn Grimme-Preisen seien an das ZDF gegangen, „das gab's noch nie", verkündete der Senderchef sichtlich stolz. Die Trophäen seien ein „Ausweis für die Qualität" – brandender Applaus von den Mitarbeitern. Ein bemerkenswertes Schauspiel: Während der Sender für den dreisten Einsatz KI-generierter Fake-Bilder in einer seriösen Nachrichtensendung in der Kritik steht, feiert man sich selbst wie ein Provinztheater nach der Premiere.
Erst danach widmete sich Himmler dem unangenehmen Teil. Der Skandal habe „uns alle kräftig durchgeschüttelt". Doch die folgende Selbstrelativierung erfolgte umgehend: Für die Menge an Inhalten mache man „sehr wenige Fehler". Eine Aussage, die angesichts der schleichenden Erosion des Vertrauens in die öffentlich-rechtlichen Anstalten geradezu schmerzhaft realitätsfern wirkt.
Arbeitsrechtliche Drohungen statt Fehlerkultur
Pikant: Himmler kündigte arbeitsrechtliche Konsequenzen „in Abstufungen" an, wollte aber nicht konkreter werden. Der Vorsitzende der ZDF-Betriebsgruppe des Deutschen Journalisten-Verbands, Markus Peick, zeigte sich alarmiert: Die Angst unter den Mitarbeitern sei massiv, derartige Drohungen seien für eine gesunde Fehlerkultur Gift. Mit anderen Worten: Während man nach außen Aufklärung simuliert, wird intern der Druck auf die Belegschaft erhöht.
Chefredakteurin Bettina Schausten lieferte dann eine Aussage, die weit über den eigentlichen Skandal hinausweisen dürfte. Es habe in der Zwischenzeit „20 bis 30 andere Fälle" gegeben, in denen mit falschen Bildern hantiert worden sei. Diese seien lediglich „nicht in dieser Weise skandalisiert worden". Ob sich diese Aussage auf das ZDF selbst oder andere Medien bezieht, ließ Schausten offen. Allein die Größenordnung sollte jeden Beitragszahler hellhörig werden lassen.
„Das halte ich für Krieg" – Kampfansage aus dem Personalrat
Den Vogel schoss schließlich Hubert Krech ab, Mitglied des Personalrats und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Redakteursausschüsse. Bereits zuvor hatte er im Intranet gegen einen mutmaßlichen Maulwurf gewettert, der interne Aufnahmen an Medien weitergegeben haben soll. Krech sprach damals von „Feinden im Inneren" und davon, dass bestimmte Portale „den Krieg" erklärt hätten – Vokabular, das man eher in Bunkerlagebesprechungen als in der Personalvertretung eines öffentlich-rechtlichen Senders erwarten würde.
In der Sitzung legte Krech ungeniert nach: Es gebe „einige Mächte oder auch einige von Algorithmen getriebene Plattformen", die das ZDF schädigen und „vernichten" wollten. Wörtlich: „Das halte ich für Krieg." Wohlgemerkt: Hier spricht ein Personalvertreter eines beitragsfinanzierten Senders über kritische Medien wie über militärische Gegner. Dass Krech für seine Tirade „deutlichen Applaus" der Belegschaft erhielt, ist mindestens ebenso aufschlussreich wie die Tirade selbst.
Die übliche politische Schlagseite – jetzt offen ausgesprochen
Krech ließ auch keinen Zweifel daran, in welche politische Richtung sich der Sender verortet. Wer das Wort „Klimawandel" ausspreche, gelte heute „schon als linksversifft". Bei der AfD hingegen müsse man „genau hingucken, die ist mindestens in Teilen rechtsextrem". So einfach ist die Welt, wenn man sie aus dem Mainzer Sendesaal betrachtet. Millionen Wähler einer Oppositionspartei werden mit einem Federstrich pauschal abgestempelt – und dafür gibt es Beifall von den Kollegen, die sich gleichzeitig über mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung wundern.
Auch Intendant Himmler stieß ins selbe Horn: Man müsse „journalistisch zusammenhalten", die „Gegner" seien die „internationalen Plattformen". Die Frage, ob es vielleicht der eigene tendenziöse Journalismus sein könnte, der das Vertrauen erodieren lässt, kommt erst gar nicht auf den Tisch. Stattdessen wird ein äußerer Feind konstruiert, gegen den man sich abschotten muss.
Ein Sender im Belagerungszustand
Was dieses interne Meeting offenbart, ist verheerend für jeden, der noch an die Reformfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geglaubt haben mag. Statt sich der Realität zu stellen, dass Bürger für rund 18,36 Euro monatlich zwangsweise einen Sender finanzieren, dessen Spitzenpersonal sich offen im Kriegszustand mit der eigenen kritischen Öffentlichkeit wähnt, igelt man sich ein. Die Botschaft an alle Beitragszahler, die nicht der hauseigenen Weltanschauung folgen: Ihr seid Feinde, Schädlinge, Vernichter.
Die Diskussion um eine grundlegende Reform des Beitragssystems wird durch derartige Auftritte massiv befeuert – und das zu Recht. Wer Zwangsbeiträge kassiert, schuldet seinen Zahlern ausgewogene Berichterstattung, nicht Kriegsrhetorik gegen Andersdenkende. Der hier offenbarte Korpsgeist, gepaart mit der demonstrativen Unfähigkeit zur echten Selbstkritik, dürfte den Ruf nach einer fundamentalen Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Systems weiter befeuern. Wenn der Sender meint, sich im Kriegszustand zu befinden, sollte er konsequent sein und auf seinen Beitrags-Schutzschild verzichten. Auf dem freien Markt wird sich dann zeigen, wieviel die Zuschauer für solchen „Qualitätsjournalismus" wirklich zu zahlen bereit wären.
Ein Erbe, das beschämt
Es lohnt sich, daran zu erinnern: Konrad Adenauer ließ das ZDF einst als föderales Gegengewicht zur als linkslastig empfundenen ARD gründen. Wer heute die Tonlage beider Anstalten vergleicht, kann nur den Kopf schütteln. Aus dem geplanten Korrektiv ist ein zweiter Resonanzraum derselben Weltanschauung geworden – mit dem feinen Unterschied, dass man sich dort offenbar inzwischen für die Speerspitze in einem imaginären Krieg hält.
Während die etablierten Medien ihre Glaubwürdigkeitskrise mit Trotzreaktionen beantworten, suchen immer mehr Bürger nach unabhängigen Informationsquellen und nach Möglichkeiten, ihr Vermögen vor politischer Willkür und inflationären Tendenzen zu schützen. Eine zunehmend ideologisierte Medienlandschaft, eine Bundesregierung, die mit 500 Milliarden Euro neuen Schulden hantiert, und eine geopolitische Lage, die täglich brisanter wird – all das schärft das Bewusstsein dafür, dass echte Vermögenssicherung nicht in den Händen jener liegen darf, die den Bürger als Beitragspflichtigen oder Steuerzahler ohnehin nur noch als Verfügungsmasse betrachten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben in Zeiten zunehmender institutioneller Erosion ein bewährter Anker zur Diversifizierung eines breit aufgestellten Portfolios.

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