
Krypto-Gipfel im Weißen Haus: Trump-Administration vermittelt zwischen Banken und Digitalwährungen
Die Finanzwelt blickt gespannt nach Washington, wo sich ein bemerkenswertes Schauspiel anbahnt. Das Weiße Haus hat für Montag ein hochkarätiges Treffen zwischen Vertretern der traditionellen Bankenbranche und der Kryptowährungsindustrie einberufen. Der Grund: Ein wegweisendes Gesetzesvorhaben droht an den unversöhnlichen Positionen beider Lager zu scheitern.
Der Streit um Stablecoins eskaliert
Im Zentrum des Konflikts steht eine scheinbar technische Frage, die jedoch milliardenschwere Konsequenzen haben könnte. Es geht um sogenannte Stablecoins – digitale Währungen, die an den US-Dollar gekoppelt sind – und die Frage, ob Kryptounternehmen ihren Kunden Zinsen oder andere Belohnungen auf deren Bestände auszahlen dürfen.
Die Kryptobranche argumentiert, dass solche Anreize unverzichtbar seien, um neue Kunden zu gewinnen. Ein Verbot würde sie gegenüber traditionellen Finanzinstituten benachteiligen. Die Banken hingegen schlagen Alarm: Sie befürchten einen massiven Abfluss von Kundeneinlagen – ihrer wichtigsten Finanzierungsquelle.
Standard Chartered warnt vor dramatischen Folgen
Wie ernst die Lage ist, verdeutlicht eine aktuelle Analyse von Standard Chartered. Die Experten schätzen, dass Stablecoins bis Ende 2028 rund 500 Milliarden Dollar aus dem amerikanischen Bankensystem abziehen könnten. Eine Summe, die selbst hartgesottene Finanzprofis aufhorchen lässt und die Stabilität des gesamten Bankensektors gefährden könnte.
Trumps Krypto-Versprechen auf dem Prüfstand
Dass sich die Trump-Administration persönlich einschaltet, überrascht kaum. Der Präsident hatte im Wahlkampf großzügig Unterstützung aus der Kryptobranche eingesammelt und im Gegenzug versprochen, die USA zur „Krypto-Hauptstadt der Welt" zu machen. Nun muss er liefern – und das gestaltet sich komplizierter als gedacht.
Der sogenannte „Clarity Act" sollte endlich klare bundesweite Regeln für digitale Vermögenswerte schaffen. Das Repräsentantenhaus hat seine Version bereits im Juli verabschiedet. Doch im Senat stockt das Vorhaben. Eine geplante Abstimmung im Bankenausschuss wurde kurzfristig verschoben, weil die Senatoren fürchteten, nicht genügend Stimmen zusammenzubekommen.
„Wir freuen uns darauf, weiterhin mit Politikern beider Seiten zusammenzuarbeiten, damit der Kongress eine dauerhafte Marktstrukturgesetzgebung vorantreiben kann", erklärte Summer Mersinger, Geschäftsführerin der Blockchain Association.
Ein Kompromiss scheint möglich – aber zu welchem Preis?
Die Kryptoindustrie zeigt sich optimistisch. Cody Carbone von der Digital Chamber lobte das Weiße Haus dafür, „alle Seiten an den Verhandlungstisch geholt" zu haben. Ob daraus tatsächlich ein tragfähiger Kompromiss erwächst, bleibt abzuwarten.
Für konservative Beobachter stellt sich indes eine grundsätzlichere Frage: Ist es wirklich klug, einer weitgehend unregulierten Branche derart weitreichende Zugeständnisse zu machen? Die Geschichte lehrt, dass finanzielle Innovationen ohne angemessene Aufsicht selten gut enden. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte daher auch weiterhin auf bewährte Werte setzen – physische Edelmetalle etwa bieten seit Jahrtausenden Stabilität in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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