
Lagarde: „Geschäftsmodell Deutschland ist tot“ – Inflation bis 2028!

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat Deutschland im ZDF-Interview ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Das Geschäftsmodell der Bundesrepublik sei „tot“, bestenfalls drohe Stagnation. Und die Inflation? Werde erst einmal schlimmer – bis zur Zielmarke von zwei Prozent könne es nach Einschätzung der Notenbank bis Ende 2028 dauern.
Erst Zinserhöhung, dann die Hiobsbotschaft
Die Äußerungen fielen kurz nach dem jüngsten Zinsentscheid. Medienberichten zufolge hob die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen am Donnerstag erneut an, der Einlagensatz kletterte um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent – bereits der zweite Schritt nach oben in diesem Jahr. Auslöser: Die Teuerung im Euroraum ist zuletzt über die Drei-Prozent-Marke gesprungen, angetrieben von einem Energiepreisschock.
Lagarde beteuerte, man habe aus der Inflationswelle von 2022 gelernt, als die Preise in Deutschland binnen eines Jahres um über acht Prozent stiegen. Den Vorwurf, die Notenbank habe zu lange zugesehen, wies sie zurück. Bis Jahresende erwartet die EZB dennoch weiter steigende Raten. Erst danach werde es besser. Man tue alles dafür.
„Wir können nicht nach Öl bohren“
Besonders bemerkenswert: Bei den Spritpreisen gab sich die Notenbank-Chefin machtlos. Gerade Diesel verteuere sich derzeit so schnell wie kaum ein anderes Produkt, Gründe seien der höhere Ölpreis und fehlende Raffineriekapazitäten. Ob sich daran etwas ändere, wisse sie nicht.
„Gegenwärtig“ seien die Zinssätze alles, was die EZB beeinflussen könne – selbst nach Öl bohren oder raffinieren könne sie „noch nicht“.
Kein Wort verlor Lagarde dem Bericht zufolge über den Faktor, den jeder Autofahrer an der Zapfsäule spürt: die massive Belastung von Kraftstoffen durch Steuern, Abgaben und CO2-Bepreisung. Dass eine Notenbank, die seit Jahren gezielt in Staatsanleihen und „grüne Finanzprodukte“ investiert, ausgerechnet bei der Energiefrage die Schultern zuckt, dürfte manchen Beobachter irritieren.
Die drei fehlenden Säulen
Beim Blick auf Deutschland wurde Lagarde ungewohnt direkt. Sie teile die Sorgen von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Das Ende des deutschen Geschäftsmodells habe man bereits 2022/23 vorhergesagt: Billige Energie aus Russland, die Nachfrage aus China, die Sicherheitsgarantie der USA – alle drei Säulen seien weggebrochen. Immerhin hätten sich die Unternehmen agiler und widerstandsfähiger angepasst als erwartet. Europa sei nun „vielleicht alleine in der Welt, aber wir sind zusammen“.
Als Politikerin will sich Lagarde ausdrücklich nicht verstehen – obwohl sie laut dem Bericht Mitglied der französischen Republikaner ist und jahrelang in der Spitzenpolitik ihres Landes mitmischte. Einen Zusammenhang zwischen explodierenden Lebenshaltungskosten und dem Erstarken populistischer Parteien mochte sie nicht herstellen.
Was das für Sparer bedeutet
Rechnen wir nach: Drei weitere Jahre spürbarer Geldentwertung. Wer sein Erspartes auf dem Girokonto parkt, verliert in dieser Zeit real einen erheblichen Teil seiner Kaufkraft – lautlos, ohne dass je eine Abbuchung erscheint.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das die eigentliche Nachricht dieses Interviews. Eine Notenbank, die offen zugibt, gegen Angebotsschocks nur begrenzt ausrichten zu können, verweist den Bürger auf sich selbst. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich historisch über lange Zeiträume als Bewahrer von Kaufkraft bewährt und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















