
„Lake America“: Trump benennt Ontariosee um – Kanada schäumt

Donald Trump macht Ernst. Der US-Präsident hat am Donnerstag im Oval Office ein Dekret unterzeichnet, das den Ontariosee für den amtlichen US-Sprachgebrauch in „Lake America“ umbenennt. Der Zeitpunkt ist alles andere als zufällig: Washington und Ottawa stecken in einem Handelsstreit, der sich binnen weniger Tage zum offenen Zollkrieg ausgewachsen hat.
Bereits am Dienstag hatte Trump den Schritt auf seiner Plattform Truth Social angekündigt – mit der süffisanten Begründung, man rechne ohnehin nicht mehr mit vielen Geschäften mit Ontario. Nun folgte die Unterschrift.
„Wir werden den Namen des Ontariosees mit sofortiger Wirkung in Lake America ändern“, sagte Trump nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.
30 Tage bis zum neuen Namen – auf dem Papier
Das Innenministerium und das für geografische Bezeichnungen zuständige Board on Geographic Names sollen die Umbenennung binnen 30 Tagen einleiten. „Lake America“ wandert dann ins amtliche Namensregister GNIS, „Lake Ontario“ verschwindet dort. Karten, Verträge und Behördenmitteilungen des Bundes sollen den neuen Namen übernehmen.
Der Haken: Rund 52 Prozent der Wasseroberfläche liegen laut Reuters auf Basis eines Vertrags von 1909 auf kanadischer Seite. Am Nordufer liegt die Millionenmetropole Toronto. Ein US-Dekret ändert daran genau nichts – es ist ein Akt der Symbolpolitik, kein völkerrechtlicher Vorgang.
Vier Milliarden Dollar als Argument
Das Weiße Haus liefert dennoch eine Begründung. Die USA seien der „größte Beschützer“ der Großen Seen und hätten in zehn Jahren fast vier Milliarden Dollar in den Schutz des Süßwasser-Ökosystems gesteckt; Kanada habe im selben Zeitraum deutlich weniger ausgegeben, heißt es ohne konkrete Zahlen.
Weitere Argumente aus dem Dekret: Neun der elf Eisbrecher auf den Großen Seen stelle die US-Küstenwache. Die tiefsten Bereiche des Sees lägen auf US-Territorium, weshalb Washington den größten Teil des Wasservolumens beansprucht. Das System aus Großen Seen und Sankt-Lorenz-Strom stütze Hunderttausende amerikanische Arbeitsplätze.
Der Zollhammer hinter der Umbenennung
Der eigentliche Konflikt spielt sich woanders ab. Nach dreitägigen Verhandlungen platzten in der vergangenen Woche die Handelsgespräche – beide Seiten schoben sich anschließend gegenseitig die Schuld zu. Washington setzte Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar in Kraft. Kanada kündigte Gegenmaßnahmen an.
Ab Januar drohen zudem 50 Prozent auf kanadische Fahrzeuge, Autoteile und Stahl. Premierminister Mark Carney warf Washington vor, sein Land wie einen Juniorpartner behandeln zu wollen – eine Haltung, nach der Kanada eine „Tochtergesellschaft der Vereinigten Staaten“ sei, akzeptiere seine Regierung nicht. Auf die Umbenennung reagierte sein Büro laut Reuters zunächst nicht.
Erprobtes Muster: Erst der Golf, jetzt der See
Neu ist die Methode nicht. Direkt nach Amtsantritt im Januar 2025 ließ Trump den Golf von Mexiko amtlich in „Golf von Amerika“ umtaufen. Rund zwei Wochen dauerte es, bis die Behörde den Namen übernahm – Google Maps zog nach.
Für europäische Beobachter ist das mehr als eine Kuriosität. Wenn selbst zwischen engsten Nachbarn Verträge und Namen zur Verhandlungsmasse werden, sinkt die Planungssicherheit für exportabhängige Volkswirtschaften – und Deutschland gehört ganz vorne dazu. In Phasen, in denen Handelsordnungen wackeln und Währungen unter politischen Druck geraten, greifen viele Anleger traditionell zu physischem Gold und Silber als krisenfeste Beimischung eines breit gestreuten Vermögens.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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