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14.06.2026
16:47 Uhr

Machtpoker im rechten Lager: Höcke schickt seinen treuen Statthalter ins Bundesvorstands-Rennen

Wenige Wochen vor dem AfD-Bundesparteitag in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt zeichnet sich ein bemerkenswertes Schachspiel um Einfluss und Macht ab. Björn Höcke, der unangefochtene Landeschef der Thüringer AfD, hat seine Karten offen auf den Tisch gelegt: Er will seinen langjährigen Weggefährten Stefan Möller in die Bundesspitze hieven – und sich damit einen direkten Draht in die Schaltzentrale der Partei sichern, ohne selbst nach Berlin wechseln zu müssen.

Der lange Arm aus Thüringen

Höcke macht aus seiner Strategie keinen Hehl. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte er mit entwaffnender Offenheit, dass ihm ein Einzug Möllers in den Bundesvorstand erhebliche Vorteile verschaffe. „Ich weiß, wenn Stefan Möller im Bundesvorstand ist, dann habe ich jemanden, mit dem ich im engsten Austausch bin“, so der Thüringer Landeschef. Er sei dann „angeschlossen, ohne selbst die Arbeit machen zu müssen“ – und könne sich weiterhin auf den von ihm so bezeichneten „Thüringer Weg“ konzentrieren.

Möller, der seit 2014 gemeinsam mit Höcke die Führung des Thüringer Landesverbands bildet und seit 2025 dem Bundestag angehört, soll für den Posten des stellvertretenden Bundessprechers kandidieren. Eine bewährte Arbeitsteilung also – wie Höcke es nennt – nur „mit einer räumlichen Verschiebung“.

„Thüringer Linie“ als Kampfansage

Was konkret hinter dieser sogenannten Thüringer Linie steckt, ließ Höcke ebenfalls durchblicken. Es gehe um die „Treue gegenüber den Grundsätzen der AfD“ und um Korrekturen „im Kampf gegen den Verfassungsschutz“. Gerade beim Inlandsnachrichtendienst fand Höcke deutliche Worte.

„Es geht uns darum, wirklich klare Kante zu zeigen und sich nicht in die Defensive drängen zu lassen.“

Sollte die AfD eines Tages Regierungsverantwortung übernehmen, so kündigte Höcke an, werde man den Verfassungsschutz „grundsätzlich reformieren“. Man brauche einen Geheimdienst, der politisch neutral arbeite und sich auf gewalttätigen Extremismus sowie Wirtschaftsspionage konzentriere – statt, so darf man ergänzen, sich als politischer Wachhund einer etablierten Parteienlandschaft zu betätigen, die unliebsame Konkurrenz lieber mit dem Stempel der Beobachtung versieht, als sich der inhaltlichen Auseinandersetzung zu stellen.

Die Personalrochaden im Detail

Der Bundesparteitag findet am 4. und 5. Juli statt. An der Spitze gelten die amtierenden Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla als gesetzt. Höcke selbst bekräftigte, dass er nach wie vor keine Funktion an der Bundesspitze anstrebe. Sein erklärtes strategisches Ziel bleibe das Amt des Ministerpräsidenten in Thüringen.

Spannend wird es bei den nachgeordneten Posten. Die Kandidatur Möllers könnte Folgen für den bisherigen Thüringer Vertreter im Bundesvorstand haben. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner gehört derzeit als stellvertretender Bundessprecher der Führung an. Höcke betonte jedoch, Brandner sei keineswegs verärgert, sondern „zufrieden mit dem, was er in Berlin erreicht“ habe. Ein Wechsel auf einen Beisitzerposten sei nicht ausgeschlossen.

Doppelspitze oder Einer-Lösung?

Zur künftigen Führungsstruktur äußerte sich Höcke ebenfalls. Bereits 2022 hatte er eine Satzungsänderung mitgetragen, die neben der Doppelspitze auch einen alleinigen Parteivorsitz ermöglicht. Aktuell sehe er allerdings keinen Handlungsbedarf. Mit Blick auf Weidel und Chrupalla bemühte er ein bekanntes Sprichwort: „Never change a winning team.“

Die Doppelspitze habe den Vorteil, die „Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West“ abzubilden. Es sei „sehr wertvoll“, wenn die Parteiführung sowohl einen ostdeutschen als auch einen westdeutschen Vertreter umfasse. Doch Höcke deutete an, dass dies nicht von Dauer sein müsse – je nachdem, wie sich Tino Chrupalla in den kommenden Jahren orientiere, könne es „vielleicht auch eine Einer-Spitze geben“.

Erfurt im Belagerungszustand

Der Parteitag selbst dürfte unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne gehen. Massive Proteste sind angekündigt. Die Gegner der Partei, allen voran das selbsternannte Antifa-Bündnis, rechnen mit Zehntausenden Demonstranten – und kündigen unverhohlen illegale Blockadeaktionen rund um die Stadt an. Dass man dabei die bloße Wahl des Tagungsortes Erfurt bereits zum Skandal aufbläst, indem man krude historische Vergleiche bemüht, sagt mehr über den Zustand des politischen Diskurses in diesem Land aus als über die AfD selbst.

Es ist eine bemerkenswerte Konstellation: Während die demokratisch gewählte Opposition einen ganz gewöhnlichen Parteitag abhält, bereitet sich die Hauptstadt eines deutschen Bundeslandes auf bürgerkriegsähnliche Zustände vor – orchestriert von jenen Kräften, die sich selbst stets als die wahren Hüter der Demokratie inszenieren. Wer Blockaden organisiert, um die Versammlung einer Partei zu verhindern, hat ein eigenwilliges Verständnis von demokratischen Spielregeln.

Ein Blick auf das größere Bild

Unabhängig davon, wie man zu den handelnden Personen steht, offenbart das innerparteiliche Manöver vor allem eines: Die AfD ringt um ihre strategische Ausrichtung und um die Balance zwischen ostdeutschen Hochburgen und westdeutschem Wachstum. Ob Höckes Schachzug aufgeht, werden erst die Delegierten in Erfurt entscheiden. Klar ist jedoch, dass die etablierte Politik gut beraten wäre, sich weniger mit dem Verhindern von Parteitagen und mehr mit den eigentlichen Sorgen der Bürger zu beschäftigen – von explodierenden Lebenshaltungskosten über die ausufernde Verschuldung bis hin zur dramatisch gestiegenen Kriminalität in unseren Städten.

In Zeiten, in denen das Vertrauen in politische Institutionen und in die Stabilität von Währungen schwindet, suchen immer mehr Bürger nach verlässlichen Konstanten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Anker bewährt – unabhängig davon, welche Partei gerade regiert oder welcher Parteitag gerade Schlagzeilen macht. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie einen Schutz, den keine politische Rochade erschüttern kann.

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