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Kettner Edelmetalle
25.06.2026
17:06 Uhr

Machtpoker um die Lebensader der Weltwirtschaft: Washington setzt dem Iran in der Straße von Hormus Grenzen

Machtpoker um die Lebensader der Weltwirtschaft: Washington setzt dem Iran in der Straße von Hormus Grenzen

Es geht um eine Wasserstraße, die kaum breiter ist als so mancher deutsche Binnensee – und doch über das Schicksal der globalen Energieversorgung entscheidet. Die Straße von Hormus, jenes nur wenige Dutzend Kilometer schmale Nadelöhr zwischen dem Persischen Golf und dem offenen Meer, ist zum Zentrum eines geopolitischen Tauziehens geworden, das die ganze Welt in Atem hält. Und mittendrin: US-Außenminister Marco Rubio, der bei seiner Reise in die Golfregion klare Kante zeigte.

Kein Abkommen „um jeden Preis“ – Washington zieht eine rote Linie

Rubio machte am Donnerstag in Bahrain unmissverständlich deutlich, dass die Vereinigten Staaten zwar grundsätzlich an einer Übereinkunft mit Teheran interessiert seien, jedoch nicht bereit wären, dafür jeden Preis zu zahlen. Eine Einigung dürfe in keiner Weise „die Stabilität oder den Wohlstand“ der amerikanischen Partner in der Golfregion gefährden, so der Chefdiplomat. Eine Botschaft, die nach den blutigen Vergeltungsschlägen Teherans gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar von erheblichem Gewicht ist.

Während sich westliche Spitzenpolitiker sonst gern in vager Diplomatensprache verlieren, sprach Rubio Klartext. Die Durchfahrt durch die Meerenge müsse auch künftig frei bleiben – Punkt. Rückendeckung erhielt er ausgerechnet vom Oman, durch dessen Hoheitsgewässer ein gewaltiger Teil der internationalen Schifffahrtsrouten führt.

Die Maut-Forderung des Iran: Ein gefährlicher Präzedenzfall

Das eigentliche Pulverfass aber liegt anderswo. Teheran bringt in den Verhandlungen immer wieder die Idee ins Spiel, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen zu erheben – eine Art Wegezoll auf internationalem Gewässer. Vor dem Krieg war die Passage durch die Straße von Hormus kostenlos. Genau hier zog Rubio die Grenze.

„Würde eine Maut für eine internationale Wasserstraße akzeptiert, dann würde sich das auf der ganzen Welt verbreiten. Das ist ein grundlegendes Prinzip der heutigen Welt, ohne das die Welt im Chaos versinken würde.“

Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, was eine solche Gebühr für die ohnehin gebeutelten Verbraucher in Europa und besonders in Deutschland bedeuten würde. Jeder Cent, den ein Tanker für die Passage entrichtet, landet am Ende auf der Rechnung des kleinen Mannes an der Zapfsäule und auf der Gasabrechnung der Familien, die hierzulande ohnehin unter einer ruinösen Energiepolitik ächzen.

Iran droht – die Revolutionsgarden zeigen die Faust

Statt einzulenken, verschärfte Teheran den Ton noch weiter. Die Revolutionsgarden erklärten am Donnerstag, die „einzige zulässige Route“ werde künftig „von der Islamischen Republik Iran bekanntgegeben“. Eine Durchfahrt ohne Genehmigung sei „inakzeptabel und gefährlich“ und ziehe „angemessene Maßnahmen“ nach sich. Mit anderen Worten: Wer nicht zahlt, dem droht Teheran unverhohlen.

Pikant ist, dass der Iran und der Oman noch am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung von einer Arbeitsgruppe gesprochen hatten, die über eben jene „Service-Gebühr“ beraten solle. Beim Treffen in Bahrain ruderte der omanische Außenminister jedoch zurück und stellte klar, dass es auch künftig keine Maut geben werde. Die Front der Golfstaaten gegen Teherans Erpressungsversuche scheint also zu halten.

Iran wirft der NATO Mitschuld vor – und Trump ist „enttäuscht über Deutschland“

Besonders brisant wird es, wenn man den Blick nach Europa und nach Deutschland richtet. Nach einem Interview von NATO-Generalsekretär Mark Rutte warf der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, dem Verteidigungsbündnis eine „Mitschuld an einem rechtswidrigen Angriffskrieg“ vor. Die europäischen Länder müssten erklären, warum sie sich an angeblichen „Gräueltaten gegen das iranische Volk“ beteiligt hätten.

Und dann wäre da noch die deutsche Rolle, die einmal mehr ein wenig schmeichelhaftes Bild abgibt. US-Präsident Donald Trump zeigte sich offen „enttäuscht über Deutschland“. Er habe Berlin gebeten, ihm einen „kleinen Stups“ zu geben – doch die Antwort sei ein klares Nein gewesen. Ob man Trumps drastische Wortwahl nun teilt oder nicht: Es zeigt sich erneut, wie sehr Deutschland außenpolitisch zwischen allen Stühlen sitzt und international kaum noch Gewicht auf die Waage bringt. Während andere Nationen mit klarer Strategie agieren, verharrt Berlin in einer Mischung aus Zögerlichkeit und moralischer Selbstüberhöhung.

Was das für Anleger bedeutet

Nach der Einigung auf ein Rahmenabkommen in der vergangenen Woche fuhren wieder vermehrt Schiffe durch die Meerenge, woraufhin die Ölpreise erstmals auf das Niveau von vor dem Krieg sanken. Doch diese Ruhe könnte trügerisch sein. Jede neue Drohgebärde Teherans, jede gescheiterte Verhandlungsrunde kann die Energiemärkte binnen Stunden in Aufruhr versetzen – mit unmittelbaren Folgen für Inflation, Kaufkraft und Vermögen.

Gerade in solch unsicheren Zeiten, in denen geopolitische Spannungen die Weltwirtschaft jederzeit ins Wanken bringen können, zeigt sich der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Gold und Silber kennen keine Maut, keine Sanktionen und keine politische Erpressung. Sie sind seit Jahrtausenden ein verlässlicher Anker zur Vermögenssicherung – ein stabiler Baustein in einem breit gestreuten Portefeuille, der gerade dann seine Stärke ausspielt, wenn die Welt in Turbulenzen gerät.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion dar und dient der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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