
Mickriges Wachstum auf Pump: Wie Berlin die Konjunktur mit geliehenem Geld am Leben hält

Wenn die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr überhaupt noch ein Lebenszeichen von sich gibt, dann nur deshalb, weil der Staat mit vollen Händen Geld ausgibt – Geld, das er gar nicht hat. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognose für 2026 kurzerhand halbiert: Lächerliche 0,5 Prozent sollen es jetzt noch werden. Und selbst dieses Mini-Plus, so die ungewöhnlich offene Einschätzung der Berliner Ökonomen, sei „allein der öffentlichen Hand zu verdanken“. Eine Bankrotterklärung der wirtschaftspolitischen Substanz dieses Landes – verpackt in nüchterne Statistik.
Wenn der Staat das letzte Wachstumspflaster klebt
Man muss sich diese Aussage auf der Zunge zergehen lassen. Eine der größten Volkswirtschaften der Welt wächst nicht mehr aus eigener Kraft, sondern wird durch staatliche Ausgabenprogramme künstlich beatmet. Steigende Verteidigungsausgaben und – mit Verzögerung – die Milliarden aus dem berühmt-berüchtigten Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sollen die Konjunktur über Wasser halten. Übersetzt heißt das: Geld auf Pump, gepumpt in Rüstung, Straßen und Brücken, verschleiert, dass hierzulande schlichtweg kein eigenständiges, strukturelles Wachstum mehr stattfindet.
Der private Konsum? Kommt nur schleppend in Gang. Die exportorientierte Industrie? Erholt sich „angesichts struktureller Schwächen“ bestenfalls zögerlich. Mit anderen Worten: Das Fundament bröckelt, und Berlin reagiert nicht mit Reformen, sondern mit der Kreditkarte künftiger Generationen.
Der Energiepreisschock – und das hausgemachte Problem
Als Belastungsfaktoren nennt das DIW den Iran-Krieg und die in der Folge gestiegenen Energiepreise. Immerhin, so beruhigt man, erlebe man kein zweites 2022/23 – der Schock sei kleiner, die Versorgung gesichert. Doch das eigentliche Problem liegt tiefer, und das gibt selbst das Institut zu: Es seien die strukturellen Schwächen, die der deutschen Wirtschaft zusetzten.
Nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, hohe Produktionskosten sowie der demografische Wandel – diese Faktoren begrenzen das Wachstumspotenzial unabhängig von der aktuellen geopolitischen Lage.
Genau hier liegt der Hund begraben. Die Energiepreise sind nicht vom Himmel gefallen. Jahre einer ideologiegetriebenen Energiepolitik, der Ausstieg aus verlässlichen Energieträgern und eine Bürokratielast, die jedes mittelständische Unternehmen erdrückt, haben Deutschland in diese Lage manövriert. Der Krieg im Nahen Osten ist nur der Tropfen, der ein ohnehin überlaufendes Fass zum Überlaufen bringt.
Schulden als Allheilmittel? Die teure Illusion
Friedrich Merz versprach im Wahlkampf, keine neuen Schulden zu machen. Heute verwaltet seine Große Koalition ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und hat die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz gegossen. Die Quittung dafür wird kommen – in Form steigender Inflation und einer Zinslast, die kommende Generationen über Steuern und Abgaben abstottern dürfen.
Selbst das DIW mahnt zur Vorsicht: Entscheidend sei, dass die Mittel aus den Sondervermögen „zügig und tatsächlich zusätzlich abfließen und nicht nur ohnehin bereits geplante Investitionen finanzieren“. Eine berechtigte Sorge. Denn die Erfahrung lehrt, dass im deutschen Behördenapparat zwischen Ankündigung und Umsetzung gerne mal ein halbes Jahrzehnt verstreicht.
Tankrabatt? Bloß nicht zweimal denselben Fehler
Immerhin in einem Punkt zeigt sich das Institut konsequent: Den Tankrabatt lehnt es ab. Er sei teuer, nicht zielgenau und käme vor allem den Mineralölkonzernen zugute. Die Bundesregierung solle ihn nicht über den 30. Juni hinaus verlängern. Eine Energiekostenpauschale wäre das treffsicherere Instrument. Hier könnte man dem DIW ausnahmsweise zustimmen – wobei die eigentliche Frage bleibt, warum die Bürger überhaupt erst durch politisches Versagen in diese Energiepreisfalle getrieben wurden.
Was bleibt: Ein Land lebt von der Substanz
Die nüchterne Wahrheit lautet: Deutschland wächst nicht mehr, es wird subventioniert. Ein Land, das einst Exportweltmeister war, hält sich nur noch durch staatliche Geldspritzen über Wasser. Wer auf solch tönernen Füßen sein Vermögen aufbaut, lebt gefährlich. In Zeiten, in denen die Konjunktur am Tropf des Staates hängt und die Inflation durch immer neue Schuldenberge angeheizt wird, gewinnt ein zeitloser Gedanke an Bedeutung: die Sicherung von Werten, die keine Notenbank drucken und kein Politiker per Federstrich entwerten kann. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie als krisenfester Anker in einem ausgewogenen Portfolio ihren Platz verdienen – gerade dann, wenn das Papiergeld an Vertrauen verliert.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er ersetzt keine individuelle Beratung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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