
Mieten-Schock ist zurück: Hamburg vorn, Berlin ruft nach Enteignung!

Die kurze Atempause auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist vorbei. Laut einer neuen Auswertung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sind die Angebotsmieten im dritten Quartal bundesweit um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, so stark wie seit Anfang 2025 nicht mehr. Binnen eines Jahres liegt das Plus bei 3,7 Prozent. Am heftigsten trifft es Mieter in Hamburg.
Das Strohfeuer der Entspannung
Noch vor einem Jahr klang das ganz anders. Im dritten Quartal 2025 hatte das IfW nur ein mageres Plus von 0,5 Prozent gemessen. Medien schrieben damals, die Mieten wüchsen bloß noch im Tempo der Inflation. Wer daraus eine Trendwende ablas, hat sich offenbar getäuscht.
IfW-Experte Jonas Zdrzalek ordnet die neuen Zahlen so ein:
„Nachdem sich die Jahresrate zwei Quartale lang um die Marke von drei Prozent bewegt hat, nimmt die Mietpreisdynamik nun wieder leicht zu“
Den Anstieg tragen vor allem Bestandswohnungen, die im Sommerquartal um 1,2 Prozent zulegten. Neubauten verteuerten sich nur um 0,6 Prozent. Das klingt nach einer guten Nachricht, ist aber keine. Die Forscher vermuten, dass sich bei den hohen Neubaupreisen schlicht immer weniger Haushalte solche Wohnungen leisten können. Den Daten zufolge stehen Neubauwohnungen in den größten Städten im Schnitt 14 Tage länger leer im Angebot als Altbauten.
Hamburg vorn, München unerreichbar
Regional geht die Entwicklung stark auseinander. Im Quartalsvergleich zogen die Mieten in Berlin (+2,1 Prozent) und Düsseldorf (+2,0 Prozent) am stärksten an. In Köln, im Frühsommer noch Spitzenreiter beim Anstieg, stagnierten sie. Über zwölf Monate gerechnet führt Hamburg mit 6,7 Prozent die acht größten Städte an.
- München: 23,70 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter
- Frankfurt am Main: 17,90 Euro
- Hamburg: 16,50 Euro
- Chemnitz (günstigste Stadt im Index): 6,30 Euro
Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kostet in München damit kalt rund 1.660 Euro im Monat. Für eine junge Familie mit normalem Einkommen ist das kaum noch zu stemmen. Wohneigentum als Weg zum Vermögensaufbau bleibt für viele in den Metropolen ein unerfüllbarer Traum.
Berlin: Die alte Enteignungs-Idee kehrt zurück
Politisch hat das Thema längst Sprengkraft. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September wurde die Linke in Berlin mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. Ihr Wahlkampf drehte sich fast nur um das Wohnen. Nun will die Partei große private Wohnungskonzerne vergesellschaften. Ins Visier geraten dabei vor allem Vonovia und deren Tochter Deutsche Wohnen, die in der Hauptstadt und im Umland zusammen rund 138.000 Wohnungen besitzen.
Neu ist die Idee nicht. Schon 2021 stimmte eine Mehrheit der Berliner in einem Volksentscheid für die Enteignung großer Vermieter. Auch der Berliner Mietendeckel von 2020 endete kläglich: Das Bundesverfassungsgericht kippte ihn 2021. Durch staatliche Eingriffe ist bisher keine einzige zusätzliche Wohnung entstanden.
Das eigentliche Problem heißt Bauen
Kritiker sehen den Kern der Misere woanders: in zu wenig Neubau, ausufernden Bauvorschriften, hohen Grunderwerbsteuern und teuren Energiestandards. Auch die schwarz-rote Bundesregierung setzt vor allem auf Regulierung und hat die Mietpreisbremse bis Ende 2029 verlängert. Hat dieses Rezept die Mieten bisher gedrückt? Die neuen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Wer sieht, wie Wohnkosten, Steuerlast und Staatsschulden zugleich wachsen, sollte sein Vermögen breit aufstellen. Physisches Gold und Silber können als krisenfeste Beimischung dabei helfen, die eigene Kaufkraft langfristig zu sichern.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.
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