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Kettner Edelmetalle
16.07.2026
09:57 Uhr

Milliarden-Deal aus Übersee: Wie ein US-Gigant den Berliner Lieferriesen Delivery Hero schluckt

Es ist ein Paukenschlag, der zeigt, wohin die Reise der einst so gefeierten deutschen Digital-Champions führt: Der amerikanische Fahrdienst- und Lieferkonzern Uber greift nach dem Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero – und legt dafür die stattliche Summe von rund 12,7 Milliarden Euro auf den Tisch. Wieder einmal wandert ein deutsches Vorzeigeunternehmen in amerikanische Hände. Wieder einmal darf man sich fragen, was aus dem angeblichen Innovationsstandort Deutschland eigentlich geworden ist.

Ein Angebot, das die Aktionäre kaum ablehnen können

Uber bietet den Anteilseignern des im MDAX notierten Konzerns satte 41,50 Euro je Aktie. Bedenkt man, dass das Papier im April noch für weniger als 20 Euro über die Ladentheke ging, klingt das nach einem verlockenden Geschäft. Voraussetzung für den Vollzug: Uber muss mindestens 50 Prozent plus eine Aktie einsammeln. Ein Hürde, die angesichts der bereits bestehenden Beteiligungen kaum mehr ins Wanken geraten dürfte.

Denn die Amerikaner haben längst vorgesorgt. Rund 25 Prozent der Anteile befinden sich nach eigenen Angaben bereits direkt im Besitz des Konzerns, weitere knapp zwölf Prozent kontrolliert man über diverse Finanzinstrumente. Und auch der niederländische Großaktionär Prosus, der knapp 17 Prozent hält, hat seinen Segen gegeben und will seine Beteiligung an Uber abtreten. Der Zug ist damit praktisch abgefahren.

Die Börse zeigt sich unbeeindruckt

Bemerkenswert ist die kühle Reaktion an den Handelsplätzen. Statt in Jubelstürme auszubrechen, gab die Delivery-Hero-Aktie nach Handelsbeginn rund 0,7 Prozent nach und rutschte auf 37,90 Euro – also deutlich unter das gebotene Übernahmeangebot. Ein Zeichen für gesunde Skepsis der Anleger? Möglicherweise. Fest steht: Die Euphorie über den vermeintlichen Milliarden-Regen hält sich in überschaubaren Grenzen.

Ein Konzern, der jahrelang Verluste einfuhr

Blickt man hinter die glänzende Fassade dieses Deals, offenbart sich ein durchaus ernüchterndes Bild. Delivery Hero hat unter dem Strich fast durchgängig rote Zahlen geschrieben. Einen echten Überschuss gab es nur ein einziges Mal – im Jahr 2019, und das auch nur, weil man damals das komplette Deutschlandgeschäft mit den Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de an den Rivalen Takeaway.com verkaufte und dabei einen fetten Sondergewinn kassierte.

Das Liefergeschäft sei hochkompetitiv und in hohem Maße von Skaleneffekten abhängig, räumte Aufsichtsratschefin Kristin Skogen Lund unumwunden ein. Der Zusammenschluss mit einem starken Partner sei nun der richtige Schritt, um die künftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Im Klartext: Allein war der einstige Börsenstar aus Berlin offenbar nicht mehr überlebensfähig. Ein bitteres Eingeständnis für ein Unternehmen, das als eines der Aushängeschilder der deutschen Start-up-Szene galt.

Deutschland verabschiedet sich vom eigenen Champion

Besonders pikant: Delivery Hero mag seinen Sitz zwar in Berlin haben, operativ ist der Konzern in Deutschland längst nicht mehr aktiv. Seine Stärke liegt in Asien, Südeuropa, auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika. Um die Kartellwächter zu besänftigen, trennt sich das Unternehmen zudem von seinem Geschäft in gleich vierzehn Ländern – darunter Österreich, Spanien, Polen, Portugal und die Türkei –, das für 1,4 Milliarden Euro an einen New Yorker Finanzinvestor geht.

Uber wiederum verspricht, den Hauptsitz in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Veränderungen an der dortigen Belegschaft vorzunehmen. Zudem wolle man sich bemühen, bis 2031 rund zwei Milliarden Dollar in Deutschland zu investieren – mit Fokus auf autonomes Fahren und Partnerschaften mit der heimischen Automobilindustrie. Man beachte die vorsichtige Formulierung: „sich bemühen“. Versprechen, die im Konjunktiv daherkommen, sind erfahrungsgemäß das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Ein Symptom für ein größeres Problem

Dieser Deal ist mehr als nur eine unternehmerische Randnotiz. Er ist ein weiteres Kapitel einer Entwicklung, die dem wirtschaftlich denkenden Bürger zu denken geben sollte. Während politische Entscheider hierzulande über Genderformulare und Klimaneutralität im Grundgesetz debattieren, wandern die Perlen der deutschen Wirtschaft nach und nach ins Ausland ab. Der Standort Deutschland verliert an Attraktivität – überbordende Bürokratie, hohe Energiekosten und eine ideologiegetriebene Politik tun ihr Übriges. Dass ausgerechnet ein amerikanischer Konzern nun einen ehemaligen deutschen Börsenstar für Milliarden aufkauft, spricht Bände.

Was der kluge Anleger daraus lernen kann

Die Geschichte von Delivery Hero ist eine Lehrstunde über die Fragilität moderner Wachstumsversprechen. Ein Unternehmen, das über Jahre hinweg Verluste anhäuft und schließlich in fremde Hände fällt, zeigt eindrücklich, wie schnell papierne Vermögenswerte an Substanz verlieren können. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte sich nicht allein auf die Kursfantasien von Technologiekonzernen verlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – unabhängig von Übernahmeschlachten, Bilanzverlusten oder politischen Verwerfungen. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Stabilität, die volatile Aktien oft vermissen lassen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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