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Kettner Edelmetalle
14.08.2026
18:44 Uhr
KI-generiert

Moskau in Reichweite: Ukraine baut Rakete – Deutschland liefert mit

Moskau in Reichweite: Ukraine baut Rakete – Deutschland liefert mit
Symbolbild: KI-generiert

Ein ukrainisches Rüstungs-Start-up will schaffen, woran Europas Rüstungsriesen seit Jahren arbeiten: eine eigene ballistische Rakete – und einen Patriot-Ersatz. Die Firma Fire Point aus Kiew entwickelt die Typen FP-7 und FP-9. Der größere Flugkörper soll rund 855 Kilometer weit fliegen. Damit läge Moskau im Zielgebiet.

800 Kilogramm Sprengkopf – und ein Anspruch, der es in sich hat

Die FP-7 ist die kleine Schwester: rund 200 Kilometer Reichweite, etwa 150 Kilogramm Gefechtskopf. Firmenchefin Iryna Terekh beschrieb sie als taktische Rakete fĂĽr Bodenziele, die zugleich fĂĽr die Luftverteidigung umgebaut werde.

Die FP-9 spielt in einer anderen Liga. 800 Kilogramm Sprengkopf, gut 850 Kilometer Reichweite – nach Unternehmensangaben rund 9,5 Meter lang und damit größer als Russlands Iskander-M. Gelingt das Projekt, gehörte die Ukraine zum guten Dutzend Staaten mit dieser Fähigkeit.

Der Zeitplan rutscht – seit Monaten

Terekh hatte die Serienreife ursprünglich für den Herbst in Aussicht gestellt – „wenn niemand unsere Arbeit stört“. Medienberichten zufolge steckt das Programm inzwischen aber immer noch vor dem ersten Testflug: Das Triebwerk werde derzeit gegossen, ein Testschuss werde für den Herbst 2026 erwartet.

Der Grund ist ebenso banal wie lehrreich: Feststoff-Triebwerke kann man nicht bestellen wie Schrauben. Rund 4,6 Tonnen Festtreibstoff stecken laut Firmenangaben allein im FP-9-Motor – etwa das Vierfache der kleineren FP-7. Ein komplettes Treibstoffwerk musste erst aus dem Boden gestampft werden. Wer glaubt, Rüstungsfähigkeit lasse sich per Pressemitteilung herbeiführen, bekommt hier Anschauungsunterricht.

Freyja: Europas Antwort auf die Patriot-Knappheit – mit deutscher Technik

Politisch brisanter als jede Angriffswaffe ist das Verteidigungsprojekt: Unter dem Namen Freyja soll aus der FP-7 ein Abfangflugkörper werden. Berichten zufolge haben sich neun europäische Staaten – darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien – mit Kiew zusammengeschlossen.

Deutsche Firmen sind mittendrin: Hensoldt soll das Radar TRML-4D beisteuern, Diehl Defence Suchkopf-Technologie. Ziel seien bis zu 2.000 Abfangraketen pro Jahr, ein erster funktionsfähiger Prototyp in der ersten Jahreshälfte 2027. Terekh räumte ein, man habe nicht die Zeit, jahrzehntelang an einer eigenen „Hit-to-kill“-Lösung nach PAC-3-Vorbild zu tüfteln – man gehe deshalb in Schritten vor.

Die unbequeme Lektion fĂĽr Berlin

Der Hintergrund ist unbequem: Patriot-Abfangraketen sind knapp, teuer und kommen aus den USA. Washington baut zunächst die eigenen Bestände wieder auf. Europa merkt gerade, wie dünn das Eis ist, auf dem seine Sicherheitsarchitektur steht – während in Berlin Milliarden in Sondervermögen fließen, deren Wirkung sich erst noch zeigen muss.

„Dieses Jahr haben wir Russland mit doppelt so vielen Drohnen angegriffen wie es uns“, sagte Terekh. Man sei dabei „unabhängig von anderen“ – ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall zweierlei: Wehrhaftigkeit entsteht durch Industrie, Ingenieure und Tempo – nicht durch Absichtserklärungen. Und der Krieg an Europas Ostflanke ist von einem Ende weiter entfernt, als manche Sonntagsrede glauben macht. Für Anleger bedeutet geopolitische Dauerspannung vor allem eines: Unsicherheit. Physisches Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch als Stabilitätsanker gedient – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich selbst informieren.

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