
NATO überholt? Ukraines Ex-Armeechef stellt das Bündnis bloß

Walerij Saluschnyj, früherer Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und heute Botschafter seines Landes in London, hat das mächtigste Militärbündnis der Welt für militärisch überholt erklärt. Medienberichten zufolge äußerte er sich Anfang August bei einer Sitzung eines diplomatischen Klubs in Kiew. Seine Botschaft: Ein NATO-Beitritt der Ukraine ergebe kaum noch Sinn – das Bündnis stecke selbst in der Krise.
"Alles ausprobiert" – und trotzdem im Stellungskrieg
Saluschnyj soll erklärt haben, die Ukraine habe praktisch das gesamte westliche Arsenal durchgetestet – mit Ausnahme von Tomahawk-Marschflugkörpern, F-35-Jets, Flugzeugträgern und Atomwaffen. Das Ergebnis sei ernüchternd, die eigenen Ressourcen seien erschöpft.
"Russland hat gegen all das ein wirksames Gegenmittel gefunden" – so wird der General in Berichten über den Auftritt zitiert.
Die NATO bezeichnete er den Berichten zufolge als "moralisch überholte" Struktur. Nötig sei ein neuer, eigenständiger Verteidigungsverbund, der die Sicherheit in Europa tatsächlich garantieren könne. Das ist starker Tobak – ausgerechnet von einem Mann, dessen Armee jahrelang nach NATO-Standards ausgebildet wurde.
Warum diese Stimme Gewicht hat
Saluschnyj ist kein beliebiger Kritiker. In einer Anfang August veröffentlichten Umfrage des Instituts "Sozis" unter 2.000 Ukrainern landete er als vertrauenswürdigster Politiker des Landes auf Platz eins – rund 27,8 Prozent vertrauten ihm demnach "voll und ganz", weitere 37,1 Prozent "eher ja". Präsident Selenskyj kam nur auf Rang sechs.
Sein Vorwurf zielt auf einen wunden Punkt: Der Krieg wird längst von Billigdrohnen, Software und schnellen Innovationszyklen entschieden. Kampferprobte Armeen aktualisieren ihre Taktik binnen Wochen. Westliche Beschaffungsbürokratien brauchen dafür oft Jahre – Ausschreibung, Gutachten, Nachtragshaushalt.
Und Deutschland? Der Fall Leipzig
Wie verwundbar der Westen ist, zeigte zuletzt der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Der Sicherheitsexperte Nico Lange nannte die deutsche Abwehrfähigkeit im Bayerischen Rundfunk "peinlich" und "beunruhigend"; Deutschland sei "erstaunlicherweise schlecht vorbereitet". Statt neuer Gremien brauche es endlich eine flächendeckende Sensorik an kritischer Infrastruktur.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das die eigentliche Blamage: Milliarden fließen in Sondervermögen und Ankündigungen – aber ein Flughafen, über den Militärgüter rollen, ist offenbar kaum gegen ein Fluggerät für ein paar tausend Euro geschützt. Wer Verteidigung ernst meint, muss Bürokratie abbauen, nicht Haushaltslöcher mit neuen Schulden stopfen.
Was das für Bürger bedeutet
Sicherheitspolitische Zweifel bleiben selten folgenlos. Sie treiben Rüstungsausgaben, Staatsverschuldung und damit langfristig die Belastung von Steuerzahlern und Sparern. Zugleich reagieren Märkte nervös auf jede Eskalation – von Energiepreisen bis zu Lieferketten.
Historisch haben Bürger in unsicheren Zeiten auf Werte gesetzt, die nicht von der Zahlungsfähigkeit eines Staates abhängen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen deshalb als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen – als Versicherung, nicht als Wette.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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