
Öffentlich-rechtliche Respektlosigkeit: SWR konfrontiert Nonne mit obszöner Frage

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einmal mehr bewiesen, dass ihm nichts mehr heilig ist – im wahrsten Sinne des Wortes. In einer Dokumentation des SWR über das Klosterleben wurde eine Ordensfrau gleich zu Beginn mit einer derart geschmacklosen Frage konfrontiert, dass selbst das betroffene Kloster sich genötigt sah, öffentlich Distanz zum Sender zu nehmen. Die Frage, die der zwangsgebührenfinanzierte Sender einer Nonne stellte: „Was machst du, wenn du wirklich horny bist? Dürft ihr masturbieren?"
Spiritualität als Freiwild für den Staatsfunk
Was sich wie ein schlechter Scherz anhört, ist bittere Realität. Die SWR-Journalistin Leonie Maderstein verbrachte für das Format „360 Grad" einen Tag und eine Nacht im Kloster Hegne am Bodensee, um das Leben der dort ansässigen Kreuzschwestern zu dokumentieren. Der Titel der Sendung „24h im Kloster: So ist der Alltag von Schwester Marie-Salome" klingt zunächst harmlos, ja geradezu respektvoll. Doch bereits in der allerersten Szene der Dokumentation offenbart sich die wahre Intention des Senders.
Schwester Marie-Salome, die mit 25 Jahren ins Kloster eintrat und seit neun Jahren dort lebt, hatte sich offenkundig auf ein ernsthaftes Gespräch über ihren Glauben und ihre Berufung eingestellt. Sie berichtete bereitwillig über die Bedeutung ihres Ordensnamens – Marie in Anlehnung an die Gottesmutter, Salome nach jener Frau, die im Neuen Testament zu den ersten Zeuginnen der Auferstehung Christi gehörte. „Ich möchte Gott in die Welt bringen als den Gekreuzigten und Auferstandenen", erklärte die Ordensfrau ihre Motivation. Doch für solch tiefgründige spirituelle Reflexionen hatte der SWR offensichtlich wenig Interesse.
Reddit-Nutzer als journalistische Stichwortgeber
Besonders bezeichnend für den Verfall journalistischer Standards ist die Methode, mit der die Fragen zusammengestellt wurden. Statt selbst zu recherchieren und durchdachte Fragen zu formulieren, bat der SWR vorab Internetnutzer auf der Plattform Reddit, ihre Fragen einzureichen. Das Ergebnis dieser Crowdsourcing-Aktion spricht für sich: Während einige Nutzer durchaus seriöse Fragen stellten – etwa nach der Finanzierung des Klosterlebens –, nutzten andere die Gelegenheit für pubertäre Provokationen.
Dass eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die jährlich Milliarden an Zwangsgebühren kassiert, solche Fragen ungefiltert übernimmt und sie einer Ordensfrau vor laufender Kamera stellt, offenbart ein erschreckendes Maß an Respektlosigkeit gegenüber religiösen Überzeugungen. Man stelle sich nur einmal vor, dieselbe Journalistin hätte einen Imam gefragt, was er empfinde, wenn er eine saftige Schweinshaxe sehe. Der Aufschrei wäre ohrenbetäubend gewesen, Rassismusvorwürfe hätten nicht lange auf sich warten lassen.
Das Kloster distanziert sich
Die Reaktion des Klosters Hegne fiel entsprechend verhalten aus. Auf der Facebook-Seite der Gemeinschaft heißt es unmissverständlich: „Mit dem Schnitt und der Titelgebung der Reportage ist das Kloster Hegne nicht in allen Punkten einverstanden." Eine diplomatische Formulierung, hinter der sich deutliche Kritik verbirgt. Dass die Dokumentation dennoch als „insgesamt respektvoll und nahbar" bezeichnet wird, dürfte eher dem christlichen Gebot der Nächstenliebe geschuldet sein als einer tatsächlichen Zufriedenheit mit dem Ergebnis.
Auf Instagram veröffentlichte der SWR den besagten Videoausschnitt unter dem reißerischen Titel „Ein Leben ohne Sex?!" – als sei die Enthaltsamkeit einer Ordensfrau ein Kuriosum, das der Belustigung des Publikums dienen müsse. In der Beschreibung zum Video versuchte sich der Sender in einer halbherzigen Rechtfertigung: „Mit unserer Frage zum Thema Masturbation wollten wir in keinem Fall geschmacklos sein." Man habe lediglich Klischees aufgreifen wollen. Dass die obszöne Frage nicht nur den Einstieg ins Instagram-Video, sondern auch in die vollständige Dokumentation bildet, verschwieg der Sender wohlweislich.
Der Niedergang des öffentlich-rechtlichen Journalismus
Die 1995 geborene Journalistin Leonie Maderstein studierte Theater- und Medienwissenschaft sowie Anglistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Auf ihrer eigenen Webseite beschreibt sie ihre Arbeit mit den Worten: „Bisschen YouTube, bisschen Fernsehen, bisschen Bühne. Bisschen seriös, bisschen quatsch." Eine Selbstbeschreibung, die unfreiwillig den Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf den Punkt bringt.
Was hier geschehen ist, reiht sich nahtlos ein in eine lange Liste von Entgleisungen der Öffentlich-Rechtlichen. Der Respekt vor religiösen Überzeugungen, vor Traditionen und vor der Würde des Einzelnen scheint in den Redaktionsstuben längst verloren gegangen zu sein. Stattdessen regiert eine Mischung aus Sensationsgier und ideologischer Verachtung für alles, was nicht dem progressiven Zeitgeist entspricht.
„Ich möchte Gott in die Welt bringen als den Gekreuzigten und Auferstandenen. Das heißt, mit den Menschen unterwegs sein, in ihren Sorgen und Nöten, aber auch da, wo man das Leben miteinander feiert."
Diese Worte von Schwester Marie-Salome zeugen von einer Tiefe und Ernsthaftigkeit, die der SWR-Journalistin offenbar völlig fremd ist. Während die Nonne ihr Leben dem Dienst an Gott und den Menschen gewidmet hat, reduziert der öffentlich-rechtliche Rundfunk ihre Existenz auf die Frage nach sexueller Befriedigung. Es ist ein Armutszeugnis für eine Institution, die sich selbst gerne als Hüterin von Qualität und Anstand präsentiert.
Zweierlei Maß bei religiösen Themen
Die Frage drängt sich auf: Warum traut sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk solche Respektlosigkeiten ausgerechnet gegenüber christlichen Ordensleuten? Die Antwort liegt auf der Hand. Christen gelten in den Redaktionen als „sichere Ziele" – sie werden nicht gewalttätig, sie rufen nicht zum Boykott auf, sie organisieren keine Massendemonstrationen. Diese Friedfertigkeit wird vom Staatsfunk schamlos ausgenutzt.
Man vergleiche dies mit der Samthandschuh-Behandlung, die anderen Religionsgemeinschaften zuteilwird. Kritische Fragen an muslimische Geistliche? Undenkbar. Eine Dokumentation über das Intimleben in einer Moschee? Niemals. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk praktiziert hier ein Zwei-Klassen-System der Religionsberichterstattung, das seinesgleichen sucht.
Der Altersdurchschnitt im Kloster Hegne liegt bei über 80 Jahren, junge Nonnen sind selten geworden. Anstatt dieses Phänomen ernsthaft zu beleuchten und nach den Gründen für den Nachwuchsmangel zu fragen, zieht der SWR das Ordensleben ins Lächerliche. Dabei wäre gerade eine respektvolle Auseinandersetzung mit dem monastischen Leben ein wertvoller Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über Werte, Sinnsuche und Spiritualität in einer zunehmend säkularisierten Welt.
Die Rechnung zahlt der Bürger
Besonders bitter ist die Erkenntnis, dass jeder deutsche Haushalt für solche Produktionen zwangsweise zur Kasse gebeten wird. Der Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro monatlich finanziert nicht etwa investigativen Journalismus oder bildende Dokumentationen, sondern respektlose Provokationen gegen religiöse Menschen. Die Frage, die sich viele Bürger stellen, lautet längst nicht mehr, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk reformiert werden sollte, sondern ob er in seiner jetzigen Form überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat.
Der Fall der SWR-Dokumentation ist symptomatisch für einen tiefgreifenden Werteverfall in den deutschen Medien. Traditionelle Überzeugungen, religiöse Hingabe und spirituelle Tiefe werden belächelt, verhöhnt oder – wie in diesem Fall – mit obszönen Fragen konfrontiert. Es ist höchste Zeit, dass sich die schweigende Mehrheit der Deutschen gegen diese Respektlosigkeit zur Wehr setzt und eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Systems einfordert.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











