
Öl-Schock nach Trumps Nein: Brent springt fast auf 107 Dollar!

US-Präsident Donald Trump hat ein Friedensangebot aus Teheran abgelehnt, und die Ölmärkte haben sofort reagiert. Im asiatischen Handel stieg die Nordseesorte Brent am Montag um 2,65 Prozent auf 106,96 Dollar je Barrel. Seit Kriegsbeginn im Februar ist die Straße von Hormus blockiert, und eine Öffnung ist nicht in Sicht.
Auch US-Öl wurde teurer. Der WTI-Kontrakt zur Lieferung im November legte um 1,69 Prozent auf 94,10 Dollar zu. An den Börsen gilt damit wieder das Prinzip Hoffnung, und die war zuletzt ohnehin knapp.
Sieben Tage bis zur Öffnung, aber nur zu Teherans Bedingungen
Ende vergangener Woche hatte der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Rande der UN-Generalversammlung in New York einen Plan vorgestellt. Die Straße von Hormus könne demnach binnen sieben Tagen wieder geöffnet werden. Danach sollten die Atomgespräche mit Washington neu beginnen. Medienberichten zufolge übermittelte Teheran den Plan über Katar. Er baue auf einer Absichtserklärung auf, die beide Seiten im Juni unterzeichnet hätten.
„Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wird die Straße von Hormus nach sieben Tagen offen sein, und die Gespräche werden wieder aufgenommen."
Die Bedingungen haben es in sich. Laut Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei verlangt Iran ein Ende der amerikanischen „Aggressionsakte". Außerdem sollen die Seeblockade und der Wirtschaftskrieg beendet und eingefrorene iranische Vermögen freigegeben werden. Ein Kompromiss sieht anders aus.
Trump bleibt hart und schaut auf den Wahlkalender
Die Antwort aus Washington fiel knapp aus. Wie das „Wall Street Journal" am Samstag unter Berufung auf ungenannte US-Regierungsvertreter berichtete, habe Trump das Angebot verworfen. Gegenüber Beratern soll er zudem erklärt haben, er rechne mit neuen US-Angriffen auf Iran nach den Zwischenwahlen im November. Vor Reportern bestätigte der Präsident später selbst: „Sie haben einen Vorschlag gemacht, aber ich habe ihn abgelehnt."
Anfang des Monats hatte Trump noch in Aussicht gestellt, der Konflikt werde bald nach den Midterms enden und die Ölpreise würden dann sinken. Hinzu kommt: Ein Beamter des Weißen Hauses sagte laut Medienberichten, die USA säßen mit ihrer Kontrolle über die Meerenge am längeren Hebel und hätten es „nicht eilig". Beobachter sehen darin eine Machtpolitik, die sich stark am Wahlkalender orientiert. Die Kosten dafür zahlt vor allem der Rest der Welt.
Weitere Unruhe im Jemen
Die Lage bleibt auch anderswo angespannt. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition im Jemen meldete am Samstag, sie habe Geschosse der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen abgefangen. Der Krieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels auf Iran begonnen und zieht seither immer weitere Kreise.
Warum das deutsche Verbraucher direkt trifft
Durch die Straße von Hormus lief vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels. Wird diese Route blockiert, trifft das rohstoffarme Länder wie Deutschland besonders hart. Das zeigt sich an der Zapfsäule, bei den Heizkosten und bei den Preisen in der Industrie.
Für die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft ist das Gift. Sie leidet schon jetzt unter hohen Energiepreisen, Abgaben und Bürokratie. Teures Öl wirkt wie eine zusätzliche Steuer, die niemand beschlossen hat, die aber jeder bezahlt. Gleichzeitig befeuert es die Inflation, die still und leise Ersparnisse entwertet.
Fazit: Krisenschutz statt Hoffnung auf den November
Wer sein Vermögen darauf verwettet, dass sich die Lage nach den US-Wahlen beruhigt, geht ein hohes Risiko ein. In Phasen geopolitischer Eskalation suchen Anleger traditionell Schutz in Gold und Silber. Physische Edelmetalle hängen weder an Zusagen aus Washington noch an Bedingungen aus Teheran. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie ein stabiler Anker sein, gerade wenn die Welt aus den Fugen gerät.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Rohstoffen oder Edelmetallen. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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