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Kettner Edelmetalle
24.02.2026
06:16 Uhr

Pekings Wärmepumpen-Blitzkrieg: Droht deutschen Herstellern das gleiche Schicksal wie der Solarindustrie?

Es ist ein Muster, das sich mit erschreckender Präzision wiederholt. Erst zerlegte China die deutsche Solarindustrie. Dann nahm Peking die Automobilbranche ins Visier. Nun steht der nächste Dominostein bereit zu fallen: die deutsche Heizungsindustrie. Die chinesische Zentralregierung hat einen Strategieplan mit dem klingenden Titel „Aktionsplan zur Förderung einer hochwertigen Entwicklung in der Wärmepumpenindustrie" veröffentlicht – und wer zwischen den Zeilen liest, erkennt darin nichts Geringeres als eine industriepolitische Kriegserklärung an Europa.

Chinas Masterplan: Billiger, schneller, dominanter

Der Aktionsplan, den der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) in einer deutschen Fassung zugänglich gemacht hat, liest sich wie eine Blaupause für systematische Markteroberung. Bis 2030 will Peking die heimische Wärmepumpenindustrie massiv skalieren – sowohl für den gigantischen Binnenmarkt als auch, und das ist der entscheidende Punkt, für den Export. Die Geräte sollen mindestens 20 Prozent effizienter arbeiten, kompakter gebaut werden und schneller einbaubar sein. Miniaturisierung, Effizienzsprung, Massenproduktion – die Trias, mit der China bereits ganze Industriezweige weltweit unter sich begraben hat.

Besonders alarmierend: Chinesische Hersteller entwickeln ihre Produkte längst gezielt für den europäischen Markt. Björn Schreinermacher, Leiter Politik des BWP, weist darauf hin, dass mittlerweile fast jeder chinesische Anbieter Propan-Wärmepumpen im Sortiment führe. Diese seien innerhalb weniger Jahre eigens für Europa konzipiert worden, da der Kontinent natürliche Kältemittel bevorzuge und ab 2028 eine entsprechende EU-Vorgabe greife. Die Chinesen haben also ihre Hausaufgaben gemacht – während Berlin offenbar noch über die Aufgabenstellung grübelt.

Quasi unbegrenzter Zugang zu Kapital – ein bekanntes Rezept

Was die Situation besonders brisant macht, ist die finanzielle Feuerkraft hinter Pekings Offensive. Branchenexperten sprechen von einem „quasi unbegrenzten Zugang zu finanziellen Mitteln" für chinesische Hersteller. Regionalregierungen, staatliche Plattformen und Banken mit zinslosen Krediten – das gesamte Arsenal der chinesischen Industrieförderung werde in Stellung gebracht. Dieses Muster kennt die Welt nur zu gut. Es war exakt dieselbe Strategie, die einst die deutsche Photovoltaik-Industrie in den Ruin trieb. Unternehmen wie Q-Cells oder SolarWorld – einst Weltmarktführer, heute bestenfalls Fußnoten der Wirtschaftsgeschichte.

Und was tat die deutsche Politik damals? Sie schaute zu. Sie philosophierte über fairen Wettbewerb, während chinesische Staatsbetriebe mit subventionierten Dumpingpreisen einen Hersteller nach dem anderen vom Markt fegten. Nun droht sich dieses Trauerspiel zu wiederholen – diesmal bei Viessmann, Bosch, Stiebel Eltron und Vaillant, den verbliebenen Flaggschiffen der deutschen Heizungsindustrie.

Pekings grüner Anstrich – und die geopolitische Realität dahinter

China verpackt seine Offensive geschickt in das Gewand der Klimapolitik. Wärmepumpen sollen Kohlekessel ersetzen, in Wohngebäuden ebenso wie in Schulen, Krankenhäusern, Hotels und Büros. Selbst Autos, Busse und die Landwirtschaft stehen auf der Liste. Hersteller sollen ihren CO₂-Fußabdruck minimieren und entlang der gesamten Lieferkette kohlenstoffarm produzieren. Klingt vorbildlich – doch wer genauer hinschaut, erkennt die knallharte geopolitische Kalkulation dahinter.

China importiert nach wie vor gewaltige Mengen an Öl, Kohle und Gas. Peking will diese Abhängigkeit reduzieren – nicht aus Liebe zum Klima, sondern aus strategischem Eigeninteresse. Wind- und Solarenergie wachsen rasant, Großspeicher werden gebaut, Netze digitalisiert, E-Autos verbreiten sich flächendeckend. Die Wärmepumpen-Offensive ist lediglich ein weiterer Baustein in Chinas Plan, sich energiepolitisch unangreifbar zu machen und gleichzeitig die industrielle Dominanz über den Rest der Welt auszubauen.

Berlin im Dornröschenschlaf – während die Konkurrenz aufrüstet

Und was macht die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz? Schreinermacher vom BWP findet deutliche Worte: Man nehme den Zusammenhang sehr ernst und erwarte das auch von der Bundesregierung. Eine diplomatische Formulierung für das, was viele in der Branche denken: Berlin reagiert viel zu langsam.

Die Unsicherheit wird durch die schleppende Reform des sogenannten „Heizungsgesetzes" noch verschärft. Solange die Regierung keine konkreten Rahmenbedingungen vorlegt, fehlt den Unternehmen jede Planungssicherheit. Besonders heikel wird es bei der Förderung. Sollte es zu einer Kürzung der Heizungsförderung kommen, könnte dies einen gnadenlosen Preiswettbewerb auslösen, in dem europäische Hersteller gegen die staatlich alimentierte chinesische Konkurrenz keine Chance hätten. Die aktuelle Förderung sorge noch für hohe Qualitätserwartungen und eine Nachfrage nach europäischen Produkten, warnt Schreinermacher. Doch das könne sich schnell ändern, wenn der Preisdruck weiter zunehme.

In der kommenden Woche soll das Gebäudemodernisierungsgesetz erste Eckpunkte liefern. Parallel diskutiert die EU eine „Made in Europe"-Vorgabe, die für öffentliche Aufträge und Subventionen gelten könnte. Auch in Deutschland kursiert die Idee, Fördermittel an europäische Wärmepumpen zu knüpfen. Ob diese Maßnahmen rechtzeitig kommen und ob sie ausreichen werden, steht allerdings in den Sternen.

Die bittere Lektion, die niemand lernen will

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, wohin die Reise geht. Deutschland hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine industrielle Kernkompetenz nach der anderen verloren – an einen Konkurrenten, der mit staatlicher Macht, strategischer Geduld und schier unerschöpflichen Finanzmitteln operiert. Die Solarindustrie? Weg. Die Batteriefertigung? Nie wirklich aufgebaut. Die Automobilindustrie? Unter massivem Druck. Und nun die Heizungsbranche.

Es ist ein Armutszeugnis für die deutsche Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre, dass sich dieses Muster immer wieder wiederholt. Statt die eigene Industrie mit klaren Rahmenbedingungen, verlässlicher Förderung und einer realistischen Energiepolitik zu stärken, hat man sich in ideologischen Debatten über Heizungsverbote und Gebäudeenergiegesetze verloren. Das Ergebnis: Verunsicherte Verbraucher, frustrierte Unternehmer und eine Branche, die dem nächsten chinesischen Tsunami weitgehend schutzlos ausgeliefert ist. Wer traditionelle Industriepolitik als gestrig abtut und stattdessen auf regulatorische Gängelung setzt, darf sich über die Konsequenzen nicht wundern.

Die Frage ist nicht mehr, ob China den europäischen Wärmepumpenmarkt aufmischen wird. Die Frage ist nur noch, wie viel von der deutschen Heizungsindustrie danach übrig bleibt.

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