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Kettner Edelmetalle
15.06.2026
15:02 Uhr

Pfizergate, die Zweite: Von der Leyen droht im Impfstoff-Skandal die nÀchste Schlappe vor Gericht

Es ist ein LehrstĂŒck ĂŒber die Selbstherrlichkeit der BrĂŒsseler Apparatschiks – und ĂŒber das, was im Maschinenraum der EuropĂ€ischen Union als „demokratische Kontrolle“ durchgehen soll. Ursula von der Leyen, EU-KommissionsprĂ€sidentin und unangefochtene Königin der verschwundenen Textnachrichten, steht vor der nĂ€chsten juristischen Bauchlandung. Im Streit um die Offenlegung der milliardenschweren Corona-ImpfstoffvertrĂ€ge empfahl Generalanwalt Athanasios Rantos dem EuropĂ€ischen Gerichtshof, ein fĂŒr die Kommission verheerendes Urteil der Vorinstanz zu bestĂ€tigen. DarĂŒber berichtet die österreichische Krone.

Worum es bei dem Milliarden-Deal geht

Man muss sich die Dimension vor Augen fĂŒhren: In den Jahren 2020 und 2021 handelte die EU-Kommission im Namen der Mitgliedstaaten VertrĂ€ge mit Pharmagiganten wie Pfizer und BioNTech aus. Allein um eines dieser GeschĂ€ftspakete tobt nun der Rechtsstreit – ein Volumen von 2,7 Milliarden Euro fĂŒr die verbindliche Bestellung von ĂŒber einer Milliarde Impfdosen. Steuergeld der europĂ€ischen BĂŒrger, versteht sich. Verhandelt offenbar gerne mal per SMS, abgewickelt im Halbdunkel.

Bereits im Juli 2024 hatte das Gericht der EuropĂ€ischen Union festgestellt, dass die Kommission die Namen ihrer VerhandlungsfĂŒhrer sowie ganze Teile der Vertragsunterlagen zu Unrecht geschwĂ€rzt hatte. Geklagt hatten mehrere EU-Abgeordnete – jene also, die eigentlich kontrollieren sollten, was in ihrem Namen unterschrieben wurde. Die Richter befanden, BrĂŒssel habe schlicht nicht nachgewiesen, dass eine Veröffentlichung bestimmter Klauseln die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne gefĂ€hrde. Und – pikant – die Kommission hĂ€tte deutlich mehr ĂŒber mögliche Interessenkonflikte ihrer VerhandlungsfĂŒhrer preisgeben mĂŒssen.

Der Generalanwalt spricht Klartext

Rantos schloss sich dieser EinschĂ€tzung nun weitgehend an. Es liege im öffentlichen Interesse, die Verhandlungen nachvollziehbar zu machen, befand er. Die bisherige Praxis der Kommission erschwere die demokratische Kontrolle und die Rechenschaftspflicht der beteiligten Institutionen. Mit anderen Worten: BrĂŒssel mauert – und ein Generalanwalt traut sich, das auch so zu benennen.

Die Empfehlung eines Generalanwalts ist fĂŒr den EuGH zwar nicht bindend. Doch in der Praxis folgen ihr die Richter erstaunlich hĂ€ufig. Ein Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet.

Pfizergate – ein Skandal mit System

Wer glaubt, es handele sich um einen einmaligen Ausrutscher, der irrt gewaltig. Schon im Mai 2025 hatte dasselbe Gericht im berĂŒchtigten „Pfizergate“-Verfahren die Weigerung der Kommission, die Textnachrichten zwischen von der Leyen und Pfizer-Chef Albert Bourla offenzulegen, fĂŒr rechtswidrig erklĂ€rt. Die New York Times hatte auf Herausgabe geklagt. Das Ergebnis? Die Kommission konnte angeblich nicht plausibel erklĂ€ren, weshalb die SMS schlicht nicht mehr auffindbar gewesen seien. Verschwunden. Verdampft. Als hĂ€tte es sie nie gegeben.

Man stelle sich vor, ein gewöhnlicher BĂŒrger wĂŒrde dem Finanzamt erklĂ€ren, die belastenden Unterlagen seien leider „nicht mehr auffindbar“. Die Reaktion dĂŒrfte eine andere sein als ein mĂŒdes Achselzucken in BrĂŒssel. Gegen jenes Urteil verzichtete die Kommission denn auch elegant auf jedes Rechtsmittel – ein EingestĂ€ndnis, das BĂ€nde spricht.

Eine ungewÀhlte Spitze ohne Konsequenzen

Hier offenbart sich die ganze demokratische Misere eines Apparates, der sich seiner eigenen BĂŒrger immer weiter entfremdet hat. Eine KommissionsprĂ€sidentin, die nie durch eine Volkswahl in ihr Amt gelangte, wickelt GeschĂ€fte in Milliardenhöhe ab – und entzieht sich anschließend jeder Transparenz. Gerichtsurteile prallen ab wie an Teflon. Konsequenzen? Fehlanzeige. Genau dieses Muster der Verantwortungslosigkeit nĂ€hrt das Misstrauen, das immer mehr EuropĂ€er gegenĂŒber dem BrĂŒsseler Moloch hegen – und das, wie man fairerweise sagen muss, nicht ohne Grund.

Die zentrale Frage bleibt: Was nĂŒtzt das schönste Urteil, wenn am Ende niemand zur Rechenschaft gezogen wird? WĂ€hrend der einfache Steuerzahler fĂŒr jedes Brötchen eine Quittung benötigt, werden hier VertrĂ€ge ĂŒber Milliarden im Nebel der Unauffindbarkeit verhandelt. Es ist ein Sittenbild, das jedem AnhĂ€nger einer echten, bĂŒrgernahen Politik die Zornesröte ins Gesicht treibt.

Was der Anleger daraus lernen sollte

Diese AffĂ€re lehrt vor allem eines: Wer sein Vermögen Institutionen anvertraut, die Transparenz fĂŒr ein lĂ€stiges Übel halten, baut auf Sand. Vertrauen ist die hĂ€rteste WĂ€hrung – und genau sie wird in BrĂŒssel mit jedem verschwundenen SMS-Verlauf verspielt. Wer sich gegen die Launen einer Politik wappnen will, die Milliarden im Verborgenen verschiebt und die Geldmenge munter aufblĂ€ht, der sollte ĂŒber die zeitlose StabilitĂ€t physischer Edelmetalle nachdenken. Gold und Silber kennen keine geschwĂ€rzten VertrĂ€ge, keine gelöschten Nachrichten und keine FunktionĂ€re, die sich der Rechenschaft entziehen. Sie sind, was sie sind – greifbar, bestĂ€ndig und unabhĂ€ngig vom Wohlwollen einer Kommission. Als solider Baustein eines breit gestreuten Portfolios bieten sie das, was BrĂŒssel offenbar verloren hat: VerlĂ€sslichkeit.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder Rechts- noch Steuerberatung. Jeder Leser ist aufgefordert, sich eigenstĂ€ndig zu informieren und seine Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen oder fachkundigen Rat einzuholen. FĂŒr getroffene Anlageentscheidungen ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.

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