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25.08.2026
16:35 Uhr
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Preisregen für Merkel: Caritas ehrt Ex-Kanzlerin – Bosetti hält die Laudatio

Preisregen für Merkel: Caritas ehrt Ex-Kanzlerin – Bosetti hält die Laudatio
Symbolbild: KI-generiert

Die nächste Auszeichnung für Angela Merkel: Der Caritasverband für die Diözese Augsburg verleiht der früheren Bundeskanzlerin (CDU) seinen Elisabeth-Preis. Gewürdigt werden laut Verband ihre Haltung und ihr Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Überreicht wird die Ehrung am 25. September im Goldenen Saal der Stadt Augsburg.

Merkel nehme den Preis persönlich entgegen, teilte der katholische Wohlfahrtsverband mit. Erwartet werden auch der Augsburger Bischof Bertram Meier und Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa. Der Festakt bildet den Auftakt der bundesweiten Caritas-Herbstsammlung unter dem Motto „Zusammen geht was! Caritas verbindet Generationen“.

„Gerade jetzt braucht unser Land Menschen …“

Caritasdirektor Markus Müller begründete die Entscheidung mit deutlichen Worten:

„Gerade jetzt braucht unser Land Menschen, die für Menschlichkeit und Miteinander stehen.“

Die Ehrung würdige, so Müller weiter, Merkels herausragende Verdienste und ihr Wirken für Solidarität, Verantwortung und ein respektvolles Miteinander. Der Preis erinnert an die heilige Elisabeth von Thüringen (1207–1231), die Schutzpatronin der Caritas. Verliehen wird er als Urkunde samt Glasquader, in den die Statue der Heiligen eingelasert wird.

Ausgerechnet diese Laudatorin

Pikant ist die Personalie am Rednerpult: Die Laudatio hält die Schriftstellerin und Kabarettistin Sarah Bosetti, bekannt aus dem ZDF. Bekanntheit erlangte sie in der Corona-Zeit mit einem Vergleich, in dem sie Ungeimpfte als Blinddarm der Gesellschaft bezeichnete – ein solcher Blinddarm sei „ja jetzt nicht im strengeren Sinne essentiell für das Überleben des Gesamtkomplexes“, sagte sie damals in einem ihrer Fernsehauftritte.

Im Mai dieses Jahres sorgte sie erneut für Empörung. Mit Blick auf AfD-Umfragewerte in Sachsen-Anhalt erklärte sie Medienberichten zufolge in ihrer Sendung, diese zeigten, „dass menschliches Handeln zu doof ist für die Demokratie“. Die AfD zu wählen sei „moralisch so mittel“, vor allem aber „einfach dumm“.

Eine Laudatio auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt – gehalten von einer Satirikerin, die Millionen Wähler pauschal abkanzelt? Für viele Bürger dürfte das nicht wie Versöhnung klingen, sondern wie Hohn. Aus Sicht unserer Redaktion offenbart die Auswahl ein Verständnis von „Zusammenhalt“, das offenbar nur für die richtige Seite gilt.

Die lange Liste der Ehrungen

Es ist beileibe nicht die erste Auszeichnung für die Altkanzlerin seit ihrem Abschied aus dem Kanzleramt Ende 2021:

  • 2023: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh ihr das Großkreuz in besonderer Ausführung des Bundesverdienstordens – zuvor erhielten diese höchste Auszeichnung der Bundesrepublik nur Konrad Adenauer und Helmut Kohl.
  • 2026: Das Europäische Parlament zeichnete sie mit dem neu geschaffenen Europäischen Verdienstorden aus, erstmals vergeben zum 75. Jahrestag der Schuman-Erklärung. Unter den 19 weiteren Geehrten: Wolodymyr Selenskyj und Lech Walesa.

Ein Land, das über die Bilanz streitet

Während Verbände und Institutionen Orden verteilen, diskutiert das Land weiter über die Folgen von 16 Jahren Merkel-Regierung: Migrationspolitik, Energiewende, Abhängigkeit von russischem Gas, der Zustand der Bundeswehr. Kritiker sehen in dieser Bilanz die Wurzel vieler heutiger Probleme – Befürworter loben Krisenmanagement und Berechenbarkeit.

Beobachter fragen deshalb: Ehrt hier ein Teil des Establishments vor allem sich selbst? Zusammenhalt entsteht nicht durch Glasquader und Festreden – sondern dort, wo abweichende Meinungen nicht als Dummheit abgetan werden.

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