
Raffinerien im Visier: Selenskyj droht Putin mit dem Öl-Gegenschlag!

Die Ukraine will Russland dort treffen, wo es dem Kreml am meisten wehtut: an den Ölraffinerien. Das kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag in Kiew in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters an. Er reagiert damit nach eigenen Worten auf eine neue russische Angriffsstrategie. Zivile Ziele wolle Kiew dabei nicht angreifen.
Geheimpapiere: Moskaus Plan für den Winter
Laut Selenskyj sind ukrainische Geheimdienste an Dokumente gelangt, die eine „neue Doktrin“ Wladimir Putins belegen sollen. Diese erlaube Angriffe auf Infrastruktur und Logistik, auf Straßen, Schulen und Krankenhäuser, in Städten genauso wie in Dörfern. Das Ziel sei, die Menschen aus Kiew und anderen Städten zu vertreiben.
Der Kreml war am Samstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das russische Außenministerium rief Ausländer jedoch auf, Kiew zu verlassen. Moskau werde weiter systematisch Ziele angreifen, hieß es, und zwar als Vergeltung für ukrainische Angriffe der vergangenen Monate. Beide Seiten bestreiten, gezielt Zivilisten anzugreifen.
Die vergangene Woche zeigt, wie ernst die Lage ist. Russische Drohnen und Raketen trafen Kiews Energieversorgung, das Telefon- und Datennetz sowie Straßen und Bahnstrecken. Erstmals griff Russland auch die Dnipro-Brücken an, die den Osten und Westen der Hauptstadt verbinden.
Öl gegen Strom: Wie die Ukraine zurückschlagen will
Selenskyjs Rechnung ist einfach. Wer ukrainische Kraftwerke zerstört, soll seine Einnahmen verlieren. Die Raffinerien brächten Moskau das Geld für diesen Krieg, sagte der Präsident. Auf zivile Objekte werde die Ukraine aber nicht so antworten wie Russland.
Damit stellt er sich offen gegen Washington. Erst im September hatte US-Präsident Donald Trump Kiew aufgefordert, russische Ölanlagen nicht mehr anzugreifen. Seine Begründung: Die Angriffe trieben die weltweiten Dieselpreise nach oben. Auch Spediteure, Landwirte und Pendler in Deutschland spüren das beim Tanken.
Ein Ende ist nicht in Sicht. Aus Moskau gebe es kein Zeichen, dass Putin über Frieden oder eine Waffenruhe für Energieanlagen reden wolle, sagte Selenskyj.
„Vivaldi“ an der Front und Streit um Trumps Kurs
An der Front meldet Kiew Erfolge. Die Gegenoffensive mit dem Codenamen „Vivaldi“ habe im Donbas rund 140 Quadratkilometer zurückerobert und laufe weiter. Moskau verlangt für einen Frieden den gesamten Donbas. Selenskyj warnte die USA vor der „Illusion“, Russland würde aufhören zu kämpfen, sobald es die Region kontrolliere.
Kritik übt er auch an Trumps Annäherung an Moskau. Die US-Regierung hat Putin zum G20-Gipfel im Dezember nach Miami eingeladen und mit russischen Gesandten über Geschäfte gesprochen. Wirtschaftliche Beziehungen dürfe es erst nach einem Kriegsende geben, sagte Selenskyj, denn Frieden sei wichtiger als jede Wirtschaft.
Schnelle Drohnen, knappe Munition
Sorgen bereiten Kiew die neuen Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb. Etwa 60 Prozent davon schössen Kampfjets vom Typ F-16 und MiG ab, doch die 20-Millimeter-Munition werde knapp. Zwei neue Abfangdrohnen trafen in Tests nur etwa jedes dritte Ziel. Ab der zweiten Oktoberhälfte sollen kleine, günstige Flugabwehrraketen geliefert werden. Die eigene ballistische Rakete FP-7 mit rund 250 Kilometern Reichweite wurde erstmals im Kampf eingesetzt. Beim Hersteller fragte Selenskyj nach dem größeren Modell, das Moskau erreichen können soll:
„I said to them, where is my FP-9?“
Und wer zahlt? Europa und damit auch Deutschland
In der ukrainischen Militärkasse fehlen in diesem Jahr 27 Milliarden Dollar. Die Lücke soll mit Geld aus dem eigenen Haushalt, Hilfen einzelner Staaten und einem Vorgriff auf den EU-Kredit über 90 Milliarden Euro geschlossen werden. Selenskyj spricht von einem großen Erfolg. Am Ende bezahlen aber auch die deutschen Steuerzahler, während die Bundesregierung im eigenen Land neue Schulden in Rekordhöhe macht.
Für Russlands Drohnenflüge und hybride Angriffe in Europa hat Selenskyj eine Erklärung: Sie sollen die Menschen einschüchtern und die Unterstützung für die Ukraine schwächen. Moskau nennt diese Vorwürfe haltlos.
Fazit: Ein Winter voller Risiken
Der Krieg greift jetzt verstärkt die Energieversorgung beider Länder an. Steigende Ölpreise, wachsende Schulden und eine unsichere Weltlage zeigen, wie anfällig Papiergeld und Märkte sind. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, sich gegen solche Krisen abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.












