
Ramelow und die Kunst der RealitÀtsverweigerung: Wie ein Linken-Politiker die Gewalt von Erfurt wegredet

Es gibt Momente in der deutschen Politik, in denen man sich verwundert die Augen reibt und fragt, ob die Verantwortlichen in derselben RealitĂ€t leben wie der Rest der Bevölkerung. Der Auftritt von Bodo Ramelow, ehemaliger ThĂŒringer MinisterprĂ€sident und amtierender BundestagsvizeprĂ€sident, nach den Ausschreitungen am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt ist genau ein solcher Moment. Denn wĂ€hrend auf den StraĂen der thĂŒringischen Landeshauptstadt Journalisten verprĂŒgelt und Polizisten verletzt wurden, verkĂŒndete der Linken-Politiker auf der Plattform X mit bemerkenswerter KaltschnĂ€uzigkeit, es habe schlicht keine Gewalt gegeben.
Die Frage, die zynischer kaum sein könnte
âUnd wo war nun der Krawall? Das Chaos?â â so soll Ramelow laut eigenem Beitrag rhetorisch gefragt haben, wĂ€hrend er sich zugleich darĂŒber beklagte, wieviel âHass und Hetzeâ er habe lesen mĂŒssen, nur weil er zuvor verkĂŒndet hatte, vom sogenannten BĂŒndnis âWidersetzenâ werde keine Gewalt ausgehen. Man muss sich diese Chuzpe auf der Zunge zergehen lassen. Ein Mann, der eines der höchsten Ămter im deutschen Parlament bekleidet, stellt sich vor die Ăffentlichkeit und tut so, als sei in Erfurt ein friedliches KaffeekrĂ€nzchen abgehalten worden.
Die RealitÀt, die Ramelow nicht sehen will
Die nackten Zahlen der ThĂŒringer Polizei zeichnen ein völlig anderes Bild. Bis Sonntagmittag registrierten die Beamten 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten. Darunter befanden sich SachbeschĂ€digungen, Körperverletzungen und VerstöĂe gegen das Versammlungsgesetz. Elf Polizisten wurden verletzt. Im Bereich Frienstedt versuchten rund 250 Personen einen Durchbruch, weshalb der Verdacht auf Landfriedensbruch im Raum steht. Die Zahl der gewaltbereiten Demonstranten schĂ€tzten die Behörden auf ĂŒber 2.000 â und diese wurden nach EinschĂ€tzung der Polizei von den ĂŒbrigen Teilnehmern gedeckt.
Von den Aktionen des BĂŒndnisses Widersetzen werde keine Gewalt ausgehen â so lautete Ramelows Prophezeiung. Die Wirklichkeit machte sie binnen Stunden zur Farce.
Wenn Reporter zu Freiwild werden
Besonders erschĂŒtternd ist der brutale Ăbergriff auf ein Reporterteam, das lediglich seine journalistische Arbeit verrichten wollte. Am Gothaer Platz sollen die Journalisten von etwa einem Dutzend mutmaĂlicher Linksextremisten körperlich attackiert worden sein. Sie seien verfolgt, zu Boden geworfen und getreten worden. Ein Reporter habe eine blutende Platzwunde am Kopf davongetragen, dazu Prellungen und SchĂŒrfwunden. RettungssanitĂ€ter mussten eingreifen. Zuvor sollen Vermummte die Berichterstatter mit Farbe markiert haben â eine Methode, die an dunkelste Kapitel deutscher Geschichte erinnert. Und wĂ€hrend die FĂ€uste flogen, hallten offenbar Rufe wie âNazis rausâ ĂŒber den Platz.
Man stelle sich fĂŒr einen Moment die mediale Empörung vor, hĂ€tten AnhĂ€nger einer konservativen Bewegung ein Reporterteam derart zusammengeschlagen. Die Talkshows wĂŒrden ĂŒberquellen, die Leitartikel wĂ€ren getrĂ€nkt in gerechter EntrĂŒstung. Doch wenn die Gewalt von links kommt, herrscht auffĂ€lliges Schweigen â oder man leugnet die Ereignisse gleich ganz, so wie es der BundestagsvizeprĂ€sident vorexerziert.
Ein Amt, das Verantwortung verlangt
Es ist kein Randdetail, dass ausgerechnet der zweithöchste ReprĂ€sentant des Deutschen Bundestages hier die Augen verschlieĂt. WĂ€hrend man der stĂ€rksten Oppositionskraft im Parlament das Amt eines BundestagsvizeprĂ€sidenten hartnĂ€ckig verweigert, sitzt ein Politiker auf diesem Posten, der offenkundig gewalttĂ€tige Ausschreitungen kleinredet, sobald sie aus dem eigenen ideologischen Lager stammen. Diese Doppelmoral ist kein Betriebsunfall, sondern Ausdruck eines politischen Klimas, in dem mit zweierlei MaĂ gemessen wird.
Die zunehmende Verrohung auf deutschen StraĂen und die systematische Verharmlosung linksextremer Gewalt sind Symptome einer Politik, die den Kompass verloren hat. Viele BĂŒrger in diesem Land empfinden lĂ€ngst, dass der Rechtsstaat je nach politischer Gesinnung unterschiedlich streng ausgelegt wird. Wer den Angriff auf Journalisten leugnet, statt ihn ohne Wenn und Aber zu verurteilen, beschĂ€digt nicht nur das eigene Ansehen, sondern das Vertrauen in die demokratischen Institutionen insgesamt.
Vertrauen zerbricht â Werte bleiben
Was bleibt, ist die ernĂŒchternde Erkenntnis, dass Worte und RealitĂ€t in Teilen der deutschen Politik immer weiter auseinanderklaffen. Pressefreiheit gilt offenbar nur noch fĂŒr die richtigen Journalisten, Gewalt wird nur beklagt, wenn sie den passenden Absender hat. In Zeiten, in denen politisches Vertrauen bröckelt und gesellschaftliche Spaltung zunimmt, sehnen sich viele Menschen nach BestĂ€ndigkeit und VerlĂ€sslichkeit. Wer die InstabilitĂ€t des politischen Betriebs beobachtet, den ĂŒberrascht es nicht, dass immer mehr BĂŒrger auf krisenfeste Sachwerte wie physische Edelmetalle setzen. Gold und Silber lĂŒgen nicht, sie leugnen keine RealitĂ€t und lassen sich von keiner politischen Rhetorik entwerten â eine sinnvolle ErgĂ€nzung zur Absicherung des eigenen Vermögens in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.












