
Ramm-Attacke vor Palawan: China eskaliert im Südchinesischen Meer

Vor der Westküste der philippinischen Provinz Palawan ist ein Schiff der philippinischen Fischereibehörde von einem Schiff der chinesischen Küstenwache gerammt worden. Der Zusammenstoß ereignete sich am Freitagmorgen Ortszeit rund 54 Seemeilen — etwa 100 Kilometer — vor der Küste. Die Besatzung blieb unverletzt, das Schiff wurde nach Angaben der philippinischen Küstenwache auf einer Seite schwer beschädigt.
Zehn Meter Abstand — dann der Aufprall
Betroffen war die BRP Datu Magat Salamat der Behörde Bureau of Fisheries and Aquatic Resources (BFAR), die philippinische Fischer mit Treibstoff versorgen sollte. Nach Darstellung des Küstenwachen-Sprechers Jay Tarriela schnitt das chinesische Schiff zunächst in nur etwa zehn Metern Abstand den Kurs des Versorgers.
Zehn Minuten später habe sich das Manöver wiederholt — diesmal mit Kontakt. Medienberichten zufolge ereignete sich die Kollision um 11:13 Uhr Ortszeit in der Nähe des Sabina-Riffs. Auf Videos, die die philippinische Küstenwache veröffentlichte, sollen Besatzungsmitglieder kurz vor dem Einschlag den Warnruf "brace for impact" schreien. Fotos zeigen demnach verbogene Reling, zerstörte Metallstreben und Trümmer an Deck.
Manila spricht von Absicht, Peking von Rechtsdurchsetzung
Die philippinische Seite wirft China vor, gezielt ein ziviles Regierungsschiff auf humanitärer Mission gerammt und die Besatzung in Gefahr gebracht zu haben.
Kein noch so heftiges Rammen oder gefährliches Manövrieren werde etwas daran ändern, dass diese Gewässer dem philippinischen Volk gehörten, erklärte der Sprecher der Küstenwache.
Die chinesische Küstenwache erklärte laut Medienberichten, sie habe in den Gewässern Rechtsdurchsetzungsmaßnahmen vorgenommen; das philippinische Schiff habe wiederholte Warnungen ignoriert und plötzlich den Kurs geändert. Die Darstellungen widersprechen sich also diametral — wie so oft in diesem Konflikt.
Ein Urteil, das Peking einfach ignoriert
China beansprucht praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich und kollidiert damit mit den Ansprüchen der Philippinen, Vietnams, Malaysias und weiterer Anrainer. Ein UN-Schiedsgericht wies 2016 zentrale chinesische Ansprüche zurück. Peking erkennt das Urteil bis heute nicht an — und setzt seine Präsenz mit Küstenwache, Marine und Milizschiffen durch.
Die Liste der Zwischenfälle ist lang: Wasserwerfer-Attacken, Blockaden, Rammstöße gegen Versorgungsschiffe. Im Oktober 2025 wurde nach offiziellen Angaben ein weiteres BFAR-Schiff nahe der Insel Pag-asa erst mit Wasserwerfern beschossen und dann am Heck gerammt. Im August 2025 kollidierten bei einer Verfolgungsjagd gar zwei chinesische Einheiten miteinander.
Was das mit deutschen Geldbeuteln zu tun hat
Wer glaubt, das sei weit weg, unterschätzt die Verflechtung der Weltwirtschaft. Das Südchinesische Meer ist rohstoffreich und gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten des Planeten — Schätzungen zufolge läuft hier ein erheblicher Teil des globalen Seehandels durch. Jede Eskalation trifft Lieferketten, Energiepreise und damit auch die ohnehin angeschlagene deutsche Industrie.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vorfall vor allem eines: Die Zeit der verlässlichen Globalisierung, auf die Deutschlands Geschäftsmodell gebaut war, ist vorbei. Machtpolitik auf See, Zollmauern in Washington, Krieg in Europa — wer sein Vermögen in solchen Zeiten breit aufstellt, hat gute Gründe. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind in einem gestreuten Portfolio seit Jahrhunderten eine Versicherung gegen genau solche geopolitischen Schockwellen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser muss seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich treffen und sich selbst informieren.
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