
Rotwein gegen Sake: Während Berlin Agrar-Diplomatie betreibt, vergisst es die eigene Krisenvorsorge
Es klingt nach einer Idylle aus einer anderen Welt: Während in Deutschland die Bauern auf die Barrikaden gehen, ihre Höfe ums Überleben kämpfen und eine ideologiegetriebene Agrarpolitik den deutschen Acker zur Spielwiese grüner Träumereien degradiert, jettet der Bundesagrarminister nach Fernost, um über den Export von Rotwein zu plaudern. Willkommen in der Welt der politischen Symbolpolitik.
Ein Handschlag in Tokio – und was er wirklich bedeutet
Agrarminister Alois Rainer (CSU) und sein japanischer Amtskollege Norikazu Suzuki hätten in Tokio eine Protokollerklärung zum Ausbau des Handels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen unterzeichnet, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Konkret gehe es darum, dass Deutschland künftig mehr deutschen Rotwein nach Japan liefern wolle, während die Japaner im Gegenzug ihren Sake und Reis auf den deutschen Markt drücken wollten.
Ein hübscher Tauschhandel, gewiss. Doch man fragt sich unweigerlich: Ist das die große agrarpolitische Vision, die unsere geschundene Landwirtschaft retten soll? Während im heimischen Deutschland die Düngeverordnung, überbordende Bürokratie und ein Wust an EU-Auflagen die Existenz unserer Bauern bedrohen, feiert man in Tokio den Weinexport als Erfolg.
Japans 38 Prozent – eine Warnung, die Deutschland ignoriert
Rainer habe die Bedeutung enger Beziehungen zwischen beiden Ländern angesichts geopolitischer Spannungen, brüchiger Lieferketten und des Klimawandels betont. Bemerkenswert ist ein Detail: Japan verfüge nur über einen Selbstversorgungsgrad von gerade einmal 38 Prozent. Auch dort, so heißt es, würden die Verbraucher mit explodierenden Lebensmittelpreisen kämpfen.
Ein Land, das sich nicht selbst ernähren kann, macht sich abhängig – von Lieferketten, von Wohlwollen, von den Launen einer instabilen Weltordnung.
Und genau hier offenbart sich die eigentliche Tragik. Statt aus dem japanischen Negativbeispiel zu lernen und die eigene Ernährungssouveränität zu stärken, marschiert Deutschland munter in dieselbe Richtung. Flächenstilllegungen, Höfesterben, immer neue Auflagen – die deutsche Landwirtschaft wird systematisch geschwächt. Wer braucht schon eigene Versorgung, wenn man stattdessen Rotwein exportieren kann?
Krisenvorsorge nach japanischem Vorbild – ausgerechnet
Ein Schwerpunkt der Reise sei auch der Besuch japanischer Strukturen zum Krisen- und Notfallmanagement gewesen. Japan, geprägt von Erdbeben, Tsunamis und Taifunen, habe über Jahrzehnte ein beeindruckendes System der Krisenvorsorge aufgebaut. Hier könnte Deutschland tatsächlich etwas lernen – wenn es denn wollte.
Denn während die Japaner ihre Bürger auf Katastrophen vorbereiten, predigte man hierzulande lange Zeit, Vorratshaltung sei etwas für Spinner und Schwarzmaler. Erst zaghaft kehrt das Bewusstsein zurück, dass ein Staat, der seine Bürger im Ernstfall nicht schützen kann, seine wichtigste Aufgabe verfehlt.
Mikroalgen und Schweinepest – die Nebenschauplätze
Daneben hätten beide Minister vereinbart, den wissenschaftlichen Austausch zur sogenannten Regionalisierung vor dem Hintergrund der Afrikanischen Schweinepest fortzusetzen. Rainer habe zudem das „Microalgae Lab“ der CHITOSE Group besucht, um sich über ein Projekt zum Aufbau einer großskaligen Mikroalgenwirtschaft zu informieren. Zukunftstechnologie, gewiss – doch was nützt sie, wenn die Grundlagen der heimischen Landwirtschaft bröckeln?
Was bleibt? Eine Frage der Souveränität
Die eigentliche Lektion dieser Reise wird vermutlich ungehört verhallen. Ernährungssouveränität, Krisenvorsorge, eine starke heimische Landwirtschaft – das wären die Themen, die eine verantwortungsvolle Politik nach vorne stellen müsste. Stattdessen begnügt man sich mit netten Gesten und Wein-Diplomatie.
Diese Erkenntnis lässt sich auf ein größeres Bild übertragen: In unsicheren Zeiten zählt allein, was man real und greifbar besitzt. Wer sich nicht auf brüchige Lieferketten und politische Versprechen verlassen will, sucht nach beständigen Werten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie als krisensichere Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen taugen – unabhängig davon, ob Berlin gerade Rotwein oder Reis im Sinn hat.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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