280.000
Kunden
Sicherer
Versand
07.10.2026
09:26 Uhr
KI-generiert

Rubio in Reykjavik: Erst die Annexions-Karte, jetzt die Charmeoffensive?

Rubio in Reykjavik: Erst die Annexions-Karte, jetzt die Charmeoffensive?
Symbolbild: KI-generiert

US-Außenminister Marco Rubio hat am Dienstag Islands Hauptstadt Reykjavik besucht und dem Inselstaat eine engere Sicherheitspartnerschaft angeboten. Island sei ein Schlüssel für die Verteidigung des Nordatlantiks und der Arktis, die Bedrohungen im hohen Norden nähmen zu. Die Pikanterie dabei: Erst vor wenigen Wochen hatte Washington die Isländer mit einer Landkarte brüskiert.

„Macht projizieren“ vom Rand des Polarkreises

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Islands Außenministerin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir sprach Rubio Klartext. Der Insel komme laut Nachrichtenagentur Reuters eine kritische strategische Position für die westliche Sicherheit zu. Er verwies auf militärische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Risiken in der Region.

Island habe es den US-Streitkräften ermöglicht, „Macht zu projizieren“. Die Insel diene als Außenposten, um verdeckte Aktivitäten zu überwachen und Gegner abzuschrecken. Die Lage sei für Europa ebenso bedeutsam wie für die USA selbst.

„Wir wären offen für Gespräche darüber, was wir gemeinsam mehr tun können.“

Konkrete Zusagen für mehr US-Soldaten blieben allerdings aus. Viel Rhetorik, wenig Substanz? Zumindest vorerst. Es ist der erste Besuch eines US-Außenministers in Island seit 2021, als Antony Blinken unter Präsident Joe Biden angereist war.

Ein Zwerg mit enormem Gewicht

Mit knapp 400.000 Einwohnern gehört Island zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. Jahrhundertelang mit Dänemark verbunden, wurde es 1918 souverän und ist seit 1944 Republik. Island ist Gründungsmitglied der Nato, gehört aber bewusst nicht zur EU – ein Land, das seine Eigenständigkeit offenkundig zu schätzen weiß.

Eigene Streitkräfte unterhält Island nicht. Auf dem früheren US-Stützpunkt Keflavík sind seit Jahren wechselnde Einheiten zur Luftraumüberwachung und U-Boot-Aufklärung stationiert. Schon im Kalten Krieg galt die Insel als unverzichtbarer Horchposten in der Meerenge zwischen Grönland, Island und Großbritannien – dem Nadelöhr, durch das sowjetische U-Boote in den Atlantik mussten. Wirtschaftlich stützt sich das hoch entwickelte Land auf Fischerei, Tourismus, Aluminiumindustrie und Energie aus Wasserkraft und Erdwärme.

Der Eklat um die Trump-Karte

Rubios Reise ist auch Schadensbegrenzung. Anfang September hatte Reykjavik US-Botschafter Billy Long einbestellt. Auslöser war ein Beitrag von Präsident Donald Trump auf Truth Social: eine Karte, die neben den USA auch Kanada, Grönland, Island, Mexiko, Mittelamerika und die Karibik unter dem Sternenbanner und der Aufschrift „Vereinigte Staaten von Amerika“ zeigte.

Außenministerin Gunnarsdóttir nannte den Post nach Angaben der Zeitung Heimildin „vollkommen unangemessen“ und pochte auf die Souveränität ihres Landes. Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir sprach von einer Beleidigung für Isländer, Kanadier und Grönländer.

Der Botschafter und sein „Witz“

Long selbst hatte schon im Januar, damals noch als Kandidat, für Kopfschütteln gesorgt. Vor US-Abgeordneten soll er gescherzt haben, Island werde nach Grönland der 52. Bundesstaat. Diplomatisches Fingerspitzengefühl sieht anders aus.

Grönland als Blaupause?

Der Hintergrund macht die Sache brisant. Trump fordert seit Langem die Kontrolle über Grönland und hatte eine gewaltsame Übernahme nicht ausgeschlossen. Regierung und Bevölkerung Grönlands lehnen das ebenso ab wie Kopenhagen. Vor rund zwei Wochen einigten sich die USA, Dänemark und Grönland Medienberichten zufolge auf ein Sicherheitsabkommen, das Washington zwei neue Militärstandorte auf der Insel bringt.

Beobachter dürften Rubios Avancen daher genau lesen: Das Muster aus Provokation und anschließendem Verhandlungsangebot ist bekannt. Für Europa ist die Botschaft unbequem, aber klar: Der Kampf um die Arktis hat längst begonnen – und wer im hohen Norden mitreden will, braucht mehr als wohlklingende Gipfelerklärungen aus Brüssel und Berlin.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“