
Russland verkauft Gold im Rekordwert – und wird trotzdem reicher
Während westliche Regierungen ihre Goldreserven seit Jahren kaum antasten und stattdessen lieber Schulden aufhäufen, hat Russlands Zentralbank im Januar 2026 einen bemerkenswerten Schachzug vollzogen: Der Kreml trennte sich von 300.000 Unzen Gold – und kassierte dabei geschätzte 1,4 Milliarden Dollar. Ein Verkauf auf dem Höhepunkt des Marktes, der einmal mehr zeigt, dass Moskau das Spiel mit dem Edelmetall besser beherrscht als so mancher westliche Finanzminister.
Verkauf auf Rekordniveau – ein strategisches Meisterstück?
Die russischen Goldbestände sanken laut Daten der Bank of Russia auf 74,5 Millionen Unzen. Es handelte sich um den ersten Rückgang der Goldreserven seit Oktober. Der Zeitpunkt war dabei alles andere als zufällig gewählt: Im Januar lag der durchschnittliche Goldpreis bei rund 4.700 Dollar pro Unze – ein historisches Allzeithoch. Wer zu solchen Preisen verkauft, der weiß, was er tut.
Doch hier wird es wirklich interessant: Trotz des Verkaufs stieg der Gesamtwert der russischen Goldreserven im Januar um satte 23 Prozent auf 402,7 Milliarden Dollar. Die Preisrallye kompensierte den Abgang also nicht nur – sie übertraf ihn bei Weitem. Russland wurde reicher, obwohl es Gold abstieß. Eine Ironie, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte.
Spiegeloperationen: Wie Moskau sein Haushaltsdefizit stopft
Die Hintergründe des Verkaufs sind aufschlussreich. Die Bank of Russia begann bereits im vergangenen Jahr damit, Gold im Rahmen sogenannter „Spiegeloperationen" zu veräußern. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf von Vermögenswerten aus dem Nationalen Wohlstandsfonds durch das Finanzministerium. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 gab das Ministerium 419 Milliarden Rubel – umgerechnet rund 5,5 Milliarden Dollar – aus dem Fonds aus, um sinkende Öl- und Gaseinnahmen bei gleichzeitig wachsendem Haushaltsdefizit auszugleichen.
Man muss kein Freund des Kremls sein, um anzuerkennen, dass diese Strategie eine gewisse Raffinesse besitzt. Während Deutschland unter der neuen Großen Koalition ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf Pump finanziert – ein euphemistischer Begriff für das, was es wirklich ist: Schulden, die künftige Generationen erdrücken werden –, nutzt Russland seine physischen Goldreserven als strategischen Puffer. Der Unterschied könnte kaum größer sein.
Gold als geopolitische Waffe
Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 hat der Westen russische Devisenreserven in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar eingefroren. Was damals als vernichtender Schlag gegen Moskaus Finanzsystem gedacht war, entpuppte sich als zweischneidiges Schwert. Denn der seither explodierende Goldpreis bescherte Russland einen Wertzuwachs von geschätzten 216 Milliarden Dollar auf seine verbliebenen Goldbestände – eine Summe, die in ihrer Größenordnung den eingefrorenen Vermögenswerten erstaunlich nahekommt.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Physisches Gold, das im eigenen Tresor liegt, kann niemand einfrieren, sanktionieren oder konfiszieren. Eine Lektion, die nicht nur Staaten, sondern auch private Anleger beherzigen sollten. In einer Welt, in der digitale Vermögenswerte per Mausklick blockiert werden können und Fiat-Währungen durch hemmungslose Geldpolitik entwertet werden, bleibt Gold das ultimative Sicherheitsnetz.
Auch russische Bürger setzen auf Gold
Es sind übrigens nicht nur die staatlichen Institutionen, die auf das Edelmetall vertrauen. Studien zeigen, dass russische Privatpersonen mittlerweile Gold in einem Umfang horten, der den gesamten Goldreserven Spaniens entsprechen soll. Ein Volk, das die Hyperinflation der 1990er Jahre am eigenen Leib erfahren hat, weiß eben instinktiv, was echte Wertaufbewahrung bedeutet.
Für den deutschen Anleger sollte dies ein Weckruf sein. Während hierzulande über Sondervermögen, Schuldenbremsen und Klimaneutralität bis 2045 debattiert wird – alles Projekte, die den Steuerzahler Billionen kosten werden –, wäre ein Blick auf die eigene Vermögenssicherung mehr als angebracht. Der Goldpreis bei über 5.000 Dollar pro Unze spricht eine deutliche Sprache. Und wer glaubt, dass die Rallye bereits vorbei sei, der unterschätzt die Dynamik einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung. Konsultieren Sie im Zweifel einen qualifizierten Finanzberater.
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