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10.10.2026
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Schuldenfalle Amerika: Wackelt jetzt der Thron des Dollars?

Schuldenfalle Amerika: Wackelt jetzt der Thron des Dollars?
Symbolbild: KI-generiert

Am US-Anleihemarkt brodelt es: Im Oktober 2026 kletterte die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen Berichten zufolge auf rund 5,23 Prozent, bei dreißigjährigen Papieren auf etwa 5,61 Prozent. Washington bezahlt seinen Schuldenberg immer teurer. Während Konzerne nach billigeren Geldquellen suchen und dabei in Richtung Peking blicken, kaufen die Notenbanken der Welt Gold.

Zwei Billionen Dollar neue Schulden – pro Jahr

Die Rechnung ist einfach und trotzdem brutal. Die USA müssen ihre laufenden Defizite finanzieren und zusätzlich alte, billige Anleihen durch neue, deutlich teurere ersetzen. Nach Einschätzung des US-Rechnungshofs GAO könnte die Staatsschuld bis 2036 im Schnitt um zwei Billionen Dollar jährlich wachsen.

Je mehr Papiere auf den Markt kommen, desto mehr Rendite verlangen die Käufer. Damit wächst die Zinslast des Staates immer weiter. Weil US-Staatsanleihen als Maßstab für unzählige Kredite gelten, wird es für die gesamte Wirtschaft teurer. Am härtesten trifft es die Schwachen: Laut der Financial Times zahlen die am schlechtesten bewerteten US-Unternehmen mittlerweile rund 17 Prozent für frisches Kapital.

Wer jetzt an 2008 denkt, liegt nicht völlig falsch. Damals zeigte sich, wie schnell aus fälligen Krediten ein weltweiter Dominoeffekt werden kann.

Plötzlich ist der Yuan interessant

Chinas Staatsanleihen rentieren deutlich niedriger als amerikanische. Die Folge: Laut Financial Times erreichte die internationale Ausgabe von Yuan-Anleihen bis September 2026 ein Rekordvolumen von rund einer Billion Yuan, umgerechnet etwa 149 Milliarden Dollar. Dazu gehören sogenannte Dim-Sum-Bonds, die außerhalb des chinesischen Festlands ausgegeben werden, und Panda-Bonds, mit denen ausländische Emittenten Kapital direkt auf dem Festland aufnehmen.

Selbst US-Konzerne machen mit. Der Chemieriese Celanese hat nach eigenen Angaben im Juni 2026 per Währungsswap Dollarschulden von 250 Millionen Dollar wirtschaftlich in Yuan-Verbindlichkeiten umgewandelt. Der niedrigere Zins hat allerdings einen Haken: Wer seine Umsätze in Dollar macht, trägt bei Schulden in Yuan ein Wechselkursrisiko, und die Absicherung kostet Geld.

Totgesagte leben länger

Ist der Dollar damit am Ende? Wohl kaum. Laut IWF stieg sein Anteil an den weltweiten Devisenreserven im ersten Quartal 2026 sogar leicht auf 57,13 Prozent. Der Yuan dagegen bleibt durch Kapitalverkehrskontrollen gebremst. Seit dem Abkommen von Bretton Woods 1944 dominiert der Dollar das Weltfinanzsystem. Seit Richard Nixon 1971 die Bindung an das Gold kappte, beruht diese Stellung allein auf Vertrauen. Genau dieses Vertrauen muss Washington sich inzwischen teuer erkaufen.

Krieg als Brandbeschleuniger

Dazu kommt die Geopolitik. Nach Angaben des IWF waren durch die faktische Schließung der Straße von Hormus im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zeitweise rund 20 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte pro Tag betroffen. Teures Öl heizt die Inflation an und lässt der US-Notenbank weniger Spielraum für Zinssenkungen. Gleichzeitig steigen die Militärausgaben. Dem Bericht zufolge kostet der Krieg die USA schätzungsweise rund eine Milliarde Dollar täglich.

Auch Berlin sollte genau hinschauen. Wer wie die Bundesregierung ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf Pump plant, muss bei global steigenden Zinsen ebenfalls mit höheren Kosten rechnen. Bezahlen werden das am Ende die Steuerzahler.

Die Notenbanken kaufen Gold

Bemerkenswert ist, wohin die großen Reserveverwalter ausweichen. Nach Daten des World Gold Council erwarben die Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen Gold. Das waren 62 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und so viel wie in noch keinem anderen zweiten Quartal. Polen stockte um 51 Tonnen auf, China um 33 Tonnen. In einer Umfrage des World Gold Council gaben 45 Prozent der Notenbanken an, ihre eigenen Goldreserven weiter erhöhen zu wollen. Das ist ein Rekordwert.

Die Botschaft ist deutlich: Wenn Schulden, Inflation und Kriege das Papiergeld unter Druck setzen, verlassen sich Profis auf ein Metall, das niemandem etwas schuldet. Physisches Gold und Silber können deshalb eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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