
Sieben Jahre Lebenszeit geschenkt: Es liegt nur am Kopf!

Wer das Alter als Abstieg begreift, verkĂŒrzt sein Leben womöglich selbst. Das ist die zentrale Botschaft der Wiener Psychologin Jana Nikitin, die an der UniversitĂ€t Wien zur Psychologie des Alterns forscht und jetzt in einem Interview mit den hartnĂ€ckigsten Klischees aufrĂ€umt. Ihr Befund: Menschen mit realistischeren, positiveren Altersbildern leben im Schnitt rund sieben Jahre lĂ€nger â gesĂŒnder und geistig fitter obendrein.
Einsam, gebrechlich, vergesslich â das Zerrbild hĂ€lt sich zĂ€h
Alte Menschen seien einsam, gebrechlich und vergesslich: Dieses Bild sitzt tief in den Köpfen, kritisiert die Forscherin. Nur greife es viel zu kurz.
Die Zahlen sprechen fĂŒr sie. Die allgemeine Lebenserwartung hat sich in den vergangenen 150 Jahren verdoppelt. Das Alter ist damit heute die lĂ€ngste Lebensphase ĂŒberhaupt â lĂ€nger als Kindheit und Jugend, lĂ€nger als die mittleren Jahre. Eine Phase, die viele noch immer behandeln wie ein Wartezimmer.
Yale-Forschung: stÀrker als Blutdruck oder Normalgewicht
Die Sieben-Jahre-These steht nicht allein. Berichten ĂŒber die Forschung der Yale-Professorin Becca Levy zufolge lebten Ă€ltere Menschen mit positiver Selbstwahrnehmung des Alterns im Durchschnitt 7,5 Jahre lĂ€nger als jene mit negativen Altersstereotypen â ein Effekt, der laut diesen Darstellungen sogar Faktoren wie niedrigen Blutdruck oder Normalgewicht ĂŒbertraf.
In einer neueren Auswertung mit mehr als 11.000 Teilnehmern soll sich zudem gezeigt haben, dass 45 Prozent der Ălteren ĂŒber zwölf Jahre hinweg kognitiv oder körperlich sogar besser wurden. Verfall als Naturgesetz? Offenbar eher als ErzĂ€hlung.
Das Gehirn lernt bis zum letzten Atemzug
Der Mensch entwickle sich bis zum Schluss, so Nikitin, das Gehirn bilde bis zuletzt neue synaptische Verbindungen. Wer mit 35 fĂŒnf Romane im Monat verschlingt, tut sich mit 85 leichter damit als jemand, der nie ein Buch aufschlug. Wer seit dem 15. Lebensjahr Basketball spielt, hat spĂ€ter mehr Muskeln â und behĂ€lt sie lĂ€nger.
Doch die TĂŒr bleibt offen. Auch frĂŒhere Couch-Potatoes verzeichneten einen Zugewinn, wenn sie mit 60 anfingen, sich zu bewegen, sagt die Wissenschaftlerin. Krankheit oder finanzielle Verluste könnten es erschweren â ausgeschlossen sei Entwicklung deshalb nicht.
âWir beobachten gleichzeitig, dass auch frĂŒhere Couch-Potatoes einen Zugewinn sehen, wenn sie mit 60 anfangen, sich zu bewegen.â
Eigenverantwortung statt VersorgungsmentalitÀt
Aus Sicht unserer Redaktion ist das mehr als eine hĂŒbsche Gesundheitsmeldung. In einem Land, das ĂŒber RentenlĂŒcken, Pflegenotstand und demografische Schieflage diskutiert, wirkt die Botschaft fast subversiv: Nicht jedes Lebensrisiko lĂ€sst sich an den Staat delegieren. Haltung, Bewegung, Neugier â das sind Leistungen, die niemand per Verordnung liefern kann.
Und die zweite Lehre? Wer lĂ€nger lebt, muss lĂ€nger finanziert sein. Ein positives Altersbild ersetzt keine solide Vorsorge. Wer Vermögen ĂŒber Jahrzehnte sichern will, setzt traditionell auf Substanz â physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio, unabhĂ€ngig von Zinsentscheidungen und Haushaltsdebatten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren. Die AusfĂŒhrungen zu Gesundheitsthemen ersetzen keine Ă€rztliche Beratung.
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