
Silver Eagle: Zarte Erholung im September – doch die Flaute bleibt!

Die US-Prägeanstalt United States Mint hat im September 2026 insgesamt 275.000 American Silver Eagles verkauft. Das geht aus den aktuellen Verkaufszahlen der Behörde hervor. Gegenüber dem August mit 210.000 Stück ist das ein Plus. Vom Vorjahresniveau ist die bekannteste Silbermünze der Welt aber weit entfernt.
Im September 2025 hatte die Mint noch 575.000 Exemplare abgesetzt. Im Jahresvergleich steht damit ein Minus von gut 52 Prozent. Und zum wiederholten Mal blieb der Monatsabsatz unter der Marke von 300.000 Münzen.
Vom Januar-Rausch zum Sommerloch
Wie tief der Einbruch reicht, zeigt der Blick auf den Jahresverlauf. Laut den Daten der Mint, über die US-Branchenmedien berichteten, startete 2026 mit einem Paukenschlag: 4.816.500 Silver Eagles allein im Januar. Danach ging es Monat für Monat abwärts.
- Februar: 1.733.500 Stück
- März: 1.630.000 Stück
- April: 380.500 Stück
- Mai: 0 Stück
- Juni: 260.000 Stück
- August: 210.000 Stück
- September: 275.000 Stück
Der Mai war ein historischer Tiefpunkt. Medienberichten zufolge war es der erste volle Kalendermonat seit dem Programmstart im November 1986, in dem die Mint keine einzige Bullion-Silver-Eagle an ihre Großhändler verkaufte. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2015 wurden fast 48 Millionen Münzen abgesetzt, 2024 waren es noch mehr als 24 Millionen.
Ist die Silbernachfrage etwa eingebrochen?
Die kurze Antwort lautet: nein. Wer die Zahlen der Mint mit dem Interesse an Silber gleichsetzt, macht es sich zu einfach. Die Prägeanstalt verkauft nämlich gar nicht an Privatanleger. Sie beliefert nur eine kleine Gruppe zugelassener Großhändler, die sogenannten Authorized Purchasers. Diese ordern nur dann neue Ware, wenn ihre Lager leer sind.
Und diese Lager waren 2026 gut gefüllt. Branchenberichten zufolge kletterte der Silberpreis Ende Januar auf ein Allzeithoch von rund 111 US-Dollar je Unze. Angetrieben wurde die Rallye demnach unter anderem durch chinesische Exportbeschränkungen, die seit dem 1. Januar gelten, und durch die Aufnahme von Silber in die US-Liste kritischer Mineralien Ende 2025. Viele Altbesitzer nahmen Gewinne mit und verkauften ihre Münzen an die Händler zurück. Diese Rückkaufware ist günstiger als frisch geprägte Silver Eagles. Neue Münzen kamen deshalb kaum noch zum Zug.
Die Prämie entscheidet
Auch der Preisaufschlag spielt eine Rolle. US-Händlern zufolge lagen die Aufschläge auf neue Silver Eagles des Jahrgangs 2026 zeitweise bei 7 bis 20 Prozent über dem Silberpreis. Münzen älterer Jahrgänge vom Zweitmarkt waren deutlich billiger zu haben. Preisbewusste Käufer griffen also zur günstigeren Variante, und das Silber wanderte trotzdem in ihre Hände.
Silber bleibt ein Schwergewicht
Inzwischen hat sich der Silberpreis deutlich von seinem Rekord entfernt. Am Freitag notierte er Medienberichten zufolge bei rund 51,60 US-Dollar je Unze. Vor zehn Jahren lag er noch bei gut 18 Dollar. Wer damals gekauft und durchgehalten hat, kann zufrieden sein.
Auch an den Grundlagen hat sich wenig geändert. Solarindustrie, Elektromobilität, Rechenzentren und Elektronik verbrauchen inzwischen mehr als die Hälfte des weltweit nachgefragten Silbers. Branchenprognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage 2026 bereits im sechsten Jahr in Folge über dem Angebot aus Minen und Recycling liegen könnte.
Die schwachen Absatzzahlen der Mint sind deshalb vor allem eine Momentaufnahme eines Marktes, der eine heftige Preisbewegung verdaut. Über den Wert des Metalls sagen sie wenig aus. Gerade in Zeiten ausufernder Staatsschulden, auch hierzulande, bleiben physische Edelmetalle eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf dar. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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