
SK Hynix erreicht Rekordhoch: Microsoft-Deal befeuert südkoreanischen Chipriesen
Während die westlichen Märkte noch mit den Nachwehen der Trump'schen Zollpolitik kämpfen, zeigt sich Südkorea erstaunlich widerstandsfähig. Der Halbleiterhersteller SK Hynix katapultierte sich am gestrigen Handelstag auf ein historisches Allzeithoch – und das trotz der jüngsten Drohungen aus Washington, die Zölle auf koreanische Waren von 15 auf 25 Prozent anzuheben.
Exklusivvertrag mit Microsoft als Kurstreiber
Der Auslöser für den spektakulären Kurssprung von nahezu neun Prozent an einem einzigen Handelstag ist ein Bericht des südkoreanischen Mediums Business Korea. Demnach habe sich SK Hynix als alleiniger Lieferant für hochmoderne Speicherchips des neuen Microsoft-KI-Chips Maia 200 durchgesetzt. Eine Nachricht, die an den Börsen wie eine Bombe einschlug.
Der Maia 200, gefertigt auf Basis des hochmodernen 3-Nanometer-Prozesses von Taiwans TSMC, soll mit sechs Einheiten des 12-lagigen HBM3E-Speichers von SK Hynix ausgestattet werden. Microsoft hat den Chip bereits in seinem Rechenzentrum in Iowa installiert und expandiert nun nach Arizona. Die fünfte Generation der High-Bandwidth-Memory-Technologie gilt als das Herzstück moderner KI-Anwendungen.
KOSPI durchbricht historische Marke
Der südkoreanische Leitindex KOSPI schloss erstmals in seiner Geschichte über der magischen 5.000-Punkte-Marke bei 5.085 Punkten. Ein bemerkenswertes Signal, bedenkt man die geopolitischen Spannungen und die aggressive Handelspolitik der Trump-Administration. Jung In Yun, Geschäftsführer bei Fibonacci Asset Management Global, sieht in der Entwicklung eine Bestätigung für "Kaufgelegenheiten bei Kursrückgängen und steigende HBM-Gewinnerwartungen".
Analysten überbieten sich mit Kurszielen
Die Euphorie der Analysten kennt kaum Grenzen. Citigroup erhöhte das Kursziel für SK Hynix um satte 56 Prozent auf 1.400.000 Won – das höchste Kursziel der gesamten Wall Street. Analyst Peter Lee begründet seinen Optimismus mit einem fundamentalen Wandel im Speichermarkt:
"Der Speichermarkt entwickelt sich in Richtung Semi-Customization, wobei Kunden Verträge ein Jahr vor der tatsächlichen Produktlieferung unterzeichnen müssen. Für 2026 erwarten wir ein deutlich besseres Preiswachstum bei DRAM und NAND als erwartet."
Von 44 Wall-Street-Analysten empfehlen 41 die Aktie zum Kauf, lediglich zwei raten zum Halten und nur einer zum Verkauf. Eine nahezu einstimmige Kaufempfehlung, wie man sie selten sieht.
Pensionsfonds als zusätzlicher Kurstreiber
Neben den fundamentalen Faktoren sorgt auch institutionelles Kapital für Rückenwind. Südkoreanische Pensionsfonds planen, etwa sieben Billionen Won zusätzlich in heimische Aktien zu investieren. Der größte Pensionsfonds des Landes hat seine Zielallokation für inländische Aktien auf 14,9 Prozent angehoben – ein klares Bekenntnis zum heimischen Markt.
Zolldrohungen verpuffen
Bemerkenswert ist, dass die Märkte die Zolldrohungen Trumps weitgehend ignorierten. Zwar eröffnete der KOSPI schwächer, erholte sich jedoch rasch und schloss auf Allzeithoch. Lediglich die direkt betroffenen Sektoren wie Automobile und Stahl verzeichneten leichte Verluste von jeweils 0,8 Prozent. Der Halbleitersektor hingegen legte um beeindruckende 6,3 Prozent zu.
Die Entwicklung zeigt einmal mehr, dass in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und inflationärer Tendenzen technologische Innovationen und reale Wertschöpfung die Märkte dominieren. Während westliche Regierungen mit ideologiegetriebener Wirtschaftspolitik experimentieren, konzentriert sich Südkorea auf das, was zählt: technologische Exzellenz und wirtschaftliche Stärke.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











