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26.10.2026
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Sprit-Alarm in der Schweiz: Kommt jetzt Tempo 80 auf allen Autobahnen?

Sprit-Alarm in der Schweiz: Kommt jetzt Tempo 80 auf allen Autobahnen?
Symbolbild: KI-generiert

Die Schweiz könnte ihre Autobahnen bald zur Schleichspur machen. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) bereitet Medienberichten zufolge ein landesweites Tempolimit von 80 km/h vor. Grund ist eine Treibstoffknappheit, die sich seit Wochen zuspitzt.

Bisher gilt auf Schweizer Autobahnen maximal Tempo 120. Fällt die Vorgabe auf 80, sinkt der Luftwiderstand und damit auch der Verbrauch. Eine Entscheidung gibt es noch nicht.

Notfallplan aus Bundesbern

Schweizer Medien berichten, das BWL habe im Herbst eine entsprechende Vorlage innerhalb der Bundesverwaltung zur Stellungnahme verschickt. Das Amt hat die Vorbereitungen bestätigt. Greifen würde das Tempolimit demnach nur bei einer schweren Mangellage. Anordnen müsste es der Bundesrat.

Laut BWL würde die Maßnahme die laufenden Entnahmen aus den Pflichtlagern begleiten und zusätzlich Sprit sparen. Wie viel das genau bringen würde, ist bislang offen. Zusätzlich könnte die Regierung an die Bürger appellieren: Fahrgemeinschaften bilden, auf Bus und Bahn umsteigen und den Freizeitverkehr verringern. Der Staat empfiehlt also, weniger Ausflüge zu machen. Noch vor wenigen Jahren hätte man so etwas für Satire gehalten.

Die Reserven werden angezapft

Das BWL bezeichnete die Lage am Freitag, 23. Oktober, als angespannt und fragil, und zwar für alle Mineralölprodukte. Roland Pfister, der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, hat deshalb Diesel aus den Pflichtlagern freigegeben. Als Auslöser nennt das Amt verzögerte Lieferungen per Pipeline, nachdem es in Südfrankreich heftig geregnet hatte.

  • Diesel: Zwischen dem 23. Oktober und dem 22. November 2026 dürfen bis zu 45.000 Kubikmeter entnommen werden, also 45 Millionen Liter. Das sind knapp 4 Prozent des Pflichtlagerbestands.
  • Kerosin: Für die Luftfahrt hat der Bund bis zu 6,5 Prozent der Pflichtlager freigegeben.
  • Benzin und Heizöl: Hier sei die Versorgung laut BWL weiterhin gesichert.

Neu ist das Problem nicht. Schon im September musste der Bund Reserven freigeben. Medienberichten zufolge stand damals die Raffinerie in Cressier rund zwei Wochen still, weil ein technischer Defekt aufgetreten war. Es ist die einzige Erdölraffinerie der Schweiz. Beim Diesel melden Schweizer Medien Rekordpreise. Viele Autofahrer tanken inzwischen im benachbarten Österreich.

Mehrere Krisen auf einmal

Der Regen in Frankreich ist nur der letzte Auslöser. Dahinter steckt eine geopolitische Lage, die die Versorgung an mehreren Stellen gleichzeitig unter Druck setzt. Durch die Straße von Hormus fahren deutlich weniger Schiffe. Vor dem Irankrieg ging rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen durch diese Meerenge.

Dazu kommen die Huthi-Rebellen. Sie greifen Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab an, außerdem Öl-Anlagen in Saudi-Arabien. Auch in Europa gibt es Probleme: Der Rhein führt so wenig Wasser, dass Tankschiffe nur eingeschränkt fahren können, und auf der Schiene verzögern sich Lieferungen. Auch Deutschland ist auf den Rhein als Transportweg angewiesen und sollte die Entwicklung deshalb genau beobachten.

Technisch längst vorbereitet

Die Schweiz müsste dafür kaum etwas umbauen. Auf vielen Abschnitten hängen bereits digitale Anzeigen, über die das Bundesamt für Straßen das Tempo flexibel auf 100 oder 80 km/h senken kann. Bisher wurde das genutzt, um Staus zu vermeiden und den Verkehr flüssig zu halten. Künftig könnte Spritsparen als Grund hinzukommen, jedenfalls solange der Mangel anhält.

Ausgerechnet die Schweiz, die für Stabilität und gute Vorsorge bekannt ist, muss also ihre Notreserven anzapfen. Das zeigt, wie anfällig moderne Volkswirtschaften sind, wenn wichtige Lieferketten gleichzeitig gestört sind. Wer sich gegen Engpässe, steigende Preise und den Wertverlust des Geldes absichern will, setzt oft auf Werte, die nicht von Pipelines und Pegelständen abhängen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen zur Absicherung in unsicheren Zeiten beitragen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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